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Gesündere Früchte durch Hefeextrakte

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(idw). Es klingt wie der Traum aller Gärtner: Ein zu 100 Prozent biologisches Pflanzenschutzmittel, das Äpfel und Birnen ohne Chemie vor Krankheiten schützt - und gleichzeitig auch noch den ernährungsphysiologischen Wert des Obstes steigert. Genau daran arbeiten Agraringenieure der Technischen Universität München (TUM). Sie erforschen einen Hefeextrakt, der zugleich umweltfreundliches Spritzmittel und Qualitäts-Booster für die behandelten Früchte ist. Feuerbrand und Apfelschorf – das sind von Obstbauern gefürchtete Krankheiten. Bisher werden sie in der Regel mit der industriellen Keule behandelt: Antibiotika und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind die Mittel der Wahl.

Bio-Obstbauern greifen stattdessen auf Hefepräparate zurück. Aber so richtig zufrieden sind sie mit der natürlichen Alternative bisher nicht, denn oft wirkt die natürliche Substanz nicht verlässlich. Die TUM-Forscher vom Fachgebiet Obstbau des Wissenschaftszentrums Weihenstephan gehen das Problem an: Sie ergründen den Wirkmechanismus des umweltfreundlichen Spritzmittels - und wollen es dann so standardisieren, dass das Präparat in großem Stil eingesetzt werden kann. Dazu untersuchen die Forscher natürliche Pflanzenschutzpräparate auf der Basis des Hefepilzes Aureobasidium pullulans. Warum dieser Pilz das Obst vor Feuerbrand und Apfelschorf schützt, haben sie durch Experimente bereits fast entschlüsselt: Offenbar können die speziellen Hefen den Verteidigungsstoffwechsel von Obstgehölzen stimulieren.

Gleichzeitig sind bioaktive Pflanzenstoffe aber auch für den Menschen sehr wertvoll: Ernährungsmedizinische Studien zeigen, dass diese natürlichen Abwehrstoffe als Antioxidantien und Radikalfänger wirken und unsere Körperzellen vor Krebs schützen können. So kann eine Behandlung mit Hefeextrakten Früchte gleich doppelt gesünder machen: zunächst am Baum - und dann auch für die Gesundheit des Menschen. Dass das so gespritzte Obst keine chemischen Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln enthält, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Jetzt konzentrieren sich die Obstbau-Forscher am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM darauf, ihre Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen. Dafür untersuchen sie mit einem selbst entwickelten Laborverfahren Hefepräparate, die schon auf dem Markt sind und testen die besten Mischungen anschließend draußen an Apfel- und Birnbäumen. Ihr Ziel: Die reproduzierbare industrielle Herstellung eines verlässlich wirksamen Hefepräparats. "Bis es soweit ist, wird es wohl noch einige Jahre dauern", schätzt Prof. Dieter Treutter vom Fachgebiet Obstbau der TUM. "Aber wir sind jetzt schon sicher, dass das umweltfreundliche Verfahren den Obstbau revolutionieren wird."
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