Anabolika als Einstiegsdroge bei Jugendlichen
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(idw). Luitpold Kistler, der sich im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München mit den Auswirkungen von Steroiden auf den menschlichen Organismus beschäftigte, stellte im Rahmen seiner Forschungsarbeit fest: „Anabole Steroide werden immer noch so ein bisschen verniedlicht, auch gerade bei Jugendlichen, die probieren es meistens aus und merken am Anfang gar nicht, was eigentlich passiert und kommen dann aber meistens nicht mehr von diesen Steroiden weg und sind dann in einem Teufelskreislauf drin. Wenn man sich Befunde durchliest, im Internet, in der Literatur, dass etwa 22-jährige Patienten, die in einer Football-Mannschaft spielen und als kerngesund gegolten haben, dann tot auf dem Spielfeld liegen, dann sollte jedem klar sein, dass die Einnahme von Steroiden nicht gut ist.“ Zudem konstatiert Kistler, dass Menschen, die Muskelmacher einnehmen, häufig dazu neigen, auch andere Drogen zu konsumieren beziehungsweise nach Beendigung eines Anabolikamissbrauchs auf andere Substanzen umsteigen. Alleine schon durch das Training würden viele an ihre Schmerzgrenze gelangen. Viele beginnen dann, sich zu betäuben, mit Morphium, Marihuana und Diazepin. Besonders bei Jugendlichen sind Anabolika als Einstiegsdroge beliebt, wobei dadurch das Risiko für weiteren Drogenkonsum deutlich ansteigt. Kistler hat aus den Befunden und aus der Literatur heraus die Erfahrung gemacht, „dass da ein erhöhtes Potenzial besteht, mit Hasch, Alkohol, Heroin und Kokain weiterzumachen“. Auch im Breitensport ist der Anabolikakonsum stark angewachsen. Viele würden schon durch die Werbung auf ein Körperideal fixiert, dass man einen muskulösen Körper brauche, sonst sei man eben nichts. Luitpold Kistler stellte bei seinen Recherchen fest, dass die überwiegende Mehrzahl der Anabolika-Konsumenten sich nicht im Klaren über die gefährlichen Nebenwirkungen ist. Das Erschreckendste für ihn ist im Resümee, „dass eigentlich, wenn man sich einen Querschnitt durch die deutschen Fitness-Studios nimmt, 30 Prozent der männlichen Hobbysportler und 5 Prozent der weiblichen Hobbysportler gedopt sind“.
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