(idw). Neue Experimente am Institut für Neurobiologie der Universität Heidelberg ermöglichen tiefere Einblicke in die komplexe Funktion des Gehirns. In ihrer Arbeit befassen sich die Neurobiologen unter Leitung von Prof. Hilmar Bading - gemeinsam mit Forschern aus DKFZ und Universität Genf - mit der Untersuchung eines zentralen molekularen Schalters im Gehirn, dem so genannten NMDA-Rezeptor. Diese Rezeptoren sind von zentraler Bedeutung, da sie Lern- und Gedächtnisprozesse steuern, die Überlebensfähigkeit von Nervenzellen stärken können, andererseits aber auch Nervenzelltod verursachen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Bading hat nun das widersprüchliche Verhalten des NMDA-Rezeptors bezüglich Leben und Tod auf genetischer Ebene entschlüsselt. Mit Hilfe der Gene-Chip-Technologie wurden mehr als 40.000 verschiedenen Gene analysiert. Dies ergab, dass NMDA-Rezeptoren abhängig davon, wo sie auf der Zelloberfläche lokalisiert sind, verschiedene genetische Programme steuern, die entweder die Überlebensfähigkeit von Nervenzellen verstärken oder zu deren Tod führen. Für eine Reihe von neuen Genen konnte eine Nervenschutzfunktion gezeigt werden. Vor allem die Identifizierung des NMDA-Rezeptor-gesteuerten genetischen Überlebensprogramms eröffnet neue Perspektiven für therapeutische Ansätze zur Behandlung degenerativer Erkrankungen des Nervensystems wie der Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit.