Wie der Schlüssel das Schloss verändert
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(idw). Ob Maiglöckchen oder Flieder oder die Bratwurst auf dem Grill - alles was duftet, riecht oder stinkt, gelangt in Form von Geruchsmolekülen in unsere Nasen. Dort treffen diese auf die Riechsinneszellen. Über mehrere Hundert dieser Sinneszellen verfügt die Nase eines Menschen. Und alle funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Die Geruchsmoleküle in der eingeatmeten Luft binden an spezielle Empfangsstationen - so genannte Rezeptoren - auf den Riechsinneszellen. Im Inneren dieser Zellen werden dann Botenstoffe freigesetzt, die wiederum an anderen Rezeptoren in der Zellmembran andocken und ein elektrisches Signal auslösen. "So wie ein Schlüssel nur in ein bestimmtes Schlüsselloch passt, binden die Botenstoffe nur an bestimmte Rezeptoren", sagt Prof. Dr. Klaus Benndorf von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Doch anders als im Falle eines echten Schlosses, ändert ein Rezeptor nach der Bindung des passenden Botenstoffes seine Form, so als würde der Schlüssel das Schloss verändern. "Erst diese Veränderung löst das Signal aus, das schließlich bis zum Gehirn weitergeleitet wird", erklärt Benndorf. Im Falle der Riechsinneszellen wird ein Kanal geöffnet, durch den bestimmte Ionen die Zellmembran passieren können. Doch nicht nur unser Geruchssinn arbeitet nach diesem Prinzip der Wechselwirkung zwischen Botenstoff und Rezeptor. "Es handelt sich um ein universelles Prinzip, das in jeder lebenden Zelle vielfach vorkommt", so Prof. Benndorf. Ebenso beruht die Wirkung von Hormonen oder Medikamenten darauf, dass sie passgenau an Rezeptoren binden und erst dadurch ihre Wirkung entfalten.
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