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Weihnachtliche Gewürze
(aid) Der feine Duft von Anis, Lebkuchengewürz und Zimt, der
jetzt wieder durch die Küchen zieht, erzählt so manche
Abenteuergeschichte: Karawanen arabischer Kaufleute, beladen mit Gewürzen
aus Indien, Seefahrer wie Kolumbus auf der Suche nach neuen Seewegen in die
Heimat der begehrten Aromen. Kein anderes Lebensmittel hat den Lauf der
Geschichte derart stark beeinflusst, wie die Gewürze. Die römische
Kultur und das europäische Mittelalter waren verrückt nach den
Schätzen des Orients: Man zahlte Unsummen und verbrauchte Unmengen. Um der
Gewürze willen sind Erdteile entdeckt, kartografiert und erforscht worden,
Kolonien wurden erobert und umkämpft, Handelshäuser und Börsen
gegründet. Die weit gereisten Gewürze sind heute für jedermann
erschwinglich, zum Glück, denn viele gehören fest zur
Weihnachtsbäckerei. Manchen von ihnen sagt man sogar eine heilende Wirkung
nach.
Anis: Sein lakritzähnliches Aroma kommt in Gebäck
besonders gut zur Geltung. Gewürzkuchen, Springerle oder Weihnachtsbrot
sind ohne Anis nicht denkbar. Das ätherische Anisöl soll Magen und
Darmwände entkrampfen und bei Blähungen helfen. Anistee wirkt husten-
und schleimlösend. Aus den tropischen Bergwäldern Südindiens und
Sri Lankas kommt
Kardamom, eines der teuersten
Weihnachtsgewürze und eine wichtige Zutat in Stollen, Spekulatius,
Lebkuchen und anderen Gewürzplätzchen. Das ätherische Öl
regt den Appetit an und wirkt leicht antibiotisch.
Koriander ist
nicht ganz so exotisch, er stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Mit
Anis verwandt ist er ein traditionelles Lebkuchen- und Spekulatiusgewürz.
Sein Öl mildert Magenkrämpfe und gilt als hervorragendes Mittel gegen
Völlegefühl. Der Gewürznelkenbaum stammt ursprünglich von
den Molukken.
Nelken sind Klassiker im Lebkuchen und aus
Früchtebrot und Spekulatius nicht wegzudenken. Das ätherische Öl
Eugenol desinfiziert, stillt Schmerzen und regt die Bildung von Magensaft und
Galle an. Der
Pimentbaum ist nicht im fernen Osten beheimatet,
sondern im tropischen Mittelamerika. Die Tatsache, dass Piment selbst nach
einer Mischung aus Pfeffer, Nelken, Muskat und Zimt schmeckt, hat ihm den Namen
"Allesgewürz" eingebracht. Piment darf in Lebkuchen nicht fehlen. Wie alle
Scharfstoffe fördert Piment die Bildung von Verdauungsenzymen und regt die
Magenperistaltik an. Der immergrüne
Zimt-Lorbeerbaum ist in
China, Sri Lanka und Südindien beheimatet. Zimt schmeckt in Glühwein,
Zimtsternen, Lebkuchen, Früchtebrot und Kompotten. Zimt enthält ein
stark wirkendes ätherisches Öl. Es stimuliert die Magenschleimhaut
und kurbelt die Sekretion von Magensaft an. Gewürze verlieren mit der Zeit
ihr ätherisches Öl. Sie sollten deshalb nur in kleinen Mengen gekauft
und in fest verschließbaren Behältnissen kühl und trocken
aufbewahrt werden.
Ob sich die gesundheitsfördernden Wirkungen
wirklich zeigen, muss wohl jeder selbst herausfinden. Spekulatius wird dadurch
sicher nicht zur Magenmedizin, aber schmecken tut er
trotzdem.
Außer in Weihnachtsgebäck kann man die Gewürze
auch in flüssiger Form genießen: Glühwein wärmt in der
kalten Jahreszeit Körper und Seele. Aber es geht auch ohne
Alkohol:
Alkoholfreier Gewürzpunsch Für 6
Gläser: 1 Liter Johannisbeer- oder roten Traubensaft 2
Esslöffel brauner Kandiszucker 1 unbehandelte Orange 1 Apfel
4 Gewürznelken 1 Stange Zimt Sternanis 1 Teelöffel
Spekulatius-Würzmischung
Saft erhitzen, Zucker darin
auflösen. Orange waschen und in einen halben Zentimeter dicke Scheiben
schneiden, Apfel schälen und in kleine Stücke schneiden. Alles in den
Punsch geben und nochmals zehn Minuten erhitzen, den Punsch durch ein Teesieb
gießen und genießen. Prosit!
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