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Fluide Intelligenz lässt sich steigern

Newstelegramm vom 07.05.08
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(idw). Intelligenz kann in eine fluide und in eine kristalline Komponente unterteilt werden. Unter kristalliner Intelligenz versteht man den Gebrauch von Wissen, Fertigkeiten und Erfahrung. Demgegenüber wird unter fluider Intelligenz die Fähigkeit verstanden, neue Probleme zu lösen oder sich generell an neue Situationen anzupassen. Entsprechend ist fluide Intelligenz wichtig für viele kognitive Bereiche und wird als einer der wichtigsten Faktoren für Lernen angesehen. Die bisherige Forschung hat durch Tests gezeigt, dass sich die fluide Intelligenz lediglich durch das Training des Tests selbst steigern lässt. Beim Training einer vom Intelligenztest unterschiedlichen Aufgabe hingegen funktioniert dies nicht. Entsprechend wurde bisher angenommen, dass fluide Intelligenz angeboren und unveränderbar ist. An der Universität Bern hat nun aber ein Team von Psychologen um Prof. Walter Perrig ein kognitives Trainingsprogramm entwickelt, welches gesteigerte fluide Intelligenzleistungen zur Folge hatte. In der Studie absolvierten die Versuchspersonen zunächst einen Vortest mit einem Standardverfahren zur Erfassung von fluider Intelligenz. Die Versuchspersonen trainierten dann entweder 8, 12, 17, oder 19 Tage lang mit der Trainingsaufgabe des Berner Programms. Dieses beinhaltet komplexe Aufgaben, um das Arbeitsgedächtnis zu trainieren. Das Arbeitsgedächtnis ist zuständig für die vorübergehende Speicherung von Information, für die Planung, die Koordination und die Kontrolle bei der Durchführung von Aufgaben und für die Hemmung von störenden oder unwichtigen Einflüssen. Nach Beendigung dieses Trainings wurden die Versuchspersonen wiederum auf fluide Intelligenz getestet und ihre Leistungen wurden mit jenen von untrainierten Gruppen verglichen. Obwohl die Intelligenzleistung der untrainierten Gruppen aufgrund des Übungseffekts ebenfalls leicht anstieg, war die Verbesserung der trainierten Gruppen viel stärker und wurde mit zunehmender Trainingszeit größer. Das heißt: Je länger das Training mit dem Programm andauerte, desto größer war die Steigerung der fluiden Intelligenzleistung. "Interessant dabei ist, dass die Aufgaben des Trainingsprogramms sich völlig unterscheiden von denen des fluiden Intelligenztests", meint Walter Perrig. "Wir gehen davon aus, dass ein Transfer von den im Arbeitsgedächtnis trainierten Prozessen auf die Intelligenz stattfindet - dass also unser Programm Prozesse im Gehirn verbessert, welche für die Aufgabenlösung in vielen Bereichen relevant sind." Die Forschenden versprechen sich von den Ergebnissen wichtige Inputs für die Intelligenztheorie und viele Anwendungsmöglichkeiten zur Verbesserung von Denkleistungen im Alltag, in schulischen und beruflichen Bereichen und in der Rehabilitation. Weitere Informationen: http://www.kommunikation.unibe.ch/medien/mitteilungen.html
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