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Zitat von HansP Hallo uschi,
aus dieser Frage will ich nun keine Wissenschaft machen, weil es für mich nicht wirklich praktische Auswirkungen hat. Trotzdem können wir das interessehalber noch fortsetzen, wenn du magst.
Hier will ich nochmal einhaken:
Was verstehst du unter Fettstoffwechsel ?
Ich habe mir diesen Artikel von Kurt nochmals zu Gemüte geführt:
Demnach ist FTSW durchaus ein Abbau von Fett. Er schreibt lediglich, dass das übliche Ziel, eines FTSW-Trainings nicht der Fettabbau zum Zweck des Abnehmens ist, weil es dazu viel zu lange dauert und zu aufwendig ist, den FTSW daraufhin gezielt zu trainieren. Ziel des Trainings sind vielmehr sportliche Ausdauerleistungen.
Dennoch kann natürlich durch einen trainierten FTSW - wenn man ihn hat - viel Fett in kurzer Zeit abgebaut werden, anders ist doch die damit erzielte Einsparung von Glukose gar nicht zu erklären, irgendwoher muß die Energie kommen, und die kommt bei einem trainierten FTSW aus dem kurzfristig abgebauten Fett.
Und nun ist es ja so, dass ich - ohne es zu merken oder zu wollen - einfach durch meinen Lebenswandel (konkret durch die Gewohnheit oft nur ein Mal am Tag zu essen), durchaus meinen FTSW trainiert habe: Da lange Zeit keine Nahrung aufgenommen wurde, hat mein Körper trainiert, ans gespeicherte Fett zu gehen und sich da relativ zügig (zügiger als beim Durchschnitt) zu bedienen.
Andersrum hat mein Körper natürlich die großen Mengen, die dann mit dieser einen Mahlzeit auf ein Mal kamen, sicherlich zum guten Teil in die Fettdepots eingelagert, weil er eine komplette Tagesration Kalorien anders wohl kaum speichern kann.
Und damit kommt ein weiterer Mosaikstein hinzu:
Das könnte im übrigen auch die Erklärung sein, warum ich seit langer Zeit kaum Lust auf süße Sachen habe, sondern (bis zu dem Punkt wo ich jetzt den Schnitt gemacht habe) am Liebsten sehr fettig gegessen habe: Das Fett ist eben direkt bereit zum Einlagern, Zucker hingegen eignet besser zum direkten Verbrauch und muß wenn die Glukose-Speicher voll sind zum Einlagern erst in Fett umgebaut werden. |
Lieber HansP,
1. Einen guten Fettstoffwechsel zu haben bedeutet, dass der Körper den Energiebedarf auch bei höheren Belastungen noch aus dem Fettstoffwechsel decken kann. Konkret kann man dann z.B. bei 85% der maximalen Leistungsfähigkeit 2h laufen, statt nur 1.5h, da ein grösserer Anteil des Energiebedarfs aus dem Fettstoffwechsel gedeckt wird und die Glukosespeicher (die bei solchen Belastungen i.d.R. leistungslimitierend sind) deshalb länger reichen. Im Alltag merkt man dies aber gar nicht, da die Belastungsintensität (von einigen wenigen Minuten pro Tag - etwa wenn man auf den Zug rennen muss) so gering ist, dass jeder Mensch den (fast gleichen) überwiegenden Prozentsatz der Energie aus der Verstoffwechselung von Fett gewinnt.
2. Unter "1" habe ich nun also gesagt, dass der Trainingszustand des Fettstoffwechsels ausser bei Spitzenbelastungen überhaupt keine Rolle spielt. Nun kommt noch hinzu, dass auch bei Spitzenbelastungen der Fettstoffwechsel nur das Verh. von Fett- zu Glukoseverstoffwechselung bestimmt. Führen aber 2 Individuen - einer mit gutem, einer mit schechtem Fettstoffwechsel - dieselbe hochintensive Aktivität aus, ist bei beiden - abgesehen von marginalen Unterschieden, die aus ganz versch. Faktoren resultieren können - der Energiebedarf derselbe. Unabh. davon, wieviel von diesem Energiebedarf nun kfr. aus Fett und wieviel aus Glukose gewonnen wird, lfr. verzeichnen beide dieselbe Körperfettzu- oder -abnahme.
3. Meines Wissens nach kann man den Fettstoffwechsel nicht einfach durch Nahrungsaufnahme in langen Intervallen trainieren, sondern nur mit trainingswirksamen Ausdauerbelastungen (allermindestens 65% der HFmax).
4. Es gibt SEHR VIELE Menschen, die nur einmal pro Tag eine grosse Mahlzeit zu sich nehmen/ überhaupt nur einmal pro Tag essen und keinerlei Probleme damit haben. Auf die Gefahr hin, dein Selbstbewusstsein stark zu reduzieren: Du bist in dieser Hinsicht gar nichts Besonderes.
5. Zu deinem "letzten Mosaikstein": Ich sage nicht, dass die Aussage falsch ist, weil mir schlicht die Qualifikation dazu fehlt. Für mich klingt das aber wie die Aussage eines Vierjährigen, der sich durch Kombination von Dingen, die er so von seinen Eltern gehört hat, mit seiner kindlichen Phantasie sein eigenes kleines Weltbild aufstellt. Ich glaube kaum, dass man den Körper so einfach mit ein bisschen intuitiv klingenden Überlegungen gemischt mit ein paar wissenschaftlichen Ausdrücken erklären kann.
Wenn du Kurts Beiträge aber etwas genauer gelesen hättest, wäre dir das alles schon zuvor klar gewesen, denn was ich hier lange und breit ausgeführt habe, sind nichts anderes, als zwei von Kurts Kernbotschaften:
1. Fettstoffwechseltraining und -zustand determinieren nur kfr. das Verhältnis von Glukose- zu Fettverstoffwechselung und haben nichts mit lfr. Körperfettzu- oder -abnahme zu tun.
2. Der grösste Teil der Energie im Alltag stammt wegen geringer Belastungsintensität bei allen Menschen aus Fettverstoffwechselung.
Gruss, Sandro
PS: Ist jetzt ein bisschen länger geworden, aber das musste jetzt einfach raus, da mir diese Diskussion langsam auf den Wecker geht (sorry für meine Direktheit)!