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Hallo,
ich spiele sehr leistungsorientiert Golf, und um den Ball weit zu schlagen muss man eine sehr hohe Schnellkraft durch Unterarme, Schultern und Hüften erzeugen.
Natürlich ist Stretching ernorm wichtig, aber was kann ich noch für Übungen im Fitness-Studio machen um die Schnellkraft (nicht das Muskelwachstum) zu steigern?
hallo julian,
ich hoffe, du stretcht nicht unmittelbar vor deinem golftraining bzw. wettbewerb. dass stretching die schnellkraft beeinträchtigt, sollte mittlerweile jedem bekannt und bewusst sein (bist du neu in diesem forum?)(WIEMANN und KLEE, siehe "was ist dran am dehnen?" auf meiner homepage).
ich sehe keinen grund zur annahme, dass stretching für das golfspiel "enorm wichtig" sei, allenfalls ein begleitendes dehnprogramm zwischen den spezifischen golfeinheiten sowie - dosiert - nach dem allgemeinen aufwärmen auch vor dem golfspielen, aber nicht als statisches, sondern als dynamisches, sportartspezifisches dehnen ausgeführt.
abgesehen davon ist golf keine wirkliche schnellkraftsportart.
trotzdem macht ein schnellkrafttraining sinn. lies mal darüber im archiv nach. an übungen empfehle ich dir die klassischen komplexen hauptübungen des krafttrainings, natürlich nicht an maschinen, sondern mit freiem widerstand ausgeführt.
da der golfschwung eine einseitige belastung des bewegungsapparates darstellt, ist ein "ausgleichendes" krafttraining (primär aber nicht als schnellkrafttraining) ohnehin pflicht. und gegen das eine oder andere kilogramm mehr an muskelmasse ist nichts einzuwenden, langsam wirst du deswegen mit sicherheit nicht (im gegenteil!) - wenn du dein krafttraining nicht nach der bodybuilding-methode gestaltest.
viel erfolg, kurt (der bislang nur einmal gegolft hat - und das am computer[img]/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif[/img], und der sportarten bevorzugt, die ihn körperlich fordern. wer weiß - vielleicht fange ich in meiner pension mit dem golfen an?[img]/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif[/img])
Hallo Kurt!
Danke erstmal für deine Tips.
Stretching ist fürs Golf besonders wichtig um eine möglichst weite Schulterdrehung ausführen zu können, denn bei dem Aufdrehen der Schultern wird die Kraft aufgebaut. ( Wie bei einer Feder)
Damit man also überhaupt eine möglichst weite Schulterdrehung machen kann, ist Beweglichkeit wichtig ---> Stretching.
Zu grosse Muskeln behindern hierbei nur.
Die Schnellkraft der Arme ist wichtig, um eine möglichst hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit zu erzeugen. ( Bei guten Spielern zwischen 100 und 140 mph)
Trainiere schon seit 5 Jahren im Fitness-Studio aber wollte jetzt mal vom eigentlichen Muskelaufbautraining weg zu effektivem (Schnellkraft)Training.
wie Kurt schon sagte helfen dir komplexe Übungen mit freien Gewichten weiter.
Ich empfehle dir Kurzhanteldrücken auf einer neg. Schrägbank. Im Sport wird die Armaktion bei der Ausführung bestimmter Bewegungen an den Ringen beim Turnen, und bei zahlreichen Schlagaktionen - Baseball, Vorhand im Tennis, Boxen und Kampfsport- gesehen. Sie kann ebenfalls Golfern beim der Aktion des rechten Arms helfen, da er sich beim Schwung ausstreckt und vor dem Körper bewegt.
Kannst ja diese Übung sowohl schwer als auch auf Schnellkraft ausführen.
Wenn du schon 5 Jahre ins Studio gehst, wird dir diese Übung bestimmt geläufig sein.
Auch wenn ihr es nicht gerne hört: Ich empfehle hier mal eine ergänzende Bauchmuskelübung [img]/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif[/img], und zwar die Russian Twist (such bei Google).
Die haben genau diese Bewegung drin, alles weitere Wichtige wurde schon gesagt...
Danke euch erstmal für die Tipps.
Wie ich schon beschrieben habe ist Schnellkraft für Golf sehr wichtig.
Tiger Woods z.b. kombiniert eine sehr schnelle Unterarmrotation mit einer sehr schnellen Hüftdrehung, und erzeugt dadurch genug Power um seine Drives über 300 Meter weit zu schlagen.
(Nicht etwa durch pure "Muskelstärke")
Ich als guter Amateur (Handicap 5) komme bei meinen Drives so auf 240-270 Meter.
hallo julian,
du unterliegst einigen irrigen vorstellungen (wie übrigens auch viele, um nicht zu sagen, die meisten profisportler und trainer). erstens ist die zweckmäßigkeit eines stretching im sinne eines statischen dehnens von vorn herein kritisch zu hinterfragen, wie ich dir schon zu erklären versucht habe. für eine weite rumpfdrehung (es ist nicht nur eine schulterdrehung!) zum aufbau der "körperfederspannung" (es wird keine kraft, sondern spannung aufgebaut), wie es z.b. auch beim tennnisaufschlag notwendig ist, braucht es kein stretching. hiefür ist ein vorbereitendes sportartspezifisches, dynamisches dehnprogramm zweckmäßiger. drittens stimmt es nicht, dass "große muskeln" nur behindern würden (abgesehen davon, dass man von einem kraftraining ohne "chemische keule" ohnehin keinen übermäßigen muskelzuwachs zu erwarten hat). viertens hat der golfschwung nur teilweise mit schnellkraft zu tun (eine klassische schnellkraftsportart wäre z.b. das kugelstoßen), vielmehr ist es die bereits erwähnte "feder" durch die vorbereitende körperspannung der rumpfmuskulatur, die schulter folgt quasi nach. ein schnellkrafttraining der arme allein würde dir also nicht helfen, du musst insgesamt "schnell" sein. deswegen habe ich dir schon den tipp mit den komplexen hauptübungen gegeben.
fazit: falsche vorstellungen im zusammenhang mit dehnen sind weit verbreitet, und nur weil etwas tradition hat und auch von weltklassesportlern durchgeführt wird sowie von trainern usw. propagiert wird, gewinnt es deswegen noch lange nicht an richtigkeit. ich wundere mich z.b. auch über basket- und volleyballspieler, die vor dem match oberschenkel und waden statisch dehnen - die das tun, wissen offensichtlich (wie auch ihre trainer) nicht, dass dadurch die schnell- und damit auch sprungkraft leidet. auch für's golfspiel braucht es kein starrsinniges stretching, sondern in erster linie ein zweckmäßiges, ausbalanziertes bzw. balanzierendes krafttraining von agonisten und antagonisten und ein zweckmäßiges dynamisches dehnprogramm für die rumpf- und schultergürtelmusklatur.
und selbst beim KA-training ist nicht primär das ausmaß des muskelbrennens (das ja auch subjektiv ist), sondern die kraftleistung innerhalb einer minute entscheidend. dass bei einer hohen anaeroben kapazität viel protonen gebildet werden (und parallel dazu laktat), die zur muskulären "übersäuerung" führen, ist klar. und meistens geht eine hohe anaerobe kapazität mit einer hohen KA einher.
objektiv wäre das messen des intramuskulären pH-wertes.
(aber das wäre dann doch etwas übertrieben[img]/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif[/img])