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Vorteil von Bandscheiben-Operationen nicht belegt

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(idw). Wirbelsäulen-Operationen sind auch bei Fachleuten umstritten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der weltweiten Literatur, die Orthopäden aus Düsseldorf beim diesjährigen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin vorstellten. "Kurzfristig können Operationen bei Bandscheibenvorfällen an der Lendwirbelsäuel helfen, mittel- und langfristig sind die Ergebnisse von operierten und nicht-operierten Patienten gleich", sagte Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie Ende Oktober in Berlin nach Auswertung von circa 1200 Publikationen. Zu diesem Schluss kommt zum Beispiel die weltweit größte klinische Studie bei 1244 Bandscheibenpatienten. "Die verschiedenen Studien machen deutlich, dass es beim Bandscheibenvorfall keine Standardtherapie gibt. Vielmehr ist ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf Basis einer gründlichen Diagnostik gefragt", sagte Wehling. Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall sind deshalb eine gründliche Diagnostik mit MRT (Magnetresonanz-Tomographie) und eine genaue Schmerzmessung erforderlich. "Durch das Verständnis des Schmerzes kann eine fundierte Entscheidung für die voraussichtlich optimale Therapie gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden", erklärte Wehling. Eine Operation sei immer dann notwendig, wenn eine akute Blasen-Mastdarm-Störung oder schwere Nervenausfälle vorliegen. Ansonsten führt eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Physiotherapie und Akupunktur zur Besserung. "Bei der nicht-operativen Behandlung hat die Injektionstherapie an der Nervenwurzel einen hohen Stellenwert", betonte Wehling. Zur Schmerzlinderung, die im Vordergrund steht, können verschiedene schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (z.B. Diclofenac, Kortison) sowie körpereigene Proteine, wie die Orthokin-Therapie, eingesetzt werden. Bei der Orthokin-Therapie werden aus dem Blut des Patienten entzündungs- und schmerzhemmende Proteine gewonnen und an die betroffenen Nerven injiziert. Das körpereigene Serum lindert die Schmerzen nachhaltig und stoppt die Entzündung der Nerven. Damit tritt eine deutliche Besserung der Rückenschmerzen ein. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Orthokin-Rückentherapie ist durch eine klinische Studie an der Ruhruniversität Bochum belegt, die kürzlich in der Fachzeitschrift Spine veröffentlicht wurde.
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