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"Frühwarnsystem" vor Gang- und Gleichgewichtsstörungen

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(idw). Menschen mit schwerwiegenden Veränderungen der sogenannten weißen Gehirnsubstanz neigen stärker zu Gang- und Gleichgewichtsstörungen im Alter als Menschen, deren Gehirn diese Abweichungen nicht zeigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Neurologen des Mannheimer Universitätsklinikums gemeinsam mit Kollegen aus elf europäischen Forschungszentren durchgeführt haben. Veröffentlicht wird sie dieser Tage in der renommierten Fachzeitschrift Neurology. Hauptautor des Artikels ist Privat-Dozent Dr. Hansjörg Bäzner, Leitender Oberarzt an der Neurologischen Universitätsklinik. "Ein unsicherer Gang und Stürze im Alter sind häufige Ursachen für Behinderungen und Bettlägerigkeit." Mit diesen Worten erklärt Bäzner, warum die neuen Erkenntnisse so wertvoll sind, und fährt fort: "Je früher wir die Anzeichen erkennen, die zum möglichen Verlust der körperlichen Beweglichkeit führen, desto besser können wir Lebensqualität auch im hohen Alter erhalten." Um motorischen Unsicherheiten vorzubeugen, empfiehlt Bäzner älteren Menschen vor allem regelmäßige körperliche Betätigung, zum Beispiel in Form von längeren Spaziergängen oder gezielten gymnastischen Übungen. Warum sich bei manchen Menschen die weiße Gehirnsubstanz stärker verändert als bei anderen, können Wissenschaftler noch nicht mit Sicherheit erklären. Doch scheint festzustehen, dass dies häufig dann der Fall ist, wenn eine bestehende Bluthochdruck-Erkrankung nicht ausreichend behandelt wird. Wichtig sind daher nicht nur Gymnastik und Gleichgewichtsübungen, sondern ab einem Alter von etwa fünfzig Jahren regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks. Im Rahmen der Studie, die unter dem Namen LADIS (Leukoaraiosis and Disability) erschienen ist, unterzogen sich 639 Männer und Frauen zwischen 65 und 84 drei Jahre lang Untersuchungen des Gehirns. Parallel dazu wurde ihr Gang untersucht und die Fähigkeit getestet, das Gleichgewicht zu halten. 284 Personen wiesen nur leichte Veränderungen der weißen Gehirnsubstanz auf. Bei 195 waren die Veränderungen mäßig und bei 158 auffallend stark ausgeprägt. Bei letzteren war die Wahrscheinlichkeit für eine Beeinträchtigung des Gehens und der Balance doppelt so hoch wie bei der ersten Gruppe - das Gleiche galt bezüglich bereits vorgekommener Stürze.
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