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  #1 (permalink)  
Alt 22.10.2007, 17:38
Joe23 Joe23 ist offline
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Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wer hat Erfahrung mit Leistungsdiagnose?

Hallo an alle,
mich würden persönliche Erfahrungen mit Training und Leistungsdiagnose auf Fahrradergometer interessieren:
Laktattest oder Spiroergometrie oder ...?
Alter, Gewicht?
maximale Leistung?
maximal Puls?
anaerobe Schwelle (Leistung, Puls)?
aerobe Schwelle (Leistung, Puls)?
Dauerleistung, Durchschnittspuls, Gesamtzeit im Training?
Werden die eigenen Trainingserfahrungen durch die Leistunsdiagnose bestätigt?
Viele Grüße
Joe23

Geändert von Joe23 (22.10.2007 um 17:56 Uhr). Grund: Editieren
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  #2 (permalink)  
Alt 29.10.2007, 17:26
Joe23 Joe23 ist offline
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Beiträge: 32
Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Eigener Beitrag

Hallo an alle,
nachdem meine Frage bis dahin ohne Antwort geblieben ist, will ich etwas genauer ausführen, was mich zu dieser Frage veranlasst hat.
Ich betreibe Ergometer- und Radtraining seit 8 Jahren. Die Maximalleistung hat sich in der Anfangszeit (im 1. Trainingsjahr) sicher erhöht. Da ich aus dieser Anfangszeit keine Aufzeichnungen habe (und auch keine Belastungstests gefahren habe) kann ich diese anfängliche Steigerung nicht beziffern. Jedenfalls war im Stufentest (2min 25 Watt) eine Maximalleistung von 225 Watt bald erreicht. Seither kann ich mich kaum noch steigern. Nun vielleicht muss ich im Alter von 68 Jahren schon zufrieden sein, wenn die Leistung nicht zurückgeht. Jedenfalls entschloss ich mich 2005 zu einer Leistungsdiagnose in Form einer Spiroergometrie, die ich 2006 und 2007 wiederholte. Das Ergebnis war dreimal in etwa das gleiche:
Maximalleistung mit Kontinuierlicher Rampe 250-290 Watt (ist mit Stufentest nicht vergleichbar da Gesamtzeit kürzer, der einzelne Leistungswert muss nur 10 Sekunden durchgehalten werden). Zum Vergleich kann vielleicht der Mittelwert der letzten 2 Minuten verwendet werden, also 225-265 Watt.
Anaerobe Schwelle ca. 200 Watt
Aerobe Schwelle ca. 120 Watt
Körperlänge 1,84 m
Gewicht 98 kg
Alter 68 Jahre
Ruhepuls (mit Betablocker) 45
Max. Puls 150
Für mein Training hat die Leistungsdiagnose nichts gebracht. Ich habe vorher GA 1 bei 125 Watt und GA 2 bei 150 Watt trainiert (Dauermethode 1 Stunde).
Trainingsempfehlung aus Leistungsdiagnose: Fettverbrennung 120 Watt, Training 150 Watt.
Somit kann man sehr leicht den Schluss ziehen: Leistungsdiagnose ist sinnlos.
Ich habe die Anfrage gestartet weil ich sehr an Vergleichswerten interessiert wäre (ganz besonders von älteren Personen).
Vielen Dank im Voraus!
Joe23
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  #3 (permalink)  
Alt 29.10.2007, 18:59
Benutzerbild von uschi
uschi uschi ist offline
Moderator
 
Registriert seit: Mar 2002
Beiträge: 2.608
uschi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
betablocker

hallo joe,
erstmals gratuliation zu deiner leistungsfähigkeit. nicht viele menschen sind in deinem alter noch dazu fähig.

möglicherweise ist der beta-blocker limitierend. nimmst du ihn nur wegen des blutdrucks oder wegen einer herzerkrankung? sprich deinen internisten darauf an. vielleicht kann man ihn gegen ein anderes hypertensivum austauschen.

seas, uschi
__________________
ich bin klein und gemein!
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  #4 (permalink)  
Alt 30.10.2007, 15:06
Joe23 Joe23 ist offline
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Registriert seit: Oct 2007
Beiträge: 32
Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Leistungsdiagnose

Hallo Uschi,
vielen Dank für die Blumen, die gab es natürlich auch schon bei der Spiroergometrie in Form von 151% der üblichen Leistungsfähigkeit. Wobei diese Einschätzungen ja stark davon abhängen, was als 100%-Wert angenommen wird. Meine Hoffnung war, dass ich in einem Fitnessforum eher mit gehobenen Leistungsansprüchen zu tun habe und ich wollte mich eben daran messen.
Der Betablocker drückt den Puls um ca. 10% , ich will ihn aber nicht weglassen da koronare Herzkrankheit (KHK) vorliegt.
Viele Grüße
Joe23
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  #5 (permalink)  
Alt 12.11.2007, 12:53
Joe23 Joe23 ist offline
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Registriert seit: Oct 2007
Beiträge: 32
Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo an alle,
es wird doch hier im Forum Leute geben, die eine Leistungsdiagnose absolviert haben. Traut euch doch eure Werte zu veröffentlichen. Damit könnt ihr allen nutzen. Wenn ihr nicht veröffentlicht nutzt ihr nur dennen, die die Leistungsdiagnose machen. Denn die allein haben den Überblick, was so üblich und möglich ist. Allgemeine Sollwertformeln nützen wenig, da das dargestellte Probandenkollektiv nicht nur sportlich ambitionierte umfasst, also einen Durchschnitt von trainierten und untrainierten widerspiegeln. Ich wäre übrigens gerne bereit eventuell gemeldete Werte in einer Zusammenfassung standardisiert zu veröffentlichen, so dass jeder etwas davon hat. Also wie steht es?
Meldet euch,
Joe23
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  #6 (permalink)  
Alt 27.11.2007, 16:17
Joe23 Joe23 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: Oct 2007
Beiträge: 32
Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo,
hier nochmals der Versuch, eine Diskussion zu starten. Das sind meine neuesten Werte
für Ruhe,AT und P max:
15.12.05
Leistung 0 Watt 205 Watt 254 Watt
Puls 73 1/min 138 1/min 145 1/min
V´O2 1,02 l/min 2,46 l/min 2,72 l/min

19.04.06
Leistung 0 Watt 201 Watt 279 Watt
Puls 73 1/min 127 1/min 149 1/min
V´O2 0,56 l/min 2,29 l/min 2,52 l/min

05.02.07
Leistung 0 Watt 181 Watt 289 Watt
Puls 65 1/min 115 1/min 148 1/min
V´O2 0,4 l/min 1,97 l/min 2,71 l/min

19.11.07
Leistung 0 Watt 180 Watt 275 Watt
Puls 78 1/min 123 1/min 147 1/min
V´O2 0,46 l/min 2,28 l/min 3,14 l/min
Wer liefert Vergleichswerte?
Gruß
Joe23

Geändert von Joe23 (27.11.2007 um 16:31 Uhr).
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  #7 (permalink)  
Alt 27.11.2007, 16:41
Benutzerbild von papa
papa papa ist offline
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Registriert seit: May 2007
Beiträge: 88
papa befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
hallo!

Also... um dich zu "messen" oder zu "vergleichen" wäre ein standartisierter stufentest hilfreich. Rampentest sagen weniger was über deine leistungsfähigkeit

Das einfachste verfahren wäre z.b. ein PWC test auf dem ergo. Die erreichte leistung kannst du auf das KG runterrechnen und dich somit vergleichen.

Willst du eine ganz genaue aussage, dann solltest du einen lakattest machen oder - besser noch - zusätzlich einen spirometer mitlaufen lassen. Wohlgemerkt ist das alles zusammen nicht mehr im hobby-bereich anzusiedeln.

Beantwortet das deine fragen?

Eine PWC tabelle findest du bei einer internetrecherche....

mfg
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http://www.PersonalRehaFit.de
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  #8 (permalink)  
Alt 28.11.2007, 15:38
Hans Hans ist offline
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Registriert seit: Mar 2004
Ort: Graz, Österreich
Beiträge: 170
Hans
Was ist normal?

Hallo Joe!

Meiner bescheidenen Meinung nach wird in den sog. "Normwerttabellen" die epidemische Pathologie der Bevölkerung zur Normalität erklärt. Wer sind denn die "Normalen"? Die, die sich nicht bewegen, die Untrainierten. Statistisch gesehen ist das völlig korrekt, nur darf man "normal" nicht mit "gesund" gleichsetzen. Dass diese (besonders im Alter) ziemlich schlecht aussehen, wenn sie sich Jahrzehnte nicht bewegt haben, ist leider normal. Und dann kommt es dazu, dass ein 60-jähriger (wie ich) nur ca. 170 Watt am Ergometer strampeln müsste (Stufentest), um mit 100% und "eh in Ordnung" klassifiziert zu werden.
Nicht einmal in meiner Jugend war ich ein besonders guter Sportler, Laufen war nie meine Sache, Radfahren nur zum Spaß und für Mannschaftsspiele nicht geschickt genug. Sportabzeichen? Keine Chance! BMI immer so um die 26, auch heute.

Trotzdem habe ich vor ca. 35 Jahren zu laufen begonnen und mache das seitdem regelmäßig 4 - 5 Std/Woche. Zu Spitzenzeiten hat's nie gereicht. Wohl aber dafür, trotz einer genetischen Hypercholesterinämie (Gesamtchol. ca. 400) gesund zu bleiben. Ach ja, seit ca. 8 Jahren mache ich so alle 2 Jahre einen Stufentest, mit dem Ergebnis: 340 - 350 W max. Damit liege ich bei 200%, am Ergometer strample ich über eine Stunde mit 220 - 240 W. An den Laufergebnissen z.B. bei Halbmarathons sieht man deutlich, wo die wirklichen Spitzenleistungen liegen können, da hängen mich die Besten um fast eine halbe Stunde ab, und die sind in dieser Altersklasse ja auch keine Profis, sondern sie trainieren halt ein bisschen mehr und sind etwas besser dafür geeignet.

Ich gratuliere Dir dazu, dass Du trotz KHK einen derartig guten Gesundheitszustand hast und das hast Du Dir selbst hart erarbeitet. Versuche aber nicht, Dich mit den sog. "Gesunden Normalen" zu vergleichen, denn die sind in Wirklichkeit krank, obwohl sie 80 - 90% der Bevölkerung ausmachen. Ich bewundere immer wieder meinen Nachbarn, der mit seinen 75 immer noch Halbmarathons unter 2 Std. läuft, warum ist das abnormal? Nur, weil man in diesem Alter gefälligst gebrechlich zu sein hat?

Warum hat die Ärzteschaft nicht den Mut, den Standard dorthin zu setzen, wo er nach ihren geheimen und auch publizierten Wunschvorstellungen eigentlich liegen sollte, nämlich bei mind. 2 - 3 Std ordentlichem Training pro Woche? Dann hätte ich mit meine genetischen Anlagen wahrscheinlich Probleme, die 100% zu erreichen, was aber völlig korrekt wäre. Aber den Faulen würde vor Augen geführt werden, dass sie eben nur bei ca. 50% liegen.

Ich verstehe Deinen Wunsch, Dich zu vergleichen und zu erfahren, wo Du stehst. Aber in unseren Altersgruppen gibt es den "Gesunden Normalen" nicht mehr, es gibt nur solche, die etwas tun und noch viel mehr, die nichts tun. Mit welcher Gruppe willst Du Dich vergleichen? Ich fühle mich eigentlich ganz normal, werde aber von meinen z.T. viel jüngeren Kollegen und Freunden eher als Alien angesehen.

LG Hans
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  #9 (permalink)  
Alt 02.12.2007, 15:52
Joe23 Joe23 ist offline
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Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Papa,
natürlich habe ich den standardisierten Stufentest x-mal gemacht und mit 3 Watt pro kg minus Altersbonus (1% pro Lebensjahr über 30) verglichen.
100kg*3 Watt/kg-38%=186 Watt
Im Stufentest( 25 Watt/2 min) erreiche ich 1 min 250 Watt, dann schaltet der Doc wegen ST-Senkung ab. Ich möchte jedoch wissen, wo liegt ein gut trainierter mit 68 Jahren (Also einer der nicht vorzeitig abgeschaltet wird). Ich weiß natürlich, dass meine Power höchstens für das Vollenden der 250 Watt-Stufe ausreicht. Im übrigen werden mir die 180 Watt als AT bei der Spiroergometrie ausgewiesen. Es passt also nichts zusammen. Ich lasse die Spiro trotzdem immer wieder machen, weil ich meine daraus mehr Informationen über den Status meiner koronaren Herzkrankheit verspreche als bei einem Belastungs-EKG.
Mit freundlichen Grüßen
Joe23
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  #10 (permalink)  
Alt 02.12.2007, 17:52
Joe23 Joe23 ist offline
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Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Hans,
vielen Dank für Deinen Beitrag, ich habe darin endlich die Information bekommen, die ich eigentlich haben wollte. Auch Deinen Ansichten über Normwerte kann ich nur beipflichten. Ich habe mich zunächst an den Fallbeispielen von Karlman Wasserman orientiert, darunter war einer mit besserer Maximalleistung (Normal Athlete, ein Marathonläufer mit 31 Jahren) mit dem ich mich nun wirklich nicht vergleichen wollte. Die Sollwertformeln von Wasserman liegen dementsprechend niedrig. Dieser Normal Athlete wäre mit Pmax von 390 Watt (für 1 min) vielleicht ein Vergleichskandidat für Dich. Aber zurück zu Deinen Stufentests. Machst Du diese als Belastungs-EKG, oder als Laktattest, oder als Spiroergometrie oder ohne Doc auf eigenem Ergometer (falls ja, auf welchem )? Wie ist das Belastungsprotokoll (Stufenhöhe, Stufendauer). Kennst Du deine Schwellen? Kennst Du eventuell Deine VO2peak?
Ich habe seit meiner neuesten Spiroergometrie wieder Mut gefasst, war zum ersten Mal bei VO2peak über 3 Liter/min. Vielleicht kann ich doch noch weitere Trainingserfolge verbuchen.
Viele Grüße
Joe23
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  #11 (permalink)  
Alt 03.12.2007, 15:07
Hans Hans ist offline
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Hans
Spiroergo etc.

Hallo Joe!

Zunächst zur VO2: Da gibt es eine Formel, die in div. Physiologiebüchern steht:
kcal/Min = VO2/Min * 5

Wenn Du jetzt noch die Leistung in Watt auf kcal umrechnest, was mit einem angenommenen Wirkungsgrad (20 - 25%) einigermaßen geht, dann bekommst Du eine direkte Beziehung zwischen Leistung und VO2. Eine Spiroergometrie brauchst Du eigentlich meiner Meinung nach nur, wenn Du ganz außerhalb der Normalwerte für den Wirkungsgrad liegst, das dürfte aber eher selten sein. Der Körper braucht eben für eine bestimmte Leistung eine ganz bestimmte Menge Sauerstoff.

Nehmen wir an, Du bringst 200 W. Dann sind das in 1 Min. 12 kJ mechanische Energie, bzw. 2,87 kcal. Bei einem Wirkungsgrad von, sagen wir, 22% sind das 13 kcal verbrauchte thermische Energie pro Minute. Nach der obigen Formel sind das 13/5 = 2,6 Liter/Minute. Deine 3 Liter entsprechen demnach guten 230 W.

Meine Leistungstests waren alle Stufentests mit 20W/1 Min bis max. 340W, einmal 50W/ 2Min bis 350 W (allerdings kurz vor Ende abgebrochen), keine Spirometrie und auch kein Laktattest, aber jeweils mit Doc und EKG. Das VO2 sollte sich nach der obigen Formel mit ca. 4,4 l/Min ergeben, was auch noch nicht viel heißt, weil Normwerte ja auf das Körpergewicht bezogen werden sollten. Bei meinen 82 kg wären das ca. 54ml/kg/Min VO2peak. Damit definiert man ja auch den Ruheumsatz (metabolisches Äquivalent, 1 MET = 3,5 ml/kg/Min = 1 kcal/kg/h). Ob die obige Formel in anaeroben Bereich auch noch stimmt, weiß ich allerdings nicht, die Kurve flacht dann sicher etwas ab. Du liegst dann mit ca. 9 MET wahrscheinlich ganz gut.

Meine Schwellen kenne ich nicht, aber da ich 240 W über ca. 1 Std durchhalte, werde ich da wohl noch unter 4 mmol Laktat liegen. Generell halte ich es für ausreichend, die Trainingsleistung auf einem Ergometer bestimmen zu können. Wozu soll ich dann die Laktatwerte kennen? Ich weiß genau, dass ich 20 W mehr nur deutlich kürzer durchhalten würde und dann wäre ich eben anaerob.

Bezüglich Training habe ich festgestellt, dass es schon Steigerungen gibt, wenn ich z.B. im Urlaub zu mehr Training komme, wobei man natürlich auch hier vorsichtig steigern muss. Bei gleichbleibendem Training kann es auch keine Steigerungen geben, da fehlen die Trainingsreize. Bei KHK solltest Du allerdings sehr vorsichtig sein, Intensitätsreize zu setzen und lieber die Ausdauer weiter verbessern.

LG Hans
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  #12 (permalink)  
Alt 03.12.2007, 23:12
Joe23 Joe23 ist offline
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Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Hans!
Vielen Dank für Deine Antwort. Es ist immer spannend Deine Ausführungen nachzuvollziehen. Mit Deiner Umrechnung von Watt in Volumen O2 bin ich nach längerem Nachdenken nicht voll einverstanden. Ich muss erst mal vorausschicken, ich habe es leicht Kritik zu üben, denn mir liegt die Datentabelle der Spiroergometrie vor. Darin sind alle 10 Sekunden die Bremsleistung des Ergometers (Ergoline, in der Kardiologie sehr verbreitet), die Sauerstoffaufnahme pro Minute, die Kohlendioxydabgabe pro Minute, die Herzfrequenz, das Atemminutenvolumen, die Atemfrequenz und noch 5 andere Werte aufgelistet.
Hier einige Sauerstoffaufnahmen mit Leistung:
Ruhe V´O2=0,4 bis 0,5 l/min;100Watt 1,25 l/min;150 Watt 1,86 l/min; 200 Watt 2,41 l/min; 250 Watt 2,87 l/min; 275 Watt 3,14 l/min.
Bei Deinem Ansatz hast Du die Sauerstoffschuld vergessen (das ist nach meiner Meinung Milchsäure, die zwar in der Säurewirkung abgepuffert oder neutralisiert wird, aber als Laktat auch nach dem Training noch teilweise vorhanden ist und zum Ab- oder Umbau Sauerstoff benötigt.
Die Frage nach den Schwellen habe ich deshalb gestellt, weil ich trotz 4 mal Spiroergometrie unsicher über meine Schwellen bin. Bis zu meiner 4. Spiro war ich der Meinung, dass meine aerobe Schwelle bei ca. 125 Watt liegt (115-135 Watt) und die anaerobe Schwelle irgendwo bei 180 bis 200 Watt. Nun habe ich letztes Mal nachgefragt, ob die AT nach Wasserman ist, was der Doc unglücklicherweise mit Ja beantwortet hat. Als AT nach Wasserman wäre sie ja als aerobe Schwelle anzusehen und dafür sind 180-200 Watt zuviel. 50% von V´O2max liegt bei 125 Watt. Dummerweise kann ich das V-Slope-Verfahren nicht anwenden, weil nach meiner Meinung nach Start mit 50 Watt bei 125 Watt noch kein steady state vorliegt. Also ist die nächste Spiro schon vorprogrammiert.
Überhaupt muss ich zu Laktat sagen, meine Oberschenkel spannen 1-2 Tage nach 70 min Training wie eine Wurst, der es zu eng ist in der Wursthaut, egal ob ich 100 Watt oder 150 Watt leiste. Deshalb würde mich ein Laktattest schon interessieren. Nur der Gedanke einer Blutabnahme am Ohr ist mir unangenehm. Ich weiß auch nicht, wird man einmal, oder pro Messwert einmal gestochen. Vielleicht hast Du dazu schon was gehört.
Viele Grüße,
Joe

Geändert von Joe23 (03.12.2007 um 23:15 Uhr).
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  #13 (permalink)  
Alt 04.12.2007, 13:11
Hans Hans ist offline
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Hans
Hallo Joe!

Die Umrechnerei ist natürlich immer mit Fehlermöglichkeiten behaftet, die Formel kann ja nur im aeroben Bereich wirklich gültig sein, sobald eine Sauerstoffschuld dazukommt, muss die Kurve abflachen. Weiters ist der Wirkungsgrad nur ein Schätzwert. Aber wenn ich statt 22% 23% einsetze, ergibt sich:
100W 1,25 l/Min, 150W 1.87, 200W 2.49, 250W 3.12, 275W 3.43.

Es gibt, wie Du siehst, erst bei 200W eine kleine Abweichung von Deinen Werten, die dann durch die Sauerstoffschuld bei höheren Leistungen größer wird, da flacht die Kurve dann ab.

Grundsätzlich verstehe ich nicht ganz, was Du mit den Messwerten wirklich anfangen willst. Wenn Du, wie Du oben schreibst, schon 8 Jahre in ähnlicher Form trainierst, bist Du nach kurzer Zeit (vielleicht nach 1 Jahr?) auf dem Niveau, das diesem Umfang und dieser Intensität entspricht. Wie schon gesagt, für eine Leistungssteigerung fehlen die Trainingsreize. Mit zunehmenden Alter muss die Leistungsfähigkeit bei gleichbleibendem Training auch sinken.

Muskuläre Ermüdungserscheinungen bei 100 - 150 W auf Laktat zurückzuführen, ist nach meiner Laien-Einschätzung nicht richtig. Ev. hilft da Magnesium etwas? Beim Gesunden sollte sich auch bei Laktatwerten von z.B. 3 mmol ein steady state einstellen, was bei Dir jenseits der 150W liegen dürfte. Aber das muss Dir ein Arzt beantworten. Beim Laktattest muss auf jeden Fall bei jeder Belastungsstufe Blut abgenommen werden, sonst kannst Du ja keinen Verlauf feststellen.

Wie oft trainierst Du so pro Woche? Nach meiner Erfahrung ist eine Leistungssteigerung nur dann möglich, wenn ich Umfang und Intensität erheblich steigere, was natürlich nur langsam geht. Z.B. habe ich in der Marathon Vorbereitungen den Laufumfang von ca. 40 - 50 auf 70 - 80km/Woche gesteigert, nach 10 - 12 Wochen habe ich dann schon eine Verbesserung bemerkt. Beim Stufentest dürften das aber kaum mehr als ca. 20 W gewesen sein. Bei gleichbleibendem Training sinkt die Leistungsfähigkeit langfristig leicht ab.

LG Hans
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  #14 (permalink)  
Alt 04.12.2007, 13:22
Hans Hans ist offline
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Hans
Hallo Joe!

Die Umrechnerei ist natürlich immer mit Fehlermöglichkeiten behaftet, die Formel kann ja nur im aeroben Bereich wirklich gültig sein, sobald eine Sauerstoffschuld dazukommt, muss die Kurve abflachen. Weiters ist der Wirkungsgrad nur ein Schätzwert. Aber wenn ich statt 22% 23% einsetze, ergibt sich:
100W 1,25 l/Min, 150W 1.87, 200W 2.49, 250W 3.12, 275W 3.43.

Es gibt, wie Du siehst, erst bei 200W eine kleine Abweichung von Deinen Werten, die dann durch die Sauerstoffschuld bei höheren Leistungen größer wird, da flacht die Kurve dann ab.

Grundsätzlich verstehe ich nicht ganz, was Du mit den Messwerten wirklich anfangen willst. Wenn Du, wie Du oben schreibst, schon 8 Jahre in ähnlicher Form trainierst, bist Du nach kurzer Zeit (vielleicht nach 1 Jahr?) auf dem Niveau, das diesem Umfang und dieser Intensität entspricht. Wie schon gesagt, für eine Leistungssteigerung fehlen die Trainingsreize. Mit zunehmenden Alter muss die Leistungsfähigkeit bei gleichbleibendem Training auch sinken.

Muskuläre Ermüdungserscheinungen bei 100 - 150 W auf Laktat zurückzuführen, ist nach meiner Laien-Einschätzung nicht richtig. Ev. hilft da Magnesium etwas? Beim Gesunden sollte sich auch bei Laktatwerten von z.B. 3 mmol ein steady state einstellen, was bei Dir jenseits der 150W liegen dürfte. Aber das muss Dir ein Arzt beantworten. Beim Laktattest muss auf jeden Fall bei jeder Belastungsstufe Blut abgenommen werden, sonst kannst Du ja keinen Verlauf feststellen.

Wie oft trainierst Du so pro Woche? Nach meiner Erfahrung ist eine Leistungssteigerung nur dann möglich, wenn ich Umfang und Intensität erheblich steigere, was natürlich nur langsam geht. Z.B. habe ich in der Marathon Vorbereitungen den Laufumfang von ca. 40 - 50 auf 70 - 80km/Woche gesteigert, nach 10 - 12 Wochen habe ich dann schon eine Verbesserung bemerkt. Beim Stufentest dürften das aber kaum mehr als ca. 20 W gewesen sein. Bei gleichbleibendem Training sinkt die Leistungsfähigkeit langfristig leicht ab.

LG Hans
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  #15 (permalink)  
Alt 04.12.2007, 18:50
Joe23 Joe23 ist offline
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Joe23 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Hans!
Nochmals zur Sauerstoffaufnahme: In der Spiroergometrie gibt es, beinahe möchte ich sagen, ein Naturgesetz, demnach hat die Sauerstoffaufnahme mit 10 ml/min/Watt zu steigen (bei Sportlern auch bis zu 12). Dies gilt jedoch nicht bei ischämischen Herzerkrankungen (wie z.B. KHK). Im Februar des Jahres hatte ich 11,5 ml/min/Watt die bei ca 180 Watt auf 7 ml/min/Watt abknickten. Außerdem wurde eine ST-Senkung die immer schon da war (aber früher als nicht signifikant eingeordnet wurde) als grenzwertig bezeichnet. Man riet mir diese Ergebnisse meinem Internisten vorzulegen. Sein Belastungs-EKG ergab pathologische ST-Senkung ab der 175 Watt-Stufe. Er wies mich ins Krankenhaus ein zu erneutem Herzkatheter (dem 2. in 2007 nach Stent im Januar). Neuer Befund war alles wie im Januar (also keine Veränderung). Als nun wieder ein Termin beim Internisten fällig war, habe ich es vorgezogen zunächst darauf zu verzichten und erst mal zu Spiro zu gehen (dort bekomme ich die EKGs und Spirodaten ausgehändigt). Bei der vorletzten Spiro (nach Stent) hatte ich eine besser abgesicherte Diagnose der ischämischen Reaktion die den Herzkatheter gerechtfertigt hat und nun wollte ich ganz einfach den neuesten Status erfahren. Das erstaunliche war nun, dass die Ischämieanzeichen in der O2-Kurve weg sind, allerdings war das EKG (gleiches Verhalten wie im Februar) immer noch Grund für einen Abbruch. Die Frage lautet nun. Lebe ich um zu trainieren, oder trainiere ich um zu leben?
So ich denke jetzt verstehst Du meinen Hang zur Spiro. Und wenn ich sie schon häufig machen lasse, dann sollten auch die daraus bestimmten Schwellen stimmen. Die eigene Interpretation der Daten ist mein Hobby geworden.
Nochmals zurück zu Sauerstoffaufnahme: Kurt hat eine Formel (3,5 x kg + 12 x Watt Ergebnis in ml/min). Für meine Verhältnisse trifft 3,3 x kg +10,3 x Watt besser zu (hohe Sauerstoffschuld?).
Im Prinzip hast du recht, dass 150 Watt als Trainingsleistung schnell erreicht sind, aber 1 Stunde durchzuhalten hat bei mir schon Jahre gedauert.
Derzeit mache ich ca 240 Trainingseinheiten im Jahr, das entspricht ca. 7500 km, davon 1/3 Mountainbike (seit Anfang 2005 nach Herzinfarkt ohne Mountain) und 2/3 Ergometer.
Hoffentlich habe ich alles beantwortet.
Mit besten Grüßen
Joe

Geändert von Joe23 (05.12.2007 um 13:55 Uhr).
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