
So jedenfalls wirbt Jamba! für seinen "Weight Monitor". Jedoch sollte man zuvor erst einmal die Vor- und Nachteile eines solchen Features abwägen. Im Prinzip enthält diese Software nicht viel Neues, sondern ist einfach eine grafische Umsetzung des so genannten Body-Mass-Index, den sich jeder mit Hilfe der Formel
Körpergewicht / Körpergröße in m²
selbst ausrechnen kann. Die Formel des Body-Mass-Index ist
für die normale, nicht sporttreibende Bevölkerung durchaus sinnvoll
und liefert dieser Gruppe einen ersten Hinweis auf ein bedenkliches
Übergewicht, denn gerade diese nicht sporttreibende Bevölkerung
interessiert sich zumeist wenig für ihr eventuelles Übergewicht und
die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken. Obwohl der "Weight Monitor"
nicht über die gesundheitlichen Risiken eines Übergewichts
informiert, ist er doch zuerst einmal sehr hilfreich, indem er überhaupt
auf einen solchen Missstand hindeutet, jedoch fehlt es dann an der
entscheidenden Stelle.
"Was ist schlecht an meinem Übergewicht?", "Wie
kann ich denn bewusst und gesund abnehmen, ohne irgendwelche gesundheitliche
Risiken einzugehen oder nach kurzer Zeit einen Jojo-Effekt zu erzielen?" Oder
"Was sollte ich in dieser Zeit essen, wie ernähre ich mich bewusst und wie
trainiere ich richtig?" Mit Sicherheit werden solche Fragen dann auftauchen,
doch die Software liefert dem unwissenden Anwender leider keine Antwort.
Man kann sein Wunschgewicht wohl vorgeben, bekommt aber keine Wege aufgezeigt
dies auch zu erreichen. Als Nutzer wird man alleine auf dieses eine Ziel
fixiert: "Wunschgewicht erreichen". Leider bestreiten viele dann den falschen
Weg, indem sie versuchen mit sinnlosen und vielleicht sogar schädlichen
Diäten ihr Körpergewicht zu reduzieren, anstatt sich genau über
gezielte Möglichkeiten zu informieren, ihr Wunschgewicht zu erreichen.

Zusammenfassend mag der Body-Mass-Index als Screeningparameter zur tendenziellen Beurteilung des Körpergewichtes sinnvoll und hilfreich sein, für die individuelle Gesundheitsberatung weist er zwei entscheidende Schwächen auf. Er ist nicht hinreichend genau und er gibt keine Empfehlungen, wie ein Fettabbau auf gesunde Art und Weise realisiert werden kann.Verbesserungsmöglichkeiten
Die Idee einer solchen Software ist in gewisser Hinsicht nicht schlecht, denn so wird einer breiten Masse vielleicht erstmals bewusst, das sie übergewichtig ist. Allerdings sollte man doch den Anwender mit seinen gewichtigen Sorgen nicht ganz alleine lassen, sondern ihn offen über mögliche Risiken von Übergewicht informieren, über die unterschiedliche Zusammensetzung der Körpermasse bei Sportlern und Nichtsportlern aufklären und das Ganze dann mit Ernährungstipps und sportlichen Betätigungen aufpeppen. Zum Beispiel könnte man jeden Tag, je nach Gewicht und Wunschgewicht, eine SMS an den User mit nützlichen Tipps versenden oder mit anderen Gesundheitsanbietern (Internetportalen, Zeitschriften, Fitnesscentern, Ernährungsberatern) zusammenarbeiten. Auch die Dokumentation der Erfolge sollte nicht fehlen, doch darf sie nicht auf das Körpergewicht reduziert werden. Leider ist ein solcher Service wohl kaum für 3,99 Euro zu haben und spricht somit wieder nur eine kleinere Zahl von Handybesitzern an. In dem jetzigen Rahmen kann man den "Weight Monitor" allerdings nur als eine kleine Spielerei mit wenig fundierten Grundlagen ansehen, die den Benutzer zumeist eher frustriert als auf Dauer glücklich macht. Und diese Funktion erfüllt bei den Meisten eh schon der allmorgendliche Gang zur Waage, der im Übrigen auch nicht aussagekräftiger ist.
Autor: Benjamin Göddel

