(idw). Die Wahl des richtigen Sportprogramms trägt zur Integration von Schülern mit Migrationshintergrund bei. Zu diesem Ergebnis kamen Alexandra Volk (34), Manuela Eckhard (26) und Thomas Zulauf (27), alles Sportstudenten der Universität Kassel. Im Sportunterricht der Georg-August-Zinn-Schule in Kassel-Oberzwehren probierten sie verschiedene Sportprogramme aus und untersuchten deren Wirkung auf das Integrationsverhalten der Schüler. Mit Erfolg: Ihre Studie "Personale Integration und kooperative Gruppenleistung im Sportunterricht" gewann jetzt einen Preis: Mit 1500 Euro wurde die Arbeit am 24. November in Berlin unter Mitwirkung von Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble honoriert. Beim Wettbewerb des Bundesinnenministeriums "Was kann Sport leisten? Sport als Mittel von Verständigung und Integration" setzten sie sich gegen mehr als 100 Studierende durch und erlangten Platz Zwei. Die Schüler der Georg-August-Zinn-Schule kommen aus über 20 Nationen. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund ist auf der Kooperativen Gesamtschule hoch. Bei den in der Studie untersuchten Schülern lag er bei ca. 50 Prozent. Die Sportstudenten ließen Schülergruppen verschiedene Sportprogramme ausüben: die einen spielten Hockey, Tischtennis und Sportspiele, was einem traditionell sportartenspezifisch angelegtem Sportprogramm entspricht. Die anderen machten Übungen, die gegenseitiges Helfen, Sichern sowie Vertrauen erforderten: Sie kletterten und begingen Seilbrücken und -geländer, nahmen also an einem erlebnispädagogisch orientierten Sportprogramm teil. Das Ergebnis ist deutlich: Schüler mit Migrationshintergrund integrieren sich besser im erlebnispädagogisch orientierten Sportunterricht. Beim traditionell orientierten Sportunterricht verläuft es genau umgekehrt. Hier können sich die einheimischen Schüler besser integrieren. Der erlebnispädagogische Sportunterricht führt außerdem zu einer Verbesserung der kooperativen Gruppenleistung, wohingegen der traditionelle Sportunterricht diese verschlechtert.