Alles Bio, aber bitte nicht teuer!
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Immer mehr Verbraucher greifen heute zu Bio-Produkten. Darauf haben sich inzwischen auch Discounter wie Lidl oder Aldi eingestellt. Aber drückt die massenhafte Nachfrage der Discounter die Preise bei den Erzeugern? Wachstumsimpulse sind durch eine geschickte Aufteilung des Marktes in Segmente auch ohne zu starken Preisdruck auf die Erzeuger möglich, sagen Wissenschaftler der Universität Bonn in einer jetzt veröffentlichten Studie. Durch ihre Öko-Verordnung beeinflusst die Europäische Union die Kosten der Bio-Erzeugung und -vermarktung, indem sie Mindestanforderungen für Bio- oder Öko-Produkte festlegt. Strenger und damit in der Umsetzung teurer als die Vorschriften der EG-Öko-Verordnung sind die der Bio-Anbauverbände wie Bioland oder Demeter. Die größten Kostenunterschiede im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft entstehen allerdings dadurch, dass die Bio-Erzeugung und -Verarbeitung in kleineren und deshalb teureren Betriebseinheiten stattfindet. Dabei ist der Markt für Bio-Produkte durch ein Spannungsverhältnis gegensätzlicher Verbraucherwünsche gekennzeichnet: Einerseits erwartet man von Bio-Waren, dass sie aufwändiger erzeugt und anders vermarktet werden als konventionelle Produkte. Andererseits sollen sie im normalen Supermarkt zu niedrigen Preisen und in einer breiten Produktpalette erhältlich sein, die auch die so genannten "Convenience-Produkte" einschließt. Dieser Widerspruch ist nur schwer aufzulösen. Als Lösung schlagen die Bonner Wissenschaftler vor, den Markt in Segmente aufzuteilen, da sie beobachtet haben, dass verschiedenen Gruppen von Konsumenten unterschiedlich großen Wert auf die Abgrenzung der Bioprodukte vom herkömmlichen Angebot erwarten. Ein Hochpreissegment sollte Kunden beliefern, denen die Erzeugung und Verarbeitung unter strengeren Auflagen und in kleineren Betrieben wichtig ist und die dafür auch bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. Ein anderes Marktsegment wendet sich an Verbraucher, die Bio-Produkte im Supermarkt an der Ecke zu einem deutlich geringeren Preis wünschen. Diese Zielgruppe toleriert eher Kostensenkungen durch Vergrößerung von Betrieben und eine Eingliederung der ökologischen Wertschöpfungskette in den konventionellen Bereich und kann damit leben, dass diese Produkte gerade so den Mindestanforderungen der EU-Öko-Verordnung genügen.
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