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(idw). Menschen mit chronischen Rückenschmerzen bewegen sich anders, denken anders und verhalten sich anders als schmerzfreie Personen. Bei den meisten Menschen verschwinden Rückenschmerzen nach kurzer Zeit wieder. Einige leiden jedoch dauerhaft darunter. "Bei einem Teil der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen liegt nicht einmal ein struktureller Schaden, zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, vor", sagt Dr. Christian Puta von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Sportwissenschaftler hat im Rahmen seiner Promotion untersucht, ob stattdessen funktionelle Veränderungen für die Schmerzen verantwortlich sind. Dafür hat ihn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nun als dritten Preisträger des DOSB-Wissenschaftspreises ausgewählt. Wie sich die Rumpfmuskulatur bei externen Störungen verhält, war zentrales Thema der mit Prädikat "summa cum laude" ausgezeichneten Dissertation von Christian Puta. "Grundannahme war, dass chronischer Schmerz generell mit veränderten Muskelreflexen einhergeht", erläutert der Sportwissenschaftler von der Universität Jena. Diese Veränderungen galt es an betroffenen Patienten zu identifizieren und mit Ergebnissen von gesunden Kontrollpersonen zu vergleichen. Bei beiden Personengruppen wurden über die Hand externe Störungen eingeleitet. "Ziel war es, die Muskelfunktionen unter verschiedenen Be- und Entlastungssituationen zu untersuchen", erläutert Christian Puta. Dafür nutzte er sowohl die Bewegungsanalyse als auch die Oberflächenelektromyografie (EMG), mit der die elektrische Muskelaktivität gemessen wird. "Unsere Untersuchungsergebnisse zeigen, dass bei Patienten mit chronisch unspezifischem Rückenschmerz die reflektorische Kontrolle verändert ist", berichtet Puta. Das äußere sich zum Beispiel in verlängerten Reaktionszeiten und veränderter Muskelkoordination. "Diese Merkmale sollten bei der Diagnostik unbedingt berücksichtigt werden. Ziel ist es Faktoren zu finden, die das Chronifizieren von Rückenschmerzen anzeigen. Daraus sollen letztendlich Methoden entwickelt werden, mit denen ein Erkrankungsrisiko bereits im Vorfeld, also präventiv, diagnostiziert werden kann", so Puta. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung hat der Sportwissenschaftler mit seiner Dissertation bereits gemacht. "Durch unsere Arbeit soll es in einigen Jahren möglich sein, durch eine präventive Diagnostik bereits lange vor einer Erkrankung vorbeugende Therapien zur Linderung chronischer Rückenschmerzen einzuleiten", so Puta.
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