DE
  • DE
  • EN
  • ES
  • PT
  • FR
  • IT
  • 中文
  • TR
  • NL


Das gläserne Gehirn

Alle News anzeigen
 Vorherige  Nächste
(idw). "Wenn man ein ganzes Mäusegehirn in eine spezielle ölige Lösung gibt, so wird es 'gläsern' und kann im Ultramikroskop mit einem Laserstrahl von der Seite schichtweise durchleuchtet werden", erklärt Hans-Ulrich Dodt, Professor für Bioelektronik an der TU Wien. Die ölige Lösung und das Protein des Gehirns haben den gleichen Brechungsindex. So wird erreicht, dass das Gehirn mit dem Laser durchstrahlt und das neuronale Netzwerk sichtbar wird. Dodt: "Man kann sich das vorstellen wie bei einem Tropfen Öl auf einem Blatt Papier, das an dieser Stelle auch durchsichtig wird." Hirnforscher träumen schon geraume Zeit davon einmal alle Nervenzellen mit ihren Verbindungen im Gehirn dreidimensional darstellen zu können. Dodt und seine Mitarbeiter sind diesem Ziel mit ihrer Arbeit nun ein erhebliches Stück näher gerückt. Aus den einzelnen Laserschichtbildern konnten die WissenschafterInnen am Computer eine 3D-Rekonstruktion erstellen. Gefäße oder Nervenzellen wurden mit Hilfe von Fluoreszenzmarkierungen im Gehirn in grüner Farbe zum Leuchten gebracht. Dank 3D-Visualisierung und hoher Auflösung dieser Zellstrukturen ist es möglich am Computer eine Art Flug durch das Gehirn zu simulieren. Der Hippocampus (Kurzzeitgedächtnis), der in seiner Struktur an ein Seepferdchen erinnert, ist dabei besonders interessant. Die Frage, wie dieser Teil des Gehirns mit Informationen umgeht und wie sich Synapsen im Zuge von Lernvorgängen verändern, steht im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Das Forschungsprojekt "Gläsernes Gehirn" begann der gelernte Mediziner und Physiker am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Dort beschäftigte er sich zwei Jahre lang mit der Entwicklung der optischen Methode und brachte sie nun an die TU Wien. Das wissenschaftliche Fachjournal "Nature Methods" publizierte die Forschungsarbeit in der letzten Ausgabe auf der Titelseite. In einem Folgeprojekt möchte Dodt auch weiterhin das komplexe neuronale Netzwerk der Großhirnrinde untersuchen und dabei verstärkt auf die Erforschung von neuronalen Krankheiten wie Alzheimer eingehen. In der Ultramikroskopie sieht Professor Dodt ein neues Werkzeug, das zum Verständnis der Anatomie des Gehirns beiträgt. Die Methode, die an eine Computertomographie mit höchster Auflösung erinnert, könnte in Zukunft auch im Unterricht von Studierenden eingesetzt werden. Bei einem Flug durch das gläserne Gehirn wird es für zukünftige MedizinerInnen mit Hilfe von Computersimulationen einfacher, das komplizierte Gewirr an Nervenzellen auf anschauliche Art und Weise verstehen zu lernen.
 Vorherige  Nächste
Einem Freund senden






Deutsch Fitness Deutsch Fitness Forum Espanol Foro Italiano Italiano Forum Forum Francais Forum Francais Forum Francais Forum Francais Diet Plan BodyBuilding Training 中文 中文 Sport & Fitness
Deutsch Fitness Deutsch Fitness Forum Español Fitness Italiano Fitness Italiano Fitness Forum Français Fitness Français Fitness Türkçe Fitness Türkçe Fitness Weight Loss Forum BodyBuilding Fitness Forum 中文 Fitness Sport and Fitness