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Männer und Frauen empfinden Schmerz unterschiedlich

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(idw). Schmerz ist eine sehr komplexe und multidimensionale Wahrnehmung, die durch eine Vielzahl verschiedener biologischer und psychosozialer Variablen beeinflusst wird. Ein klinisch bisher wenig beachteter und wissenschaftlich erst in den letzten Jahren in den Vordergrund gerückter Faktor ist das Geschlecht des Patienten. Verschiedene systematische Untersuchungen unter standardisierten Bedingungen weisen darauf hin, dass die Schmerzempfindlichkeit bei Frauen generell größer ist als bei Männern. Frauen im gebärfähigen Alter zeigen so zum Beispiel generell eine niedrigere Schmerzschwelle sowie eine geringere Toleranzschwelle auf Schmerzreize unterschiedlicher Modalität (Hitze, mechanische Reize, elektrische Reize, etc.). Hierbei scheint allerdings nicht nur das Geschlecht, sondern auch der Hormonstatus bei Frauen eine Rolle zu spielen. Experimentelle Untersuchungen weisen auf eine deutliche Abhängigkeit der Schmerzempfindlichkeit bei Frauen vom Menstruationszyklus hin. Eine hormonelle Abhängigkeit der Schmerzempfindung bei Frauen wird aus klinischer Sicht schon lange vermutet. So sind gerade bei Frauen im gebärfähigen Alter chronische oder wiederkehrende schmerzhafte Erkrankungen auffallend häufig zu finden. Neuere Untersuchungen zeigen nun Zusammenhänge zwischen Hormoneffekten und der Entstehung von Schmerzen auf. So unterliegt etwa die Ausschüttung verschiedener Neurotransmitter wie Serotonin, Acetylcholin, Dopamin und beta-endorphine Veränderungen im Plasma-Östrogenspiegel. "Ein durch sinkende Östrogenspiegel ausgelöster Abfall von Serotonin scheint hemmende Effekte an einem bestimmten Rezeptor zu verhindern und damit das Auslösen von Kopfschmerzen zu begünstigen", erläutert Prof. Pogatzki-Zahn. Auch die Erregbarkeit von Kontaktstellen zwischen Nervenzellen (Synapsen) im zentralen Nervensystem und die Expression verschiedener Rezeptoren scheinen vom hormonellen Status abzuhängen. "All diese Erkenntnisse aus experimentellen Untersuchungen sind wahrscheinlich nicht unerheblich für die Entstehung und Therapie von klinisch relevanten Schmerzzuständen", so Prof. Pogatzki-Zahn.
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