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(idw). Bewusstseinstrübungen, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Erbrechen - ein Höhenhirnödem ist eine gefährliche Erkrankung, die bei Bergsteigern in Höhen ab 4000 Metern auftreten und innerhalb von 24 Stunden zu Koma und Tod führen kann. In der "dünnen Luft" mangelt es an Sauerstoff, die Blutgefäße schlagen leck und Flüssigkeit sammelt sich im Hirngewebe an. Da sich das Gehirn im knöchernen Schädel nicht ausdehnen kann, kommt es zum gefährlichen Druckanstieg.
Das Höhenhirnödem kommt selten vor, endet aber häufig tödlich. In Höhen zwischen 4000 und 5500 Metern sind zwischen 0,5 und 1,5 Prozent der Bergsteiger betroffen; 40 Prozent der Erkrankten überleben einen Anfall nicht.
Mit Hilfe der MRT, die Gewebestrukturen detailliert darstellt, hat Prof. Peter Bärtsch vom Universitätsklinikum Heidelberg in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Göttingen und Erlangen erstmals überlebende Betroffene untersucht: Bei allen Bergsteigern waren im so genannten Balken - der Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften - Eisenablagerungen als Zeichen von Mikroblutungen zu sehen, obwohl die Hirnschwellung bereits zwischen zwei und 31 Monate zurücklag und die Sportler keinerlei Beschwerden mehr verspürten.
"Bei Patienten, die nur von der Bergkrankheit aber nicht von einem Höhenhirnödem betroffen waren, konnten wir keine Mikroblutungen feststellen", sagt Professor Bärtsch. Die Bergkrankheit geht ebenfalls mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit einher und wird als Vorstufe des Höhenhirnödems angesehen. Dass die winzigen Lecks in den Gefäßen sich nun in einer nur etwa 30 Minuten dauernden Untersuchung feststellen lassen, eröffnet neue Möglichkeiten der Beratung: "Falls ein Bergsteiger tatsächlich ein Höhenhirnödem hatte, sollte er bei der nächsten Expedition in große Höhen sehr vorsichtig sein, langsam aufsteigen und eventuell vorbeugend Medikamente einnehmen", so der Heidelberger Sportmediziner und leidenschaftliche Bergsteiger Prof. Bärtsch. Die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg genießt unter Bergsteigern als Forschungs- und Beratungszentrum für Höhenmedizin einen sehr guten Ruf. Die Heidelberger Experten kooperieren mit einem Krankenhaus in Nepal, in dem viele Höhenkranke zur Erstversorgung eintreffen - häufig junge Bergsteiger, die sich auf ihre gute körperliche Verfassung verlassen und die empfohlenen Ruhezeiten nicht einhalten.
"Es kann den Fittesten treffen", warnt Prof. Bärtsch. "Der beste Schutz vor Höhenkrankheiten ist ein langsamer Aufstieg. Die Schlafhöhe sollte über 2500 m pro Tag um nicht mehr als 300 bis 500 m steigen." Ein Gipfel lässt sich eben nicht erstürmen - sondern höchstens erklimmen.
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