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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #1 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 12:49
Benutzerbild von redfox
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redfox
Vogelgrippe?wirds langsam eng?

Hi!
mich würde mal interessieren, was ihr von der ganzen SAche haltet.
ich denke, Panik ist sicher nicht angebracht aber meiner Einschätzung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Virus auf den Menschen übergreift(bzw. sich von Mensch zu Mensch weiterverbreitet)
und dann haben wir den "Salat"..

außerdem sind mir die Medien zu ruhig, keine Spur von Panik und genau das kommt mir "spanisch" vor..Normalerweise sind die Medien die ersten, die laut schreien..

Hier noch ein paar Fragen (speziell an Kurt):

1.) Stimmt es, dass es nicht sicher ist ob Tamiflu überhaupt was hilft?

2.) Folgendes wurde mir von einem Polizisten gesagt, die ja schon einige Krisensitzungen hatten:
tamiflu kann man entweder vorbeugend nehmen (die teure Variante)
oder in der Zeit der Erkrankung, um es besser zu überstehen..und danach wäre man dann ja geschützt, da man den Virus ja gerade hatte.

3.) Folgendes ist mir auch zu Ohren gekommen: Der Virus ist für Leute mit gutem Immunsystem sogar noch gefährlicher, da der Virus so wirkt, dass sich das Immunsystem selber bekämpft?? kommt mir ein wenig seltsam vor..

4.) Wie ist deine Einschätzung der Situation? Würdest du jetzt Tamiflu auf "Lager legen"? Gehst du auch davon aus, dass es auf den Menschen übergreift.

mfg
martin,der zwar keine Panik hat aber die Sache langsam schon sehr besorgt verfolgt (aber Pute ess ich noch immer, obwohl der Preis immer noch nicht runter ist )!
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #2 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 13:09
Benutzerbild von Irongemse
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Beiträge: 322
Irongemse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hi Martin, Deinen Worten schließ ich mich an. Ich habe hier einen Link vom Auswärtigen Amt gefunden. Steht allerlei Informatives drin:

http://www.auswaertiges-amt.de/www/d...gelgrippe_html
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #3 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 13:31
Benutzerbild von kurt
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Beiträge: 4.826
kurt befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von redfox
Hi!
mich würde mal interessieren, was ihr von der ganzen SAche haltet.
ich denke, Panik ist sicher nicht angebracht aber meiner Einschätzung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Virus auf den Menschen übergreift(bzw. sich von Mensch zu Mensch weiterverbreitet)
und dann haben wir den "Salat"..

außerdem sind mir die Medien zu ruhig, keine Spur von Panik und genau das kommt mir "spanisch" vor..Normalerweise sind die Medien die ersten, die laut schreien..

Hier noch ein paar Fragen (speziell an Kurt):

1.) Stimmt es, dass es nicht sicher ist ob Tamiflu überhaupt was hilft?

2.) Folgendes wurde mir von einem Polizisten gesagt, die ja schon einige Krisensitzungen hatten:
tamiflu kann man entweder vorbeugend nehmen (die teure Variante)
oder in der Zeit der Erkrankung, um es besser zu überstehen..und danach wäre man dann ja geschützt, da man den Virus ja gerade hatte.

3.) Folgendes ist mir auch zu Ohren gekommen: Der Virus ist für Leute mit gutem Immunsystem sogar noch gefährlicher, da der Virus so wirkt, dass sich das Immunsystem selber bekämpft?? kommt mir ein wenig seltsam vor..

4.) Wie ist deine Einschätzung der Situation? Würdest du jetzt Tamiflu auf "Lager legen"? Gehst du auch davon aus, dass es auf den Menschen übergreift.

mfg
martin,der zwar keine Panik hat aber die Sache langsam schon sehr besorgt verfolgt (aber Pute ess ich noch immer, obwohl der Preis immer noch nicht runter ist )!
hallo martin,

zunächst einmal: es heißt das virus (nicht "der" virus).
zu 1: ja
zu 2: interessant, dass jetzt auch schon die polizei medizinische auskunft gibt . die vorbeugende einnahme von tamiflu ist nonsens. wenn man die influenza hat (oder die vogelgrippe, was aber sehr unwahrscheinlich ist), macht die einnahme sinn - wenngleich die wirkung nicht 100%ig gewährleistet ist.
zu 3: so ein quatsch! ein gutes immunsystem wird mit krankheitserregern besser fertig als ein weniger "starkes". wieso sollte ein influenzavirus ein autoimmungeschehen auslösen?
zu 4: zweimal "nein".

es besteht nicht der geringste grund zur panik. die wenigsten von uns haben mit geflügel so intensiven kontakt, dass sie deren kot inhalieren (zumindest gehe ich davon aus)

schönes wochenende, kurt
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #4 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 13:37
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Registriert seit: Feb 2006
Beiträge: 55
Xaver06 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
nun ja... wirklich aus der Ruhe bringt mich des ganze net,
aber als ich heute früh vor die Tür ging, flogen über mir auf einmal 2 große Schwärme Singvögel... und da dacht ich mir: Aha, jetzt seits also da - hab schon viel von euch gehört - welch freudige Begegnung ...und, viel Spaß noch!
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #5 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 14:18
Benutzerbild von redfox
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Ort: Wien/Feldkirchen in K
Beiträge: 474
redfox
Zitat:
hallo martin,

zunächst einmal: es heißt das virus (nicht "der" virus).
zu 1: ja
zu 2: interessant, dass jetzt auch schon die polizei medizinische auskunft gibt . die vorbeugende einnahme von tamiflu ist nonsens. wenn man die influenza hat (oder die vogelgrippe, was aber sehr unwahrscheinlich ist), macht die einnahme sinn - wenngleich die wirkung nicht 100%ig gewährleistet ist.
zu 3: so ein quatsch! ein gutes immunsystem wird mit krankheitserregern besser fertig als ein weniger "starkes". wieso sollte ein influenzavirus ein autoimmungeschehen auslösen?
zu 4: zweimal "nein".

es besteht nicht der geringste grund zur panik. die wenigsten von uns haben mit geflügel so intensiven kontakt, dass sie deren kot inhalieren (zumindest gehe ich davon aus)

schönes wochenende, kurt
Danke für die Info..
Tja auf "DEN Virus" fall ich immer wieder rein

zu 2: Keine medizinische Auskunft, er hat nur gesagt,was ihnen bei der Sitzung geraten wurde (für die anwendung). Jedenfalls sind die Polizisten schon ausreichend mit Tamiflu versorgt, was sicher auch den Hersteller freut Wenn der nur schneller produzieren könnte...

zu 3: Na dann bin ich froh

zu 4: Naja bei uns nicht, aber wenn ich mal Richtung Asien schau..hmm
und wenns in Asien so weit ist, hilft glaub ich nichts mehr, dann kommt das Mensch zu mensch virus auch nach europa..
Es gibt immer dummere Leute als man sich vorstellen kann.

mfg,
martin
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #6 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 15:30
Benutzerbild von Poldi42
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Registriert seit: Feb 2006
Beiträge: 23
Poldi42 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
nicht so viel Panik.

ohne zu bestreiten, daß es sich bei der Vogelgrippe um eine ernsthafte Krankheit handelt, hier ein paar Überlegungen zum Thema:

- die Vogelgrippe-Erreger aus der H5-Gruppe sind für die letzten 300 Jahre nachgewiesen. die scheinbare 'Häufung' von Fälle in der jüngsten Zeit läßt sich auch gut mit der gesteigerten Aufmerksamkeit sowohl der Medien als auch der Behörden erklären. mir kann keiner erzählen, daß in z.B. in den 70er Jahren oder den 40er Jahren ein solches Sterben unter Vögeln irgendwo auf der Welt a) aufgefallen wäre b) empirisch so hätte verfolgt werden können wie heute c) jemanden interessiert hätte.

- selbst in den Regionen, in denen 'viele' Todefälle auf Grund von Vogelgrippe bekannt geworden sind, nämlich in Ostasien, ist die Zahl im 2-steligen bzw. niedrigen 3-stelligen Bereich. solches aber bei einer viel schlechten Hygiene-, Kommunikations- und medizinischen Versorgungslage. die Opfer sind dabei zumeist Kinder, alte Menschen oder Menschen mit anderen Krankheiten / geschwächtem Immunsystem. also Risikogruppen für alle Arten von Infektionskrankheiten einschließlich der 'normalen' Grippe, an der auch hier in Europa viel mehr Menschen sterben.

- die meisten (Zug-)vogelarten, die als mögliche Träger bekannt sind, sterben nach 20-30 Stunden nach der Infektion. es ist zwar ein 'ping-pong-Effekt' von einem Tier zum nächsten denkbar, aber kranke Tiere, die von Afrika (oder im Herbst: von Asien) aus aufbrechen, werden hier nicht lebend ankommen.

- es gibt keinen Grund anzunehmen, daß der Virus während unserer Lebenszeit ausgerottet werden kann. wenn wir die jetzt aktiven Maßnahmen ernst meinen und für nötig halten, verändern wir damit bis auf weiteres unseren Umgang mit Vögeln. so machen wir z.B. alle Bestrebungen der letzten Jahre bzgl. Bio-Haltung von Hühnern zunichte.

- zu bedenken dabei: in erster Linie betroffen sind Wildvögel, auf die ich keine Einfluß habe. was nützt es dem Biobauer, seine Freilandhühner wegzusperren, wenn auf der gleichen Wiese anschließend Wildenten laufen und auf seinem Teich nebenan schwimmen. bzw. wie blöd muß sich dieser Bauer dabei vorkommen?

- ich will und werde mich weiterhin an den eintreffenden Zugvögeln erfreuen und ich werde es auch weiterhin schön finden, wenn die als Zugvögel bei mir eingetroffenen Enten auf meinem Teich bleiben und 2* im Jahr mit ihren Kücken quer durch den Garten spazieren.

- statistisch ist das Aufkommen ein Pandemie nicht nur denkbar, sondern wahrscheinlich. die Zivilisierung und Mobilität des modernen Menschen könnte die Verbreitungsgeschwindigkeit sogar stark beschleunigen, aber ob dies gerade vom aktuell diskutierten H5N1-Erreger ausgelöst wird ist nur eine von vielen Möglichkeiten. leider die einzige, die derzeit im Fokus steht. Ich denke, konkret voraussehen lässt sich eine Pandemie genauso wenig, wie für alle Zeit verhindern. stattdessen sollten Szenarien allgemeiner Art geschaffen werden, damit im Fall des Falles umzugehen.

- Hühner z.B. werden ja nicht nur industriell im großen Stil gehalten - bei vielen Kleinhaltern, die z.B. in ihren Gärten 1-20 Hühner gehalten haben hat die Aufstellungsverordnung dazu geführt, dass die Tiere jetzt völlig unartgerecht einfach in den viel zu kleinen Schlafverschlägen ganztägig eingesperrt bleiben, wo sie in mitten ihres eigenen Kotes scharren und sich auf dem engen Raum behacken und verletzen. diese Haltungsbedingungen sind gerade erst die ideale Vorraussetzung für die Entstehung von (Tier-)Krankheiten aller Art.

- gerade in der Haltung von Tieren bzw. der Erzeugung von Fleisch werden so viele gut bekannte Fehler permanent gemacht, die unserer Gesundheit schaden und nur aufgrund von Lobbyarbeit/mangelndem Medieninteresse unbeachtet bleiben - fragt Euch mal, was für u.a. Medikamente wir mit deutschen Industrie- Rind- /Putenfleisch oder Zuchtfisch zu uns nehmen. Im Gegensatz zu wilde Zugvögeln haben wir hier als Menschen die volle Kontrolle und könnten zugunsten der Gesundheit von Tier und Mensch gegensteuern. wäre das nicht im Rahmen der Debatte um Vogelhaltung auch etwas Aufmerksamkeit wert?

- und als letztes: das unter 3. beschriebene Phänomen gibt es. man kann sich z.B. hier: http://www.autoimmun.org/ über sogenannte Autoimmunerkrankungen informieren. die bekanntesten sind multiple Sklerose und Rheuma im engeren Sinne. alle Arten von Grippe gehören nicht dazu.

Gruß,
Poldi

Geändert von Poldi42 (05.05.2009 um 08:28 Uhr)
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #7 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 16:08
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: Feb 2006
Ort: Hamburg
Beiträge: 224
mipooh befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Will ja das Problem nicht verniedlichen, aber es gibt größere.
Meiner Ansicht nach ein durch Medien unnötig aufgeheiztes Thema.
Ich lebe in Asien und hab mehr Angst vor einer einfachen Erkältung als vor der Vogelgrippe.
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #8 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 19:43
Moderator
 
Registriert seit: Aug 2005
Ort: Graz
Beiträge: 519
Knackar befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Knackar eine Nachricht über Yahoo! schicken
Meine Sicht der Dinge

Es ist Geldmache, nicht mehr.

Wenn es um die Zahlen geht, 200 Leute in den letzten 7 Jahren daran gestorben, weltweit. Wieviel sterben am Rauchen, beim Autofahren? Werden nun keine Zigaretten mehr produziert und auch keine Autos?
Roche hat gezeigt, wie man Kohle macht und Aktionäre zufriedenstellt.

Was die Medizin betrifft, im PM-Magazin wurde schon mehr als einmal berichtet, dass es für das Überleben der Spezies Mensch solche Krankheiten wichtig sind, auch wenn daran Menschen sterben - denn man baut auch neue Abwehrmechanismen auf.

Ich für meinen Teil versuche, auch von den Aspros bei den grippalen Infekt, den ich so für 2 Tage manchmal habe, weg zukommen. Besser Kamilentee

Mfg Markus
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #9 (permalink)  
Alt 03.03.2006, 21:53
Benutzerbild von ThomasB
Moderator
 
Registriert seit: Oct 2005
Ort: Berlin
Beiträge: 1.340
ThomasB befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Und wieder sind die Österreicher nach uns dran

Schöne Grüße
Thomas

PS: Nichts verbreitet sich so schnell, wie die Panik!
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #10 (permalink)  
Alt 04.03.2006, 12:46
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: Mar 2002
Ort: schweiz (wallis)
Beiträge: 456
Natalie
zunächst einmal: es heißt das virus (nicht "der" virus).


Hi Kurt,

Also bei uns in der Schweiz heisst es "Der Virus"! Das nur so nebenbei...

Lg, Natalie
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #11 (permalink)  
Alt 06.03.2006, 10:16
Benutzerbild von kurt
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Registriert seit: Aug 2004
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kurt befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von redfox
Danke für die Info..
Tja auf "DEN Virus" fall ich immer wieder rein

zu 2: Keine medizinische Auskunft, er hat nur gesagt,was ihnen bei der Sitzung geraten wurde (für die anwendung). Jedenfalls sind die Polizisten schon ausreichend mit Tamiflu versorgt, was sicher auch den Hersteller freut Wenn der nur schneller produzieren könnte...

zu 3: Na dann bin ich froh

zu 4: Naja bei uns nicht, aber wenn ich mal Richtung Asien schau..hmm
und wenns in Asien so weit ist, hilft glaub ich nichts mehr, dann kommt das Mensch zu mensch virus auch nach europa..
Es gibt immer dummere Leute als man sich vorstellen kann.

mfg,
martin
hallo martin,

das diesjährige influenza-virus ist nicht sehr virulent. es traten bisher viel weniger grippefälle auf als in den vergangenen jahren. wer gesund ist und ein funktionierendes immunsystem hat, braucht sich keine sorgen zu machen.
mehr info siehe www.influenza.at (der hinweis, sich "rechtzeitig grippefresser-kapseln" zu besogen, hat mit seriöser aufklärung nix zu tun. aber der fa. ROCHE wird's helfen...)

gruß, kurt
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #12 (permalink)  
Alt 06.03.2006, 10:18
Benutzerbild von kurt
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kurt befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Thumbs up

Zitat:
Zitat von Poldi42
ohne zu bestreiten, daß es sich bei der Vogelgrippe um eine ernsthafte Krankheit handelt, hier ein paar Überlegungen zum Thema:

- die Vogelgrippe-Erreger aus der H5-Gruppe sind für die letzten 300 Jahre nachgewiesen. die scheinbare 'Häufung' von Fälle in der jüngsten Zeit läßt sich auch gut mit der gesteigerten Aufmerksamkeit sowohl der Medien als auch der Behörden erklären. mir kann keiner erzählen, daß in z.B. in den 70er Jahren oder den 40er Jahren ein solches Sterben unter Vögeln irgendwo aus der Welt a) aufgefallen wäre b) empirisch so hätte verfolgt werden können wie heute c) jemanden interessiert hätte.

- selbst in den Regionen, in denen 'viele' Todefälle auf Grund von Vogelgrippe bekannt geworden sind, nämlich in Ostasien, ist die Zahl im 2-steligen bzw. niedrigen 3-stelligen Bereich. solches aber bei einer viel schlechten Hygiene-, Kommunikations- und medizinischen Versorgungslage. die Opfer sind dabei zumeist Kinder, alte Menschen oder Menschen mit anderen Krankheiten / geschwächtem Immunsystem. also Risikogruppen für alle Arten von Infektionskrankheiten einschließlich der 'normalen' Grippe, an der auch hier in Europa viel mehr Menschen sterben.

- die meisten (Zug-)vogelarten, die als mögliche Träger bekannt sind, sterben nach 20-30 Stunden nach der Infektion. es ist zwar ein 'ping-pong-Effekt' von einem Tier zum nächsten denkbar, aber kranke Tiere, die von Afrika (oder im Herbst: von Asien) aus aufbrechen, werden hier nicht lebend ankommen.

- es gibt keinen Grund anzunehmen, daß der Virus während unserer Lebenszeit ausgerottet werden kann. wenn wir die jetzt aktiven Maßnahmen ernst meinen und für nötig halten, verändern wir damit bis auf weiteres unseren Umgang mit Vögeln. so machen wir z.B. alle Bestrebungen der letzten Jahre bzgl. Bio-Haltung von Hühnern zunichte.

- zu bedenken dabei: in erster Linie betroffen sind Wildvögel, auf die ich keine Einfluß habe. was nützt es dem Biobauer, sind Freilandhühner wegzusperren, wenn auf der gleichen Wiese anschließend Wildenten laufen und auf seinem Teich nebenan schwimmen. bzw. wie blöd muß sich dieser Bauer dabei vorkommen?

- ich will und werde mich weiterhin an den eintreffenden Zugvögeln erfreuen und ich werde es auch weiterhin schön finden, wenn die als Zugvögel bei mir eingetroffenen Enten auf meinem Teich bleiben und 2* im Jahr mit ihren Kücken quer durch den Garten spazieren.

- statistisch ist das Aufkommen ein Pandemie nicht nur denkbar, sondern wahrscheinlich. die Zivilisierung und Mobilität des modernen Menschen könnte die Verbreitungsgeschwindigkeit sogar stark beschleunigen, aber ob dies gerade vom aktuell diskutierten H5N1-Erreger ausgelöst wird ist nur eine von vielen Möglichkeiten. leider die einzige, die derzeit im Fokus steht. Ich denke, konkret vorraussehen läßt sich eine Pandemie genausowenig wie für alle Zeit verhindern. stattdessen sollten Szenarien allgemeiner Art geschaffen werden, damit im Fall des Falles umzugehen.

- Hühner z.B. werden ja nicht nur industriell im großen Stil gehalten - bei vielen Kleinhaltern, die z.B. in ihren Gärten 1-20 Hühner gehalten haben hat die Aufstellungsverordnung dazu geführt, daß die Tiere jetzt völlig unartgerecht einfach in den viel zu kleinen Schlafverschlägen ganztägig eingesperrt bleiben, wo sie in mitten ihres eigenen Kotes scharren und sich auf dem engen Raum behacken und verletzen. diese Haltungsbedingungen sind gerade erst die ideale Vorraussetzung für die Entstehung von (Tier-)Krankheiten aller Art.

- gerade in der Haltung von Tieren bzw. der Erzeugung von Fleisch werden so viele gut bekannte Fehler permanent gemacht, die unserer Gesundheit schaden und nur aufgrund von Lobbyarbeit/mangelndem Medieninteresse unbeachtet bleiben - fragt Euch mal, was für u.a. Medikamente wir mit deutschen Industrie- Rind- /Putenfleisch oder Zuchtfisch zu uns nehmen. Im Gegensatz zu wilde Zugvögeln haben wir hier als Menschen die volle Kontrolle und könnten zugunsten der Gesundheit von Tier und Mensch gegensteuern. wäre das nicht im Rahmen der Debatte um Vogelhaltung auch etwas Aufmerksamkeit wert?

- und als letztes: das unter 3. beschriebene Phänomen gibt es. man kann sich z.B. hier: http://www.autoimmun.org/ über sogenannte Autoimmunerkrankungen informieren. die bekanntesten sind multiple Sklerose und Rheuma im engeren Sinne. alle Arten von Grippe gehören nicht dazu.

Gruß,
Poldi
hallo poldi,
danke für diese kompetente information!
("der" virus sei dir verziehen)

gruß, kurt
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  Vogelgrippe?wirds langsam eng? Beitrag #13 (permalink)  
Alt 06.03.2006, 10:32
Benutzerbild von kurt
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Registriert seit: Aug 2004
Beiträge: 4.826
kurt befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Natalie
zunächst einmal: es heißt das virus (nicht "der" virus).


Hi Kurt,

Also bei uns in der Schweiz heisst es "Der Virus"! Das nur so nebenbei...

Lg, Natalie
liebe natalie,

die medizinische nomenklatur ist im gesamten deutschen sprachraum einheitlich. der korrekte terminus ist "das virus".
dass es in der computersprache häufig "der" virus heißt, bedeutet nicht, dass der männliche artikel im medizinischen sprachgebrauch korrekt ist. aber man kann das "problem" umgehen, indem man den unbestimmten artikel "ein" verwendet.

lg, kurt
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