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Blick in die Tiefe des Bewegungslernens

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(dosb). 120 Sportwissenschaftler der Sektion Sportmotorik der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) blickten im neuen Darmstädter Kongresszentrum „Darmstadtium“ über Disziplingrenzen, suchten zugleich Abgrenzung. Die Veranstalter vom Institut für Sportwissenschaft der TU Darmstadt, Professor Josef Wiemeyer und Professor Frank Hänsel, bilanzierten den dreitägigen Kongress vom 22. bis 24. Januar zufrieden: „Wir hatten ein sehr hohes Niveau. Von 70 eingereichten Beiträgen wurden lediglich 50 zugelassen.“ Das Leitthema hieß „Informations- und Kommunikationstechnologien in der Sportmotorik“. Die fünf Hauptvorträge wurden in einem Dutzend Arbeitskreisen vertieft. Dort ging es um Wahrnehmung, Verhalten, Bewegung, motorisches Lernen, motorische Tests, Kontrolle und Entwicklung sowie Robotik und neurowissenschaftliche Methoden. Eine der Botschaften lautete: In der Trainingslehre reicht es nicht, die motorische Schokoladenseite zu perfektionieren und auszureizen. Professor Wiemeyer: „Wir müssen auch die schlechte Seite trainieren - und erhalten für die starke Seite Effekte.“ In den Hightech-Labors der Universität Bielefeld liegt der Fokus auf menschlicher Motorik und humanoider Robotik, im Biomechanik-Labor werden Ganzkörper- oder Teilbewegungen (Hand) zerlegt in Messpunkte. Daten und Bilder helfen komplexe und schwierige Bewegungen zu erlernen und üben: den Salto auf dem BMX-Rad oder den technisch sauberen Tennisaufschlag. Die Botschaften werden in den Gedächtnisstrukturen eingeprägt. Umgekehrt dienen Daten aus der Robotik dazu, Bewegungs- und Lernkontrolle zu automatisieren. Matthias Weigelt, aus dem Mitarbeiterstab Bielefeld: „Im Laufe des Lernprozesses verändern sich kognitive und kinemotorische Strukturen von Bewegungen deutlich.“ Ein anderes spannendes und faszinierendes Fenster im Wirkungskreis der Sport-Motorik-Forschung öffnete Karen Zentgraf (Uni Gießen). Sie spürt mit ihrer Gruppe Trainingseffekte im Gedächtnis medizinisch-sportwissenschaftlich auf: über funktionelle Magnetresonanztomografie. Zentgraf: „Das Gehirn macht lediglich zwei Prozent des Körpergewichts aus, beansprucht jedoch 20 Prozent des Sauerstoff/Glukose-Umsatzes.“ Daraus lassen sich schließlich Vorstellungen über motorisches Lernen entwickeln. Diese können Bewegungskontrolle oder -entwicklungen steuern und Störungen beseitigen helfen. Beispielsweise über Videotraining oder Instruktionseffekte, Bewegungsbeobachtung und Handlungsverarbeitung.


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