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  lowcarb-dauerscheiternder Beitrag #9 (permalink)  
Alt 14.04.2008, 20:33
karsten69 karsten69 ist offline
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: Sep 2007
Beiträge: 38
karsten69 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Das Experiment Beitrag anzeigen
Dem stimme ich nicht zu. Sport kann extrem viel ändern. Und das sag ich als lebendes Beispiel. Ich hab 4 Jahre lang trainiert, ohne, dass irgendwas passiert ist, mit meinem Körper. Ich war ein Hungerhaken sonder gleichen. Vor 2 Jahren kam ich auf den Trichter, Grundübungen zu machen, dann hab ich mehr gegessen, dann Intensitätstechniken gemacht. Und bin breit geworden. Es ist alles ne Frage der Herangehensweise. Man muss die Faktoren herausfinden, die bei einem selbst was bewirken können (aber innerhalb der eigenen Toleranzschwelle/Genetik).
Nach deinem Profil kam der Unterschied als du ca. 20 warst. In dem Alter ändert sich im Körper eine ganze Menge. Auch das kann Grund für den Unterschied sein.

Zitat:
Es kommt immer auf das Verhältnis an. Primär bewirkt Sport (gleich, welcher Art) erstmal einen Anstieg des Kalorienverbrauchs. Das wäre der Fettverlust.
Nur, wenn man nicht gleichzeitig mehr ißt. Bei den meisten Menschen reagiert der Körper auf Sport mit mehr Appetit, so das man nicht nennenswert Fett abnimmt. Wenn man Glück hat und intensiv genug trainiert, dann erreicht man aber trotzdem ein Mehr an Muskeln und ein Weniger an Fett.

Zitat:
Zitat von Strahlemann Beitrag anzeigen
Warum? Weil der menschliche Körper trotz aller genetischen Disposition physikalischen Gesetzen unterliegt
Etwa im Gegensatz zur Form der Nase oder der Hautfarbe? Beides ist genetisch vorgegeben, unterliegt aber natürlich auch physikalischen Gesetzen. Man kann es auch zwangsweise ändern, die neue Nase macht der Chirurg (oder ein Faushieb) und wegen der Hautfarbe frag Michael Jackson.

Und natürlich kann man mit Gewalt auch das Gewicht ändern: Hungert man, wird man dünner, ißt man über den Hunger wird man dicker. So weit so trivial. In diesem Forum wird dann meist völlig unnötig die Thermodynamik bemüht um der Trivialität der Energiebilanz etwas mehr Glanz zu geben. Aber tatsächlich ist die Sache so simpel, die weiß jedes Kind. Ach ja, die Thermodynamik ist übrigends nicht mal nötig, Energieerhaltung gilt es in allen abgeschlossen, zeitinvarianten Systemen. Das kann man auf der Basis von Extremalprinzipien leicht nachrechnen und ist weitaus grundlegender als die Thermodynamik.

Und obwohl das so simpel ist, gibt es Leute, die leicht ihr Traumgewicht erreichen und halten können, während andere damit große Probleme haben. Es gibt auch Leute die essen mehr als andere, nehmen aber weniger zu. Die Energiebilanz erklärt das natürlich trivial: Wer zunimmt, ißt mehr als er verbraucht, wer abnimmt weniger. Das 'warum' erklärt sie aber nicht. Genau darum geht es aber den Leuten, die Gewichtsprobleme haben! Eine Antwort a la "Deine Energiebilanz ist positiv, mach sie negativ!" ist etwa so sinnvoll wie auf die Frage "wie programmiert man Computer" mit "indem man Programme schreibt" zu antworten: Trivial wahr aber keineswegs zielführend.

Der relevante Frage ist also: Warum hab ich Hunger wenn ich mein Gewicht halten will, während jemand anders über den Hunger 'stopfen' muß um ein höheres Gewicht zu halten. Und der Grund liegt schlicht und einfach in der Hungerregulation: Mal abgesehen vielleicht von Sumoringern ist es für jeden Menschen sehr einfach, die nötige Menge an Energie zuzuführen um nach Wunsch zu- oder abzunehmen - wäre da nicht das Hungergefühl! Bei den einen zwingt es zur Aufnahme von mehr als nötig, bei den andern reicht es nicht sein Gewicht zu halten (letzteres ist bei gesunden Menschen selten, tritt bei diversen Krankheiten (z.B. Krebs) aber als gefährliche Nebenwirkung auf).

Hier gehts es also darum warum mehr Hunger da ist, als gut für einen ist. Und der Grund dafür liegt primär in der Genetik. Daher sind (eineiige) Zwillinge fast immer etwa gleich schwer, weil bei ihnen die Hungerregulation identisch funktioniert und selbst sehr unterschiedliche Umweltbedingungen selten ausreichen um die Genetik zu überlisten (es gibt natürlich auch Fälle in denen das der Fall ist, aber die sind wie gesagt Ausnahmen). Dazu kommt oft noch der Effekt, das der Körper auch ohne Sport den Grundumsatz variieren kann. Nach oben und nach unten!

Und das macht es auch so schwer, ein anderes Gewicht zu erreichen als die eigene Genetik für einen vorsieht. Sport allein nützt da deshalb wenig, weil der Körper wie oben schon geschrieben einfach nachregelt. Die einzige Methode ist vorsichtiges Hungern. Hungert man zu viel geht der Körper in den Energiesparmodus. Der scheint interessanterweise recht gesund zu sein, auch wenn z.B. die Fortpflanzungsfähigkeit gestoppt wird und auch Muskelmasse verloren geht. Permanent unterernährte Mäuse werden bekanntlich deutlich älter als normal ernährte. Inzwischen weiß man auch zum Teil, was da auf molekularbiologischer Ebene passiert und wie der Körper seinen Grundumsatz derart senken kann, das man obwohl man eigentlich unterernährt ist, nicht abnimmt. Aber zum Abnehmen ist dieser 'Modus' natürlich äußerst schlecht, weil das Abnehmen dann noch schwerer geht - und man bei einem Mehr an Kalorien sofort massiv wieder zunimmt. Der Jojo-Effekt halt.

Also zu viel Hungern ist schlecht, aber ganz ohne Hungern geht es nicht. So kam es dann zu der üblichen "500kcal weniger als nötig" Empfehlung - die aber scheinbar auch nur für eine gewisse Zeit funktioniert (weil der Körper den Grundumsatz oft trotzdem langsam absenkt). Das Problem ist also, das bei vielen Menschen das Abnehmen so zwar funktioniert, sie aber um das Gewicht zu halten, weiterhin hungern müssen - im Zweifel für den Rest ihres Lebens!

Also nochmal: Abnehmen ist einfach, Gewicht halten auch, aber nur vom physikalischen Standpunkt. Denn die Physik kennt keinen Hunger! Reale Menschen dagegen schon und daher kann das für die verdammt schwer bis unmöglich sein (wobei ich von relativ normalen Gewicht spreche, bei schwerer Adipositas sieht das ganze etwas anders aus als hier beschrieben, es gibt wohl kaum Menschen, deren genetisch gewünschte Fettmasse ein Gewicht über BMI 35 erzwingt). Letztlich muß jeder ausprobieren, wie weit er kommt, es bringt aber auch nichts, sich irre zu machen, wenn man nicht das erreicht, was man will.

Aber weil es für den einen recht einfach ist und für den anderen so schwer, wird von den 'Begünstigten' leider oft reichlich unfair über die anderen geredet. Denn wer genetisch eher auf schlank programmiert ist, der denkt natürlich, was für ihn so einfach ist, ist es für andere auch. Aber dem ist leider nicht so und das sollte sich langsam mal rumsprechen.
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