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Warum Placebos wirken können

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(idw). Noch vor wenigen Jahren reagierten Mediziner skeptisch, wenn vom Placebo-Effekt die Rede war. Heute ist klar, dass man tatsächlich Leiden lindern kann, indem man die Patienten mit Zuckerkügelchen oder Kochsalzlösung "täuscht" und sie nur scheinbar medikamentös behandelt. Forschungen haben gezeigt, dass dieser Effekt durch hochaktive Prozesse im zentralen Nervensystem gesteuert wird. Dabei spielen sowohl die Erwartungshaltung als auch Lernprozesse eine wesentliche Rolle. Doch wie funktioniert das System und wie lässt es sich zum Wohle der Patienten steuern? Drei international anerkannte Experten aus der Placeboforschung haben sich zusammengetan, um diese Fragen an verschiedenen Krankheitsbildern zu untersuchen und so zu allgemeingültigen Aussagen über den Placebo-Effekt zu kommen. Beteiligt sind die Teams um Prof. Dr. Manfred Schedlowski vom Universitätsklinikum Essen, Prof. Dr. Paul Enck vom Universitätsklinikum Tübingen und Prof. Dr. Fabrizio Benedetti von der Universität Turin, Italien. Die VolkswagenStiftung fördert das Vorhaben mit rund 700.000 Euro. Um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen, werden die Forscher ihre Studien an gesunden Probanden und an Patienten mit verschiedenen Krankheiten durchführen und dabei vergleichbare Methoden verwenden. Im Einzelnen umfasst das Forschungsprojekt Experimente zur Placebo-Antwort bei Übelkeit und gastrointestinalen Störungen (Enck, Tübingen), bei Immunreaktionen (Schedlowski, Essen) sowie bei Schmerzempfindung und beim Parkinson-Syndrom (Benedetti, Turin). Für das kooperative Forschungsvorhaben sind drei Jahre vorgesehen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Wissen um die Vorgänge im Gehirn dabei helfen wird, Placebos gezielt in der Klinik einzusetzen - z. B. um Medikamente niedriger dosieren zu können und dadurch Nebenwirkungen zu minimieren. Ein Einsatz dieser "Kopfmedikamente" könnte sicher auch dazu beitragen, negative Medikamentenfolgen, sogenannte Nocebo-Effekte, zu reduzieren. "Wir sind zuversichtlich", so Schedlowski, "dass die Ergebnisse aus diesen vergleichenden Studien letztendlich zu übergeordneten Handlungsempfehlungen führen können."
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