| Ich habe relativ früh in meiner jetzigen Abspeckphase die Artikel von Kurt Moosburger gelesen und fand den Gedanken nachvollziehbar, dass es besser sei, lieber in einem Cardiotraining mehr Energie absolut zu verbrauchen, als in einem vermeindlichen "Fettabbau"-Training anteilig mehr Fett, dafür aber insgesamt weniger Energie.
Nach Monaten des Trainings bei gleichzeitiger Diät, bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob dieses Prinzip uneingeschränkt zutrifft.
Gerade wenn man auf die drei Säulen Krafttraining, Ausdauertraining und Energiereduktion setzt, muss man verschiedene Restriktionen in das Puls-Kalkül einbeziehen.
Damit das Krafttraining neben dem Energieverbrauch noch einen Muskelaufbau/-erhalt gewährt, braucht der Körper Proteine, die natürlich auch noch für Zellregeneration allgemein wichtig sind. An "gesunden" Fetten führt auch kein Weg vorbei. Der Rest der zugeführten Energie steht für Kohlehydrate zur Verfügung. Bei beschränkter Nahrungszufuhr sind dies, je nach Diät-Grenze, ca. 100g bis 200g. Damit kann der Abspeck-Sportler arbeiten. Und das ist eine entscheidende Beschränkung. Kurt Moosburger geht ja davon aus, dass die Zeit, die zum Sport zur Verfügung steht, beschränkt ist und dass genug Glykogen vorhanden ist. Natürlich ist es unter dieser Annahme für den Abspeck-Sportler sinnvoller, einen höheren Puls zu wählen, um so pro Zeiteinheit, mehr Arbeit zu leisten und auf einen höheren Energieumsatz zu kommen.
Falls ich aber Zeit nicht als exogen und fix betrachte, sondern die verfügbare Menge an Kohlehydraten und damit an Glykogen, was für eine Diät eine imo plausible Annahme ist, dann ist es sinnvoller, mit geringerem Puls zu trainieren, einem Puls, bei dem verstärkt Lipolyse stattfindet. Dann kann ich nämlich bei gleicher Glykogenreserve bedeutend mehr Fett absolut verbrennen und erreiche so in der Summe aus Glykogen und Fett einen bedeutend höheren Gesamtumsatz, schaffe also ein höheres Defizit in der Energiebilanz.
Dazu kommt noch ein weiteres Problem, mit dem ich gelegentlich in den vergangenen Monaten in Berührung kam und welches mich zum umdenken angeregt hat: Verschätzt man sich beim Ausmaß des Glykogenverbrauches im Training, werden die Glykogenreserven allmählich erschöpft. Der Abspeck-Sportler gerät schließlich in den Unterzucker und ein instinktiver Heißhunger zwingt ihn, die Reserven wieder aufzufüllen. Im Kontext einer Diät ein eher kontraproduktives Phänomen. Trainiert man dagegen mit "Fettverbrennungspuls", kann man sich besser einen Glykogenpuffer erhalten und vermeidet diesen Stolperstein.
Natürlich kann man als Reaktion die Diät lockern und sich mehr Kohlehydrate zuführen. Im Hinblick auf eine Körperfettreduktion ist das aber ein Nullsummenspiel, weil dann später nur die Energie wieder verbraucht wird, die man zuvor in einem Mehr an Kohlehydraten zugeführt hat. Die Energiebilanz bleibt davon unberührt.
Deshalb - man korrigiere mich, falls ich falsch liege - stellt sich mir in der typischen Situation einer Fettreduktion mittels Sport und Diät, ein "Fettverbrennungspuls" als sinnvollere Alternative dar. Wird im Sinne eines sanften Fettabbaus auf Diät verzichtet, hat der Körper also immer ordentlich Energie zur Verfügung, oder hat man nur sehr wenig Zeit um regelmäßig Ausdauer zu trainieren, dann ist selbstverständlich nach wie vor ein Cardiotraining die effektivere Wahl.
Geändert von Phönix (11.06.2008 um 14:43 Uhr).
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