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Renaissance des EEG

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(idw). Prof. Dr. Stefan Debener ist der neue Leiter des Biomagnetischen Zentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Der 40-Jährige kam aus Southampton nach Jena, um hier gemeinsam mit Psychologen, Neurologen, Medizinphysikern und Mathematikern zu untersuchen, welche Aktivitäten des Gehirns dem Denken, der Wahrnehmung und dem Handeln zugrunde liegen. Stefan Debener piekst sich mit zwei Zirkelspitzen in den Handrücken, um eine seiner Fragestellungen zu illustrieren: "Wenn der Abstand der Spitzen klein genug ist, nehme ich nur noch einen Stich wahr. Die Unterscheidungsfähigkeit beim Fühlen lässt sich aber deutlich verbessern, wenn man auf den stimulierten Arm schaut, auch wenn man die Spitzen selbst dabei nicht sieht." Wie sich diese Beeinflussung des Sehens auf das taktile Empfinden anhand der dabei im Hirn ablaufenden Aktivierungsmuster erklären lässt, ist ein Forschungsthema von Debener und seinen Mitarbeitern. Der neu ernannte Professor für Computational Neuroscience vermutet, dass die Berücksichtigung anderer, nicht betroffener Sinne auch in der Rehabilitation sensorischer Ausfälle hilfreich sein kann. Die Wissenschaftler müssen dem Gehirn quasi beim Arbeiten zuschauen können, um die zugrunde liegenden Prozesse zu verstehen. Diese Möglichkeit eröffnen moderne bildgebende Verfahren und Messmethoden, die im Biomagnetischen Zentrum an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums zur Verfügung stehen und ständig weiterentwickelt werden. "Hier steht eines der modernsten Ganzkopf-MEG-Systeme der Welt. Damit können wir, ohne jede Nebenwirkungen für unsere Probanden und Patienten, Gehirnaktivität unter verschiedenen Bedingungen messen." Das sogenannte Magnetenzephalogramm (MEG) stellt dabei eine sehr leistungsfähige Ergänzung des älteren Elektroenzephalogramms (EEG) dar, das die elektrische Hirnaktivität erfasst. MEG und EEG messen mit großer zeitlicher Genauigkeit, allerdings ist die räumliche Auflösung nur gering. Eine genauere Lokalisation der aktiven Hirnareale ermöglicht das Verfahren der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT). Dieser Methode mangelt es jedoch an zeitlicher Präzision. "Durch die optimierte Auswertung von EEG und MEG können wir immer besser auf die aktiven Hirnregionen und ihre Wechselwirkungen schließen. Das klappt auch besser, weil wir diese Methoden seit einiger Zeit mit dem fMRT kombinieren können und so die jeweiligen Vorteile nutzen. Wir befinden uns in einer Phase der Renaissance von MEG und EEG", sagt Professor Debener.
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