"Verdrahtung" im Gehirn beeinflusst Persönlichkeit
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Haben Sie schon das neue iPhone? Wechseln Sie gerne mal den Job, weil Sie sich sonst langweilen? Steht jedes Jahr ein anderes Reiseziel auf ihrem Programm? Dann ist bei Ihnen vielleicht die Nervenverbindung zwischen dem ventralen Striatum und dem Hippocampus besonders ausgeprägt. Beides sind Zentren im Gehirn: Im Striatum sitzt das sogenannte Belohnungssystem, das uns zu zielgerichteten Handlungen anspornt. Der Hippocampus ist dagegen für bestimmte Gedächtnis-Funktionen zuständig. Bei "neu-gierigen" Menschen spielen diese beiden Zentren anscheinend besonders gut zusammen. Das vermuten zumindest die Bonner Forscher Michael Cohen und Dr. Bernd Weber: Identifiziert der Hippocampus eine Erfahrung als neu, sendet er demnach ein entsprechendes Feedback an das Striatum. Dort werden dann bestimmte Hirnbotenstoffe frei, die für positive Gefühle sorgen. Bei Menschen, die stets das Neue suchen, sind Striatum und Hippocampus augenscheinlich besonders gut verkabelt. Das konnten Cohen und Weber in einer Studie zeigen. Die individuelle "Verdrahtung" des Gehirns ließ sich bislang nur mit großen Mühen sichtbar machen. "Im Prinzip ging das nur an Hirnschnitten von Verstorbenen, die man dazu aufwändig anfärben musste", erklärt Weber. Dank einer neuen Methode ist das nun erheblich einfacher: Mit modernen Kernspin-Tomographen kann man nämlich feststellen, in welche Richtungen das Wasser im Gewebe diffundiert. Nervenstränge sind für die Gewebsflüssigkeit ein undurchdringliches Hindernis. Sie kann lediglich daran entlang fließen. Diese "gerichteten" Wasserströme werden im Tomographie-Bild sichtbar. "Mit dieser ungefährlichen Methode können wir völlig neue Fragestellungen zur Funktion des Gehirns bearbeiten", begeistert sich Cohen. Auf einen anderen Zusammenhang stießen die Forscher durch ergänzende Fragebögen: "Je stärker die Verbindung zwischen Stirnlappen und ventralem Striatum, desto ausgeprägter ist der Wunsch nach Bestätigung durch die Umgebung", sagt Weber. Ganz unerwartet ist das nicht: Man weiß beispielsweise, dass Menschen mit Stirnlappen-Defekten häufiger gegen soziale Normen verstoßen. Die Bonner Forscher möchten ihre Ergebnisse nun noch weiter absichern: In Experimenten möchten sie untersuchen, ob sich Menschen je nach "Verdrahtung" ihres Gehirns auch tatsächlich unterschiedlich verhalten.
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