Risiken bei Tabletten-Teilung
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(idw). Tablettenteilung ist in Deutschland häufig: Etwa ein Viertel aller Tabletten werden von ambulant behandelten Patienten vor ihrer Einnahme geteilt. Dies ist jedoch nicht immer unproblematisch, denn knapp zehn Prozent der zum Teilen verordneten Tabletten haben keine Bruchkerbe, so dass eine präzise Teilung schwierig ist. Bei ungefähr vier Prozent ist die Teilung sogar gefährlich für den Patienten. Für mehr als die Hälfte der geteilten Tabletten ohne Bruchkerbe stehen geeignete Medikamente als Alternative zur Verfügung, bei denen auf eine Teilung verzichtet werden kann und die oft sogar kostengünstiger sind. Dies sind die Ergebnisse einer Untersuchung, die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg im "European Journal of Clinical Pharmacology" veröffentlicht haben. Am häufigsten geteilt wurden in dieser Studie Medikamenten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zur Blutverdünnung und Senkung des Cholesteringehalts im Blut. "Das Tablettenteilen kann aus mehreren Gründen heikel sein", erklärt Professor Dr. Walter E. Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin VI der Universitätsklinik Heidelberg. Bei vielen Tabletten wird der Wirkstoff vor dem sauren Magensaft mit einem magensaftresistenten Überzug geschützt. Werden diese Tabletten geteilt, wird der Wirkstoff bereits im Magen freigesetzt, dabei zerstört und das Medikament wird unwirksam. Bei Tabletten mit einem sogenannten Retard-Überzug, der ihre Freisetzung verlängert, kann die Wirkung des Medikamentes verkürzt werden und das Risiko für Nebenwirkungen steigen. Auch Tabletten mit speziellen Überzügen, die den Wirkstoff vor einer Inaktivierung durch Luftsauerstoff, Licht oder Feuchtigkeit schützen oder einen unangenehmen Geschmack überdecken, können nicht ohne weiteres geteilt werden. Besonders zu beachten ist, dass selbst vermeintlich leicht teilbare Tabletten mit einer Kerbe nicht immer geteilt werden können, da es sich in manchen Fällen nur um eine irreführende "Schmuckkerbe" handelt. Ein Defizit besteht bei den Fachinformationen für Ärzte und den Beipackzetteln für Patienten: Sie gehen auf die Teilungsmöglichkeit von Tabletten nur unzureichend ein. Es ist daher für Patienten und Ärzte häufig nicht ersichtlich, ob die verordneten Tabletten zur Teilung geeignet sind. "Dies ist problematisch, da die Teilung von Tabletten in vielen Fällen erforderlich ist", erklärt Professor Haefeli, denn nur dadurch könne die Dosis individuell angepasst werden. Vor allem für ältere Menschen und Kinder stehen Arzneimittel nicht immer in der gewünschten Dosis zur Verfügung.
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