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Variable Vibrationsreize verbessern Koordinationsverhalten

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(idw). Frankfurter Sportwissenschaftler haben ein Training mit variablen Vibrationsreizen, so genannten "Stochastischen Resonanzen", entwickelt, das sowohl die Koordination bei Hochleistungssportlern wie auch bei Patienten mit Bewegungsstörungen deutlich verbessert. Diese ständig wechselnden Reize trainieren das Zusammenspiel zwischen Sensoren, Gehirn und Muskulatur und bewirken effizientere, an die jeweilige Anforderungssituation angepasste Bewegungsabläufe. Inzwischen wird die Stochastischen Resonanz-Therapie (SR-Therapie) in 250 europäischen Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen angewandt. Ihr Einsatzbereich ist vielfältig: Vor allem in der Rehabilitation von neurologischen Krankheitsbildern wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Querschnittslähmung, aber auch bei orthopädischen Läsionen wie Bänderrissen oder Osteoporose zeigen internationale Studien gute Erfolge. Prominente Sportler wie Kati Wilhelm, Ronny Ackermann und Hermann Maier nutzen in enger Kooperation mit den Frankfurter Wissenschaftlern die Stochastische Resonanz-Therapie zur Verbesserung ihrer Koordination und Reflexe. Das Training sieht folgendermaßen aus: Der Trainierende steht auf zwei Fußplatten, die sich mehrdimensional und mit einer Grundfrequenz zwischen vier und acht Hertz bewegen und zur beständigen Destabilisierung des Gleichgewichts führen. Um eine schnellere Wahrnehmung des Signals zu erreichen, wird die Grundfrequenz von zufälligen (stochastischen) Störfaktoren unterbrochen. Eine übliche Trainingseinheit dauert lediglich fünfmal eine Minute, denn mit diesen kurzen Zeitspannen wird vermieden, dass es zu Ermüdungsreaktionen im Nervensystem kommt. Auch die Erfolge bei der Behandlung von Patienten mit Parkinson und Multipler Sklerose (MS) sind beeindruckend. Bei der Behandlung von Parkinson-Patienten erreichten die Forscher, dass sich das Zittern durchschnittlich um 25 Prozent verringerte und sich die Steifigkeit um 24 Prozent verbesserte. Haas fügt hinzu: "Der Umfang der Symptomreduktion ist allerdings sehr unterschiedlich, bei rund einem Fünftel der Patienten können keine Veränderungen festgestellt werden. Gleichwohl sind die Resultate gut reproduzierbar." In einem spanisch-deutschen Kooperationsprojekt überprüften die Frankfurter mit Wissenschaftlern aus Sevilla, welche Effekte das SR-Training bei Patienten mit inkompletten Querschnittlähmungen auslöst. Je nach Grad der Rückenmarksschädigung kann bei diesen Patienten eine Wiederherstellung der Gehfähigkeit erreicht werden. Wahrscheinlich sorgt die Aktivierung von Nervenzellverbänden im Rückenmark (Central-Pattern-Generator), die unabhängig vom Gehirn als Rhythmusgeber arbeiten, für diese Resultate. Trotz zahlreicher positiver Effekte wollen die Frankfurter Wissenschaftler nicht den Eindruck erwecken, die SR-Therapie sei ein "Allheilmittel", das alle anderen Behandlungsansätze überflüssig macht. Dazu Schmidtbleicher: "Sowohl im Bereich des sportlichen Trainings als auch in der Therapie ist ein effektives Vorgehen generell durch verschiedene, aufeinander abgestimmte Maßnahmen gekennzeichnet."
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