Emotionen machen auf einem Auge blind
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(idw). Trauer, Zorn, Freude, Angst – das alles sind alltägliche menschliche Emotionen. Wenn sich solche oder andere Gefühle auf einem Gesicht spiegeln, dann nimmt der Mensch diese Information bevorzugt wahr. Neutrale visuelle Reize blendet er in diesem Moment weitgehend aus. Das haben Psychologen von der Universität Würzburg bei Experimenten gezeigt. Sie beschreiben ihre Ergebnisse in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts Emotion. "Die bevorzugte Wahrnehmung emotionaler Informationen ermöglicht es uns, schnell und effektiv auf bedeutsame Ereignisse zu reagieren", erklärt der Psychologe Georg W. Alpers. Allerdings gibt es dem Wissenschaftler zufolge bislang nur wenige experimentelle Daten, die beweisen, dass emotional relevante Bilder tatsächlich auch andauernd intensiver wahrgenommen werden als neutrale Eindrücke. Hierfür haben die Würzburger Psychologen jetzt neue Belege erarbeitet. "Die Welt, wie wir sie sehen, ist nicht objektiv. Was wir sehen, wird dadurch beeinflusst, welche Bedeutung die verschiedenen Dinge für jeden Einzelnen von uns haben. Und Emotionen haben offensichtlich für uns Alle eine große Bedeutung", so das Fazit von Alpers Mitarbeiterin Antje Gerdes. Derzeit arbeitet die Forschungsgruppe mit Patienten, die an einer Spinnenphobie leiden. Die Psychologen wollen herausfinden, ob diese Menschen Spinnen tatsächlich stärker wahrnehmen. Sie hoffen auf neue Erkenntnisse über Phobien und auf verbesserte Therapiemöglichkeiten.
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