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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #1 (permalink)  
Alt 29.03.2006, 13:35
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wutesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Exclamation Das Ende der Spaßgesellschaft?

Ich selbst (Jahrgang 49) gehöre der sogenannten 68er Generation an, deren Hinterlassenschaft heute mit Abstand etwas genauer unter die Lupe genommen werden kann. Wie immer bei solchen Nachbetrachtungen können sich auch in diesem Fall natürlich keine einheitlich positiven oder negativen Bilder ergeben. Ich will dabei auch nur die zumindest mittelbar mit dem Thema Fitness zusammenhängenden betrachten:

1. Die "sexuelle Revolution" und die durch sie stark an Auftrieb gewonnene "Emanzipation der Frau" hat heute auch das Fitness-Bewusstsein der beiden Geschlechter auf ein etwa gleichhohes Niveau gehoben (um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Das Niveau ist dabei natürlich auf einem viel zu niedrigem Level).

2. Die Idee der "antiautoritären Erziehung" hat sich in der Folge zwar als Utopie erwiesen, aber doch grundsätzlich das (Erziehungs-)Verhalten der nachfolgenden Generationen beeinflusst. Die Bedeutung u.a. von Pflichtbewusstsein und Disziplin wurden in der Werteskala weit nach hinten geschoben. Die (individuelle) Freiheit und der Spaß wurden im gesellschaftlichen Leben die bestimmenden Faktoren. Wenn wir etwas machen, so sollte es in erster Linie völlig freiwillig sein und muss natürlich auch noch Spaß machen!

Während der erste Punkt es mit sich bringt, dass man bei einer grundsätzlichen Fitness-Betrachtung der Bevölkerung nicht mehr zwischen den Geschlechtern unterscheiden muss, hat der zweite Punkt im Zuge des gestiegenen Wohlstandes der Gesellschaft große Konsequenzen für den Fitness-Zustand (und nur darauf soll hier abgestellt werden) der Bevölkerung.
Körperlich harte Arbeit ist heute die absolute Ausnahme. Hausarbeit ist heute wesentlich einfacher geworden (z.B. erspart die Waschmaschine den früher üblichen anstrengenden ganzen Waschtag der Frauen und Zentralheizungen lassen den früher üblichen Aufwand bei Ofenheizungen ersatzlos wegfallen). Fußwege werden durch Autofahren ersetzt. Fahrstühle ersparen die Treppen. Unsere Kinder spielen heute lieber auf dem "virtuellen Spielplatz vor dem Computer/Fernseher". Das Nahrungsangebot ist riesig und erschwinglich, so dass die Verführungen durch kulinarischem Genuss (sei es aus der Döner-Bude, im guten Restaurant oder auch zu Hause) allgegenwärtig sind. Süßigkeiten gibt es daneben in Hülle und Fülle.
Die Auswirkungen auf die Energiebilanz sind dementsprechend dramatisch. Deshalb wird kaum ein Mensch auf die Idee kommen, „die Uhr zurückstellen zu wollen“. Soziale Errungenschaften haben natürlich auch sehr viele positive Auswirkungen auf unser gesamtes Leben.
Wenn wir in diesem Zusammenhang den Bogen zu Pflichtbewusstsein und Disziplin spannen, wird vielleicht klar, in welchem Dilemma wir uns befinden: Wir sind heute praktisch gezwungen, uns „künstlich“ die Bewegung zu verschaffen, die im früheren Leben normaler Bestandteil war. Es ist unsere Pflicht (unserem eigenen Körper zuliebe) uns den Ausgleich über das Mittel Sport mit dem Ziel der Erhaltung von Fitness zu verschaffen. Wir müssen heute für etwas Disziplin aufwenden, ohne das wir früher überhaupt nicht lebensfähig gewesen wären. Und das vor dem Hintergrund des vorne beschriebenen Wertewandels. Hiermit dürfte auch klar sein, warum nur so ein kleiner Teil der Bevölkerung sich in der Lage sieht, für diesen Ausgleich auch wirklich zu sorgen: Der Trend zur Übergewichtigkeit mit all den katastrophalen Nebenwirkungen ist solange nicht aufzuhalten, so lange es uns nicht gelingt, hier die Werte wieder in das richtige Lot zu bringen:
Das Ende der Spaßgesellschaft bedeutet nicht gleich das Ende allen Spaßes – ganz im Gegenteil ist es sogar die einzige Alternative, uns den Spaß am Leben auch langfristig zu erhalten!

Wolfgang

Geändert von wutesch (29.03.2006 um 19:20 Uhr)
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #2 (permalink)  
Alt 29.03.2006, 13:58
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Jo jo.
Das Buch von Peter Hahne "Schluß mit Lustig" über das Ende der Spaßgesellschaft ist sehr empfehlenswert!
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #3 (permalink)  
Alt 29.03.2006, 14:16
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Zitat:
Zitat von Strandandy
Jo jo.
Das Buch von Peter Hahne "Schluß mit Lustig" über das Ende der Spaßgesellschaft ist sehr empfehlenswert!
... war aber nicht Vorlage meines Postings.
Ich vermute mal, dass dieses Buch seinen Schwerpunkt mehr auf die gesellschaftspolitischen Aspekte (außerhalb des Themas Fitness) legt!

Wolfgang
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #4 (permalink)  
Alt 30.03.2006, 09:15
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Hans
homo alpinus

Hallo Wolfgang!

Selbstverständlich sind Veränderungen wie soziale Errungenschaften, Emanzipation und die Erleichterung des Alltags durch den technologischen Fortschritt grundsätzlich zu begrüßen. Leider waren in den letzten Jahrzehnten viele Menschen offensichtlich nicht in der Lage zu begreifen, dass ihnen die hemmungslose Inanspruchnahme aller Erleichterungen und ein Ersatz von Anstrengung im Alltag durch Genuss langfristig auf den Kopf fällt. Das hängt natürlich auch vom Menschentyp ab.

Für mich war immer mein selbsterfundener "homo alpinus" das Vorbild. Der existiert natürlich überall, auch in flachen Ländern. Aber das Bild ist für mich aus der bergigen Umwelt entstanden, wo die Anstrengung des Bergaufgehens so selbstverständlich ist wie das Abringen von kargen Erträgen aus einer abweisenden Natur (mein Gott, ist das romantisch! ) Der Lohn dafür sind Freiheit, Gipfelerlebnis, einfach bescheidener Erfolg. Darüber kann man sich nur freuen, wenn man über den Aufwand lacht, weil er einem einfach nichts ausmacht und sogar Freude bereitet.

Das ist wohl auch der Grundgedanke der Fitness: Anstrengung und Leistung machen Spass, auch wenn sie nicht zu Rekorden führen. Darüber hinaus gibt's jede Menge Belohnungen, wie Gesundheit und Lebensqualität. Das Ganze ist ein Marketingproblem und ich halte es für sehr gefährlich, zur Erreichung von Leistung Disziplin und Pflichtbewusstsein einzufordern, wenn man dasselbe viel leichter mit Spass und Freude erreichen kann. Das gilt sogar für die Rettung von Firmen, indem man dafür sorgt, dass die Arbeit einfach mehr Spass macht. Disziplin und Pflichtbewusstsein klingt nach Leid und jede(r) wird das langfristig vermeiden wollen. Erfahrene Manager sagen, dass man Mitarbeiter nicht langfristig mit Geld oder sonstigen Benefits motivieren kann. Man muss sie dazu bringen, dass ihnen die Arbeit an sich Spass macht.

Genauso ist es mit der Fitness: Wenn wir verbissen trainieren und das als Leid empfinden, werden wir das nicht allzulange durchhalten, noch dazu wenn vielleicht Probleme auftauchen. Wenn wir uns das aber grundsätzlich zum positiven Lebensinhalt machen und realisierbare Ziele einfach im "Vorbeigehen" mitnehmen wird wie beim "homo alpinus" der Weg zum leicht erreichbaren Ziel. Also kein Ende der Spassgesellschaft, nicht verbissene Disziplin um Ziele zu erreichen, sondern Spass an der Leistung.

LG Hans
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #5 (permalink)  
Alt 30.03.2006, 10:30
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wutesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Hans
Das ist wohl auch der Grundgedanke der Fitness: Anstrengung und Leistung machen Spass, auch wenn sie nicht zu Rekorden führen. Darüber hinaus gibt's jede Menge Belohnungen, wie Gesundheit und Lebensqualität. Das Ganze ist ein Marketingproblem und ich halte es für sehr gefährlich, zur Erreichung von Leistung Disziplin und Pflichtbewusstsein einzufordern, wenn man dasselbe viel leichter mit Spass und Freude erreichen kann. Das gilt sogar für die Rettung von Firmen, indem man dafür sorgt, dass die Arbeit einfach mehr Spass macht. Disziplin und Pflichtbewusstsein klingt nach Leid und jede(r) wird das langfristig vermeiden wollen. Erfahrene Manager sagen, dass man Mitarbeiter nicht langfristig mit Geld oder sonstigen Benefits motivieren kann. Man muss sie dazu bringen, dass ihnen die Arbeit an sich Spass macht.
Genauso ist es mit der Fitness: Wenn wir verbissen trainieren und das als Leid empfinden, werden wir das nicht allzulange durchhalten, noch dazu wenn vielleicht Probleme auftauchen. Wenn wir uns das aber grundsätzlich zum positiven Lebensinhalt machen und realisierbare Ziele einfach im "Vorbeigehen" mitnehmen wird wie beim "homo alpinus" der Weg zum leicht erreichbaren Ziel. Also kein Ende der Spassgesellschaft, nicht verbissene Disziplin um Ziele zu erreichen, sondern Spass an der Leistung.LG Hans
Hallo Hans,
grundsätzlich gehe ich natürlich konform mit dir. Es ist immer besser, Leistung über Motivation als über Zwang abzufordern bzw. eben Leistung freiwillig und freudvoll zu erbringen als sich dafür disziplinieren zu müssen.
Wie du bin ich seit längerem in der Lage, in meiner sportlichen Betätigung sehr viel Erfüllung zu finden. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich "mir nicht sehr häufig selbst in den Aa.... treten muss", um mich aufzuraffen, mein Trainingprogramm auch wirklich durchzuziehen. Desgleichen gilt für die Ernährung. Ohne jetzt zu genau darauf achten zu müssen (wg. Trainingsleistungen in der Woche von ca. 3.500 kcal), bleiben aus Vernunftsgründen (Überzeugung!) Exzesse (Fressen, Saufen) für mich die absolute Ausnahme und Fastfood sowie längere Perioden (mehrere Tage hintereinander) fettreichen Essens Tabu, was mich auch nicht sonderlich einschränkt, aber eben trotzdem einfach eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert. Es ist ja häufig nur Gedankenlosigkeit, die einen in einen Trott verfallen lässt, aus dem man dann nach einer gewissen Zeit nur sehr schwer wieder herausfindet (Gewöhnungseffekt).
Da ich selbst seit ca. 15 Jahren im Management eines größeren Unternehmens sitze, kann ich dir sagen, dass Mitarbeitermotivation immer nur das Schaffen von Rahmenbedingungen beinhalten kann (Erziehungsmaßnahmen können hier nicht mehr geleistet werden). Die Grundmotivation zur Arbeit und Leistung darf bzw. muss vorausgesetzt werden. Dies hört sich einfach und klar an, ist in der heutigen Zeit aber leider überhaupt nicht mehr selbstverständlich. Auf unser Fitnessthema bezogen ziehe ich insofern die Parallele, dass ich bezweifele, dass überhaupt eine Grundmotivation zur intensiven Bewegung bei einem Großteil der Bevölkerung vorhanden ist. Da werden dann auch die vor dir angesprochenen Marketingmaßnahmen immer nur einen sehr kurzzeitigen Effekt (siehe Trendsport) erzielen können.
Jemand, der diese notwendige Grundmotivation nicht besitzt, wird immer eine Entschuldigung finden, um sich drücken zu können (beim Sport wie bei der Arbeit).
Um in deinem Bild zu bleiben: Der "moderne homo alpinus" benutzt dann eben lieber die Seilbahn!
Dass Leistung, Pflicht und Disziplin heute so einen negativen "Touch" besitzen, hängt ja nur mit dem beschriebenen Wertewandel zusammen. In anderen Zeiten war das auch schon mal ganz anders gewesen, wobei ich damit diese Zeiten keineswegs in Gänze wieder aufleben lassen möchte. Aber ich vergleiche alle Trendbewegungen (gesellschaftliche, wie die in allen anderen Lebensbereichen) immer mit einem Pendel. Das vernünftige Mittelmaß wird nur zu einem verschwindet kleinen %-Satz erreicht, die übrige Zeit bewegt sich das Pendel im Bereich der "ungesunden" Extrema!

Wolfgang

Geändert von wutesch (30.03.2006 um 17:06 Uhr)
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #6 (permalink)  
Alt 30.03.2006, 14:08
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mipooh befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Wutesch
Die Grundmotivation zur Arbeit und Leistung darf bzw. muss vorausgesetzt werden.
Das ist reine Ideologie und findet sich in der Arbeitsrealität allenfalls als Fehlinformation wieder.
"Sie arbeiten doch gern bei uns?" "Aber sicher Chef."
Die Grundmotivation zur Arbeit besteht in der Regel darin, dass man dafür Geld bekommt, welches man wiederum benötigt, seine Bedürfnisse zu erfüllen.
Leistungsbereitschaft ist da zunächst mal gar nicht berührt, kann also nicht vorausgesetzt werden.

Die sogenannten intrinsisch motivierten Mitarbeiter (und auch Chefs), die also aus der Liebe zur Sache arbeiten (denen eine Entlohnung nahezu gleichgültig wäre) sind ganz klar in der Minderheit. So habe ich es zumindest gelernt und habe dies in der Praxis auch so vorgefunden.
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #7 (permalink)  
Alt 30.03.2006, 16:05
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wutesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von mipooh
Das ist reine Ideologie und findet sich in der Arbeitsrealität allenfalls als Fehlinformation wieder.
"Sie arbeiten doch gern bei uns?" "Aber sicher Chef."
Die Grundmotivation zur Arbeit besteht in der Regel darin, dass man dafür Geld bekommt, welches man wiederum benötigt, seine Bedürfnisse zu erfüllen.
Leistungsbereitschaft ist da zunächst mal gar nicht berührt, kann also nicht vorausgesetzt werden.
Das würde bedeuten, dass man für Arbeit und nicht für Leistung bezahlt würde. Es scheint mir sehr zweifelhaft, ob man in der heutigen Zeit damit lange seinen Arbeitsplatz behalten würde. Natürlich wird man immer nur für eine Leistung bezahlt (Arbeit/Zeit).

Zitat:
Zitat von mipooh
Die sogenannten intrinsisch motivierten Mitarbeiter (und auch Chefs), die also aus der Liebe zur Sache arbeiten (denen eine Entlohnung nahezu gleichgültig wäre) sind ganz klar in der Minderheit. So habe ich es zumindest gelernt und habe dies in der Praxis auch so vorgefunden.
Ich kenne praktisch keinen Chef (und keinen Mitarbeiter), der ohne die Aussicht auf Entlohnung langfristig eine Leistung bringen würde. Etwas anderes ist es, ob die Bezahlung die einzige Motivation darstellt oder ob man darüber hinaus noch einen Sinn in der Tätigkeit zu erkennen vermag und sich damit identifizieren kann. Dabei gibt es wohl auch keinen Menschen (auch keinen Chef), der nicht auch häufig genug seinen Job verflucht. Arbeit kann nie nur die reine Lust sein.

Für mich selbst sehe ich in der Sportausübung durchaus Parallelen. Ohne die Aussicht auf einen "Benefit" durch den Sport (erhöhte Leistungsfähigkeit in allen Lebensbereichen) wäre ich vielleicht auch nicht immer der Lage, relativ konsequent mein Trainingsprogramm durchzuziehen. Trotzdem sehe ich es überhaupt nicht als reine Pflichtveranstaltung, sondern empfinde tiefe Genugtuung bei meinem Tun und genieße in vollen Zügen z.B. die Entspannungsphase nach einer Anstrengung.

Wolfgang

Geändert von wutesch (30.03.2006 um 17:10 Uhr)
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #8 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 09:45
Benutzerbild von Spin_me
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Spin_me
gleiche Fragen, gleiche Antwort

Hallo Wolfgang,
auch wenn du das Thema immer wieder versuchst von einer anderen Seite zu beleuchten, grundsätzlich bleibt das Thema gleich, auch wenn die Helligkeit etwas wechselt.
Auch hier kann ich dir nur wieder sagen, Kinder werden so gut oder schlecht, wie die Eltern sind.
Und unsere Kinder sind in Sportvereinen, weil wir es sind, unsere Kinder ernähren sich gesund weil sie es von uns gewohnt sind. Klar auch wir fahren mal nach MCD und auch wir legen mal die Füsse hoch!!
Ich hoffe das wir unseren Kindern den richtigen Weg gezeigt haben und sie ihn bis ans Ende gehen.
Ich hab auch schon gesagt, das Beruf meiner Meinung nach von Berufung kommt.
Wenn das irgendwann nicht mehr so ist, werde ich mir ein sehr dickes Fell anschaffen müssen, oder letzlich in meinem Beruf durch negativen Stress krank werden.
Die Frage, neuer Job, arbeitslos, oder psychisch und pysisch krank sein stellt sich dann und man wird nur das kleinere Übel wählen können.

Grundsätzlich sehe ich bei den grossen Firmen, dass auch hier erkannt wird, dass Vorbeugung besser als Arbeitsausfall durch Krankheit ist. Viele Firmen bieten Sportgruppen an, was nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl fördert. Sicherlich ein Tropfen auf dem heissen Stein, aber besser als nichts!
Andreas
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #9 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 10:14
Benutzerbild von Irongemse
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Zitat:
Zitat von wutesch
Das würde bedeuten, dass man für Arbeit und nicht für Leistung bezahlt würde. Es scheint mir sehr zweifelhaft, ob man in der heutigen Zeit damit lange seinen Arbeitsplatz behalten würde. Natürlich wird man immer nur für eine Leistung bezahlt (Arbeit/Zeit)
Das ist ein Hohn ! Das sollte mal besser so sein und ist so vorgegeben, aber die Praxis zeigt da eine andere Realität, zumindest in Großunternehmen. Chefsekretärinnen, die mit 3.500 Euro brutto nach hause gehen und den ganzen Tag in der Illustrierten blättern, falls ihr frisch aufgetragener Nagellack getrocknet ist, sind keine Seltenheit. Sachbearbeiter, die um 10 Uhr kommen, alle 30 min. rauchen gehen und um 16 Uhr Feierabend machen, ebenso wenig.
Das sind keine Einzelfälle und auch keine Klischees.
Und was lehrt es uns? Daß der überwiegende Teil der Bevölkerung wohl doch eher arbeitet um zu leben und nicht umgekehrt.
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #10 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 10:14
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Zitat:
Zitat von Spin_me
auch wenn du das Thema immer wieder versuchst von einer anderen Seite zu beleuchten, grundsätzlich bleibt das Thema gleich, auch wenn die Helligkeit etwas wechselt.
Auch hier kann ich dir nur wieder sagen, Kinder werden so gut oder schlecht, wie die Eltern sind.
Hallo Andreas,

dass ich dich nicht bekehren muss, ist mir klar! Und dass die Erziehung (letztendlich das Vorleben der Eltern) einen entscheidenden Einfluss auf jeden Menschen hat, ist natürlich auch richtig. Wobei hier eine gezielte "Manipulation" (im positiven Sinne) Illusion ist. Bei mehreren eigenen Kindern wird man immer wieder erfahren, dass sie sich trotzdem völlig unterschiedlich entwickeln. Ich kenne einen früheren Leistungssportler mit relativ sportlicher Ehefrau, dessen Tochter sich auch in dessen Richtung entwickelt, aber sein Sohn sportlichen Aktivitäten generell sehr reserviert gegenüber steht (sehr zum Leidwesen seines Vates).

Das Thema bleibt hochaktuell (deshalb kann man es auch gar nicht genug "stressen"). Wenn man sich die Entwicklung in den USA ansieht, kann einem nur Angst und Bange werden. Die Übergewichtiglkeit großer Bevölkerungsschichten dort hat einen Grad erreicht, der unsereins nur noch erschrecken kann. Und die Erfahrung lehrt, dass wir uns auch diesem "überseeischen Trend" nicht verschließen werden. Der gesamtwirtschaftliche Schaden (neben dem individuellen Schaden für die betroffenen Personen) hieraus wäre katastrophal, so daß die schon heute miserable Situation unserer Sozialsýsteme höchstens noch als harmlos eingestuft werden kann.

Wolfgang
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #11 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 11:00
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Spin_me
Wolfgang,
die Tür schwingt nach beiden Seiten. Denke an den Fitnesswahn in den USA. Ich denke der Weg irgendwie durch die Mitte ist der richtige. Sport treiben aber auch mal eine Pause machen können, gesund essen aber auch mal sündigen dürfen. Letzlich begleiten wir unsere Kinder nur noch, wenn sie in die Schule kommen, was bis dahin durch das Elternhaus nicht gefestigt ist, wird wohl nichts mehr.
Wobei ich sagen muss Kinder können genauso oft positiv wie negativ überraschen.
Andreas
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #12 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 12:15
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Zitat:
Zitat von Spin_me
die Tür schwingt nach beiden Seiten. Denke an den Fitnesswahn in den USA.
Aus eigener Anschauung in den USA kann ich dir nur berichten, dass die relativ wenigen "Fitness-Süchtigen" (was natürlich auch schon krankhaft ist) in keiner Weise einen Ausgleich zu der Masse der Übergewichtigen darstellen können!

Wolfgang
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #13 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 12:19
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Von Ausgleich kann nicht die Rede sein, beide Extreme sind "krank" im Sinne von nicht gesund!
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #14 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 12:57
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Hallo Wolfgang,

bereits in den frühen 80érn habe ich die "Amerikanisierung" der deutschen Jugend schon verurteilt.
Heute weiß ich als Vater zweier Kinder, dass die Antiautoritäre Erziehung, die uns die 68ér Genaeration eingebracht hat, absolut daneben ist.

Das Problem der Fettleibigkeit ist allerdings nicht nur auf das Sportinteresse zurückzuführen, sondern primär ist das "Fernseh rund um die Uhr" aus meiner Sicht der Hauptgrund, warum die Kinder sich heute nicht mehr ausreichend bewegen.
Ich selbst war jeden Nachmittag draußen und bin mit anderen Rad gefahren oder wir haben irgendwelche Spielchen gemacht. Wir waren immer in Bewegung.
Heute nehmen die meisten Kids als erstes die Fernbedienung des TV in die Hände und beanspruchen den Umschaltefinger am meisten.
Die Werbung manupiliert die Interessen der Kids unglaublich,- so hat fast jeder Familienhaushalt den Gameboy oder / und die Playstation. Nun ist noch der PC hinzu gekommen und anstatt draußen Fangen zu spielen, tun das die Kids lieber am PC über das Internet....

Ich betreue in meinem Berufsbereich häufiger Schulklassen. Neben der Theorie biete ich auch praktische Übungen an. Jedesmal muß ich feststellen, dass Schüler nicht mehr dazu in der Lage sind, auf Zehenspitzen zu laufen. Jedes mal muß ich feststellen, dass junge Mädchen in hochhackigen Schuhen herumlaufen, die dazu noch viel zu eng sind und das die Jungen die durch die Werbung angepriesenen Plastikschuhe tragen. Dieses tun die Schüler nicht, weil es bequem ist, sondern weil die Werbung diktiert was cool ist.

Die meisten Eltern werden durch den Klamottenwahn in finanzielle Bedrängnisse getrieben,- für Gesundheit und Sportvereine bleibt kein Geld mehr. Lehrer unterrichten nach Plan und reißen ihre Stunden ab,- kaum noch trifft man Sportlehrer, die mit den Schülern Gymnastik gegen die Haltungsprobleme machen,- denn dafür gibt es ja die Physiotherapeuten.
Im Sparzwang der Krankenkassen werden solche Sitzungen aber kaum noch verschrieben,- und wenn doch, dann nutzen die meisten Familien dieses nur zur Hälfte. Kinder haben keinen Bock,- sie könnten ja was im TV verpassen und die Eltern haben eh kaum Zeit.

Ob man das wirklich "Spaßgesellschaft" nennen sollte oder einfach nur "medienmanipulierte Dummheit", sollte jeder für sich entscheiden.

Interessant ist auch, das die angesagtesten Kinderfilme in Japan produziert werden,- in einem Land, wo man noch Wert auf die körperliche Verfassung der jungen Bürger legt. Seltsamer Weise werden die Filme im Japanischen TV nicht ausgestrahlt,- die Filme sind nur für Europa und den USA......
Zitat:
Zitat von wutesch
Hallo Andreas,

dass ich dich nicht bekehren muss, ist mir klar! Und dass die Erziehung (letztendlich das Vorleben der Eltern) einen entscheidenden Einfluss auf jeden Menschen hat, ist natürlich auch richtig. Wobei hier eine gezielte "Manipulation" (im positiven Sinne) Illusion ist. Bei mehreren eigenen Kindern wird man immer wieder erfahren, dass sie sich trotzdem völlig unterschiedlich entwickeln. Ich kenne einen früheren Leistungssportler mit relativ sportlicher Ehefrau, dessen Tochter sich auch in dessen Richtung entwickelt, aber sein Sohn sportlichen Aktivitäten generell sehr reserviert gegenüber steht (sehr zum Leidwesen seines Vates).

Das Thema bleibt hochaktuell (deshalb kann man es auch gar nicht genug "stressen"). Wenn man sich die Entwicklung in den USA ansieht, kann einem nur Angst und Bange werden. Die Übergewichtiglkeit großer Bevölkerungsschichten dort hat einen Grad erreicht, der unsereins nur noch erschrecken kann. Und die Erfahrung lehrt, dass wir uns auch diesem "überseeischen Trend" nicht verschließen werden. Der gesamtwirtschaftliche Schaden (neben dem individuellen Schaden für die betroffenen Personen) hieraus wäre katastrophal, so daß die schon heute miserable Situation unserer Sozialsýsteme höchstens noch als harmlos eingestuft werden kann.

Wolfgang
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  Das Ende der Spaßgesellschaft? Beitrag #15 (permalink)  
Alt 31.03.2006, 14:04
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Zitat:
Zitat von Strandandy
bereits in den frühen 80érn habe ich die "Amerikanisierung" der deutschen Jugend schon verurteilt.

Ob man das wirklich "Spaßgesellschaft" nennen sollte oder einfach nur "medienmanipulierte Dummheit", sollte jeder für sich entscheiden.
Ich bin übrigens begeisterter Amerika-Urlauber und möchte keinesfalls amerikafeindlich wirken. Amerika (USA) hat Großes vollbracht (und wie jeder, der viel macht (und Macht hat), auch viel Blödsinn fabriziert). Die Probleme liegen für mich eher in unserem "kritiklosen" Übernehmen von Trends und Verhaltensweisen, die hier häufig auch aufgrund eines völlig anderen historischen Hintergrundes noch deplatzierter wirken bzw. noch katastrophalere Auswirkungen haben.

Zur Medienmanipulation habe ich auch eine eigene Meinung. Klar, die heutigen Medien tendieren immer mehr zur (schlecht recherchierten) Sensationsberichterstellung und Panikmache (z.B. die Vogelgrippe ist als Risikofaktor in unserem Leben vernachlassigbar, angesicht der großen Risken allgemeiner "Gesundheits"zustand und vielleicht noch (Verkehrs-)unfall). Dies zu erkennen, bedarf es eigentlich nicht sehr viel, dennoch ist die Hysterie in einem Großteil der Bevölkerung bei solchen Meldungen und ähnlichen anderen mehr immer überwältigend (und geradezu lächerlich). Anscheinend ist auch unser Lehrpersonal an den Schulen (wie die Eltern zu Hause) zu größten Teilen nicht in der Lage, dies ihren Kindern richtig darzustellen. Desgleichen gilt auch für den Umgang mit Werbung. Wenn Eltern schon nicht damit umgehen können (z.B. an der Überschuldung vieler Haushalte wg. Konsumzwangverhalten erkennbar), was kann denn von den Kindern erwartet werden.

Es liegt alles auf einer Ebene mit dem eingangs beschriebenen Unvermögen (am Beiispiel Sport), mit ein wenig Disziplin durchs Leben zu wandeln (es bleibt noch 'ne Menge Spaß übrig). Der vordergründige übermächtige Spaßfaktor überwuchert alle Vernunftsregeln. Aber ich glaube immer wieder an das Pendel: Irgendwann wird es auch in diesem gesellschaftlichen Trend wieder andere Zeiten (miit anderen Problemen) geben!

Wolfgang

Geändert von wutesch (31.03.2006 um 15:46 Uhr)
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20.09.2005 Jörg S. 2 21.09.2005 08:54

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