Serotonin und GLYX...
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Um es vorweg zu nehmen:
Ich habe eine Essstörung, die sog. Binge-Eating-Störung. Dabei handelt es sich um Fressattacken, in welcher die/der Betroffene innert kürzester Zeit
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19.05.2006, 15:59
Serotonin und GLYX...
#1
Serotonin und GLYX...
Hallo zusammen!
Um es vorweg zu nehmen:
Ich habe eine Essstörung, die sog. Binge-Eating-Störung. Dabei handelt es sich um Fressattacken, in welcher die/der Betroffene innert kürzester Zeit Unmengen von Kalorien (meist Zucker- und Fetthaltiges) zu sich führt, ohne es danach (leider) wieder loszuwerden.
Nachdem ich mich vor einem Jahr dazu entschieden habe, meine 85 Kilos zu reduzieren, dies mit WW machte, erreichte ich bei einer Körpergrösse von 174 cm im März ein Tiefstgewicht von 45.5 Kilos.
Alles schrie: MAGERSUCHT. Ich konnte mich dagegen wehren, wie immer ich wollte, denn ich legte nie ein anorektisches Essverhalten an den Tag, sondern stets ein Überessen-Verhalten (nur, dass ich natürlich keine Berge von Süssigkeiten, sondern Berge von Gemüse in mich reinstopfte, um SATT zu werden).
Das zweite: mein Sättigungsgefühl ist von Kind an gestört. Bei mir heisst "SATT" = "PLATZ".
Nun, seit drei Wochen, leide ich nun wieder an meiner Grund-Essstörung, dem Überessen... Innert dieser drei Wochen habe ich nun ganze 6 Kilos angefuttert (bei meinem Untergewicht wahrscheinlich völlig logisch).
Während mich diese Fressanfälle schier zur Verzweiflung treiben und ich in einem Sumpf schrecklichster Depressionen herumwate (ja, ich gehe in eine Psychotherapie, muss sogar wahrscheinlich nun Medikamente nehmen), lese ich ein Buch, welches "Ausstieg aus der Zuckersucht" heisst.
Alles, was darin beschrieben wird, muss ich bestätigen... Alles trifft genau auf mich zu: eine absolut ungenügende Produktion von Serotonin...
Leider kommt nun die Autorin am Schluss des Buches zum Schluss, dass man den Ausstieg aus der Zuckersucht und damit ein Halten des Serotonin-Spiegels auf einem Level, der einen nicht mehr zu süchtigem Verhalten treibt, nur damit schaffen könne, indem man die "richtigen" Nahrungsmittel konsumiert.
Sprich: ich sollte keinen Zucker, kein Brot überhaupt nix mehr leckeres essen dürfen, dann ginge es mir gut... Alles wird dann auch noch erklärt mit dem glykämischen Index...
Ich hätte das Buch am liebsten in eine Ecke geschmissen!!!
Aber, grundsätzlich frage ich nun doch hier mal nach: hat sich jemand schon einmal mit diesen Neurotransmittern, den Gehirn-Botenstoffen etc. beschäftigt und hat einen Zusammenhang mit dem Anstieg des Blutzucker-Gehalts, dem GLYX-Ding und dem Insulin festgestellt?
Ist das echt der einzige Weg aus der "Zuckersucht", indem ich gänzlich auf Süssigkeiten verzichten muss?
Bis jetzt hatte ich immer noch die Hoffnung, dass ich es irgendwann schaffe, "Normal" zu essen... Aber, dieses Buch lässt mir da wieder keinen Raum, so dass ich gleich wieder in Depressionen verfalle und ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer-Kügelchen einwerfe... *grummel*
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19.05.2006, 16:35
Serotonin und GLYX...
#2
Keine Sorge. Der Blutzucker wird bei gesunden Menschen stets "normal" gehalten. Hier stet da Wichtigste dazu:
http://gin.uibk.ac.at/thema/sportund...kaemindex.html
Lasse es Dir schmecken.
Das Buch lässt Dir keinen Raum? Dann schaffe Dir Raum und schmeiße es nicht in die Ecke, sondern in den Müll.
Gruß
Sascha
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19.05.2006, 16:42
Serotonin und GLYX...
#3
Hallo! 
Ich hatte in Biologie Neurophysiologie. Neurotransmitter sind ja die Stoffe, die zur weiterleitung von Aktionspotenzialen an den Synapsen der Nervenfasern notwendig sind. Hierbei wird glaube ich (wen ich mich richtig erinnere) ATP (Adenintriphosphat) zur wiederherstellung des Ruhepotenzials an gleicher Synapse benötigt. Wenn ich mich an die Genetik-Stunden erinnern könnte :S
könnte ich auch erklären wie ernährung und ATP und die ganze Sache zusammenhängen. Aber ich glaube anstelle meiner sehr "Anfänger-mäßigen" Erklärungen wäre es besser das ganze mal in einem Buch nachzuschlagen 
Vielleicht mach ich das gleich noch, muss noch watt streichen :P
Wenn nicht: Sorry. Dan dauert es halt länger.
Ich wünsch dir viel Erfolg beim Durchhalten.
MFG: Kata
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19.05.2006, 19:54
Serotonin und GLYX...
#4
hallo krihama!
gratuliere, du hast bereits einen grossen schritt geschafft. du bist dir deiner essstörung bewusst und hast professionelle hilfe gesucht!
deine weiteren schritte solltest du mit deinem therapeuten besprechen. er sollte bei deiner behandlung vertrauensperson nr. 1 sein. besprich alle deine zweifel und wünsche mit ihm/ihr. falls notwendig wird er dir auch medikamente empfehlen um dir verhaltensänderungen zu erleichtern.
serotonin ist (wie du bereits weißt) ein botenstoff im gehirn. kein nahrungsmittel und vor allem keine diät der welt haben darauf einen einfluss. lass dich weder von büchern, noch von sonstigen informationen aus dem net, etc. ..... verunsichern. es ist für dich sicherlich nicht hilfreich von binge-eating in die nächste diät zu wechseln. dein grosses ziel ist schliesslich das erlernen eines normalen essverhaltens und sättigungsgefühls. 
weiterhin alles gute!
uschi
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19.05.2006, 21:26
Serotonin und GLYX...
#5
hi krihama,
wenn du nicht geschrieben hättest, dass du bereits in therapeutischer behandlung bist, hätte ich dir geraten dir einen therapeuten zu suchen
habe das gleich problem wie du. und ich nehme medikamente da es sich bei mir nicht um eine zeitweise phase handelt, sondern depression und eßstörung seit langem hand in hand gehen.
der spruch meiner ärztin, "das leben ist zu kurz und zu schön, um dauerhaft zu leiden", hat es mir sehr erleichtert mit der einnahme von antidepressiva zu beginnen und zu leben. (und voraussichtlich muss ich das mein leben lang)
da psychische kranke menschen gesellschaftlich noch immer stark stigmatisiert werden, ist es ziemlich schwierig dazu zu stehen. versuche immer mir klar zu machen, dass ich auch an diabetes hätte erkranken können und aus diesem grund lebenslang medikamente nehmen müßte....
naja, und was das mit dem serotonin über süßigkeiten angeht habe ich das auch durch medikamente nicht völlig abgelegt. und mein laster ist immer noch die schokolade. die essanfälle waren aber schon deutlich schlimmer.
was mir zu den essanfällen grad noch einfällt...wenn man über längere zeit gestresst ist werden die zuckerreserven des körpers aufgebraucht. um weiter leistungsfähig zu sein, benötigt der körper aber unter anderem auch zucker...so kommt es dann ebenfalls zu freßanfällen, körper holt sich was erbraucht....
streßreduktion wäre also auch ein wichtiger faktor den du in deine überlegungen einbeziehen könntest. schätze, da kann dir dein therapeut auch weiterhelfen.
wünsche dir viel glück!!!
spaghetti
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20.05.2006, 09:27
Serotonin und GLYX...
#6
Schokolade ist leider nicht so der "Zuckerbefriediger", wie allgemein geglaubt wird: Der hohe Fett- und Kakaoanteil verzögern das Verlassen des Magens und die Aufnahme ins Blut. Daher sind Lebensmittel wie Honig, eine trockene Semmel, Reiscräcker, Rosinen, eine reife Banane, etc. die bessere Wahl. Die "Wirkung" tritt recht schnell ein. Und wenn man sich auf eine kleine Portion beschränkt (sich vornehmen, nur eine Reiswaffel mit einem Klacks Honig zu gönnen und gründlich kauen und warten), wird es auch nicht in eine Orgie ausarten. Wichtig ist es, sich ein Ritual zurecht zu legen: Heißhunger auf Süßes (evt. nach Stress), Hinsetzen und zur Ruhe kommen, Heißhunger ist noch da? Miniportion ZUBEREITEN/ ZURECHTLEGEN (nicht einfach aus der Packung reißen und ins Gesicht stopfen), Essen und im Mund zergehen lassen, wieder hinsetzen und warten. Etwas trinken.
Wer das "Schokoladige" braucht, kann reines Kakakopulver hinzufügen (enthält keinen Zucker).
Wer Übrigens beim "normalen" Essen zum "Schaufeln" neigt, kann sich mit etwas Süßen VORHER schon etwas den "Appetit verderben"/ "vorbefriedigen. Denn nach dem Essen, kommt der Zucker erst viel später im Blut an, als wenn man ihn vorher zu sich nimmt.
Diese Tipps gelten im Übrigen nur, wenn man unbedingt glaubt (reine KOPFsache), etwas Süßes zu brauchen. Mit Komplexen KH und Sport (Insulineffektivität und effektiver Energiestoffwechsel) kann man langfristig genauso/ besser "glücklich" sein.
Allerdings muss man das erst einmal MACHEN und ÜBEN, so dass man es am eigenen Leib erfahren kann. Erst dann wird man auch überzeugt sein.
("Verhaltenstherapie").
Gruß und alles Gute
Sascha
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