(idw). Dass man die Kontrolle über sein eigenes Verhalten verlieren könnte, ist für die meisten Menschen eher beängstigend. Dabei passiert genau das jede Nacht. Denn das weitaus beeindruckendste Merkmal des Schlafes ist der Verlust unseres Bewusstseins und damit einhergehend der Kontrolle unseres Verhaltens. Die Frage, welche Funktion dieser Bewusstseinsverlust hat, rückt zunehmend in das Interesse moderner Neurowissenschaften. Zur Eröffnung der Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP), die vom 4. bis 7. Oktober stattfand, sprach Prof. Dr. Born, Direktor des Instituts für Neuroendokrinologie an der Universität Lübeck, am 5. Oktober genau zu diesem Thema. In seinem öffentlichen Festvortrag erklärte er, warum "Lernen im Schlaf - kein Traum" ist. Eine Vielzahl von Studien zeigen nämlich, dass Schlaf Gedächtnisspuren verfestigt. Schlaf führt z.B. zu einer Verbesserung von Fertigkeiten, die zuvor trainiert wurden, und zu einer Vermehrung expliziten Wissens, etwa im Rahmen von Problemlöseaufgaben.