Perfektionistische Sportler sind im Vorteil
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(idw). "Im Hochleistungssport spielt Perfektionismus eine wichtige Rolle. Wir untersuchen, wie sich Perfektionismus auf die sportliche Leistung bei Elite-Athleten auswirkt", erklärt Prof. Oliver Stoll von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg den Ansatzpunkt des Forschungsthemas.
Ausgewertet wurden 138 Fragebögen, die die besten U16-Eishockeyspieler Finnlands in einem Sichtungstrainingslager des finnischen Eishockeyverbands zur Thematik Perfektionismus in ihrem Sport ausfüllten. Als Ergebnis konnte zwischen einer funktionalen und einer eher dysfunktionalen Seite des Perfektionismus unterschieden werden kann. "Beide Formen haben Vor- und Nachteile für die Sportler. Der Vorteil der eher dysfunktionalen Seite des Perfektionismus liegt in einer Steigerung der zentralnervösen Aktivierung, die mitunter für eine optimale Leistung notwendig ist. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass der Sportler versucht, der eigentlichen Aufgabe auszuweichen und sich nur auf seine eigene Leistung konzentriert. Darüber hinaus beginnt der Sportler sich zu demontieren und hadert mit sich selbst und seinem Teamkollegen, wenn das vorgenommene Ziel nicht erreicht wird. Der Vorteil der funktionalen Seite des Perfektionismus ist, dass sich solche Elite-Athleten sehr anspruchsvolle, aber realistische Ziele setzen können und diese dann auch weiter verfolgen. Gerade um die negativen Aspekte von Perfektionismus abzupuffern, muss der Athlet in der Lage sein, seine Emotionen zu regulieren, und dabei kann der Sportpsychologe den Sportler unterstützen", erläutert Stoll die Forschungsergebnisse und deren Bedeutung.
Insbesondere der Aufgabe der Emotionsregulation widmete sich Prof. Stoll auch bei der Betreuung der Wasserspringer zu den Olympischen Spielen in Peking, beispielsweise bei Andreas Wels (Halle) und Tobias Schellenberg (Berlin), die wegen Rückenproblemen von Schellenberg nicht zum Einsatz im Synchronspringen vom Brett kamen.
Heike Fischer hingegen, die mit Ditte Kotzian Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett und damit die erste Medaille für Deutschland geholt hatte, habe sich in Peking als Ergebnis ihres sportpsychologischen Trainings selbst regulieren können, meint der Sportpsychologe, der mit der Sportlerin nach einem missglückten zweifachen Auerbach-Salto vor gut einem Jahr ein Angstbewältigungsprogramm absolviert hatte.
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