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Fitness.com Artikel

Aquafitness

Aquafitnessangebote erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und das nicht zuletzt deshalb, da mittlerweile je nach Zielgruppe ganz spezielle Kurse existieren. Gerade für die immer größer werdende Bevölkerungsgruppe der älteren Sportler bietet die Bewegung im Wasser viele Vorteile. Doch auch für fitnessorientierte Menschen, die ihr Herz-Kreislaufsystem angemessen trainieren wollen, ist Aquasport mittlerweile interessant. Schließlich nutzen heute sogar Spitzensportler - auch und gerade aus der Leichtathletik - die Möglichkeit des Aquajoggings; und das nicht nur in der Rehabilitation.

Ursprung in den USA

Dabei liegen genau dort die Ursprünge des Aquafitness-Booms, der zu Beginn der 90er Jahre in den USA von der Olympiateilnehmerin Mary Sanders ausgelöst wurde. Sanders, die seit dem Ende ihrer aktiven Karriere an der Universität von Reno in Nevada lehrt, entwickelte ein umfassendes Körpertraining im Wasser unter dem Stichwort "Gesunde Bewegung im Wasser".
Immer mehr Sportler und Betreuer aus dem Leistungssport fragten bei ihr nach, und zwar zumeist dann, wenn es darum ging, Verletzungen an den Füßen oder Beinen auszukurieren. Denn beim Laufen im tiefen Wasser haben die Füße keinen Bodenkontakt. So können die Muskeln zu einem Zeitpunkt trainiert werden, wo dies an Land aufgrund der auf die verletzten Körperteile einwirkenden Bodenreaktivkräfte noch lange nicht möglich wäre. Die Einsatzmöglichkeiten der "Aquafitness" sprachen sich auch in Europa schnell herum. Heute gehören Aquafitnesseinheiten zum routinemäßigen Alltag zahlreicher nationaler und internationaler Top-Athleten: So für Mannschaften aus den amerikanischen Profiligen (Baseball, Football oder Basketball) aber auch für Langstreckenläufer wie Olympiasieger Dieter Baumann.

Schonend für Bänder, Sehnen und Gelenke

Auch im normalen Trainingsalltag ist die reduzierte Belastung auf Sehnen, Bänder, Gelenke und Wirbelsäule der entscheidende Grund, warum Aquajogging gerade für Langstreckenläufer Sinn macht. Können beim normalen Waldlauf die Belastungen für die Gelenke zu Überlastungsreaktionen wie Entzündungen oder sogar Ermüdungsbrüchen führen, schonen die Eigenschaften des Wassers den Körper. Durch den Auftrieb, den der Körper im Wasser erfährt - wodurch die Wirkung der Schwerkraft reduziert wird - werden Wirbelsäule, Hüfte und Gelenke spürbar entlastet. Auch der erhöhte Widerstand im Element Wasser wirkt sich schonend auf Bänder, Sehnen und Gelenke aus. Gleichzeitig ist das Verletzungsrisiko minimal und muskuläre Verspannungen können durch fehlenden Bodenkontakt reduziert oder gar vermieden werden. Das gilt natürlich nur für das Aquajogging im Tiefwasser, wo der Bodenkontakt fehlt. Beim Aquawalking, Geh- und Laufbewegungen mit Bodenkontakt, ist zu beachten:

Je flacher das Wasser, desto weniger ausgeprägt sind die positiven Effekte in Bezug auf eine Entlastung der Wirbelsäule und der Gelenke, denn der Auftrieb ist entsprechend geringer.

Allerdings sind beispielsweise im knie- bis hüfttiefen Wasser noch schnellkräftigere, das heißt explosivere Bewegungen möglich, die in hüft- bis brusttiefem oder schultertiefem Wasser schon nicht mehr möglich sind. Denn dann ist zwar mehr Entlastung des gesamten Bewegungsapparats gegeben, jedoch können die Bewegungen aufgrund des hohen Widerstands des im Vergleich zur Luft dichteren Mediums Wasser nicht mehr so schnell ausgeführt werden.

Bauch und Rücken werden immer mit trainiert

Neben einer Entlastung der Wirbelsäule wirkt sich die scheinbare Schwerelosigkeit im Wasser aber noch auf eine andere Art positiv auf den Körper aus. Es werden nämlich immer alle Muskelgruppen beansprucht, auch und gerade die Bauch- und Rückenmuskulatur des Oberkörpers, die sonst oft vernachlässigt wird. Gleichzeitig lässt sich die Beweglichkeit der Gelenke schonend erhalten.
Schließlich hat der Wasserdruck auch auf das Herz-Kreislaufsystem unmittelbare Auswirkungen. Im Wasser kommt der so genannte "Tauchreflex" zum Tragen, das heißt, der Herzschlag - also der Puls - sinkt um zehn bis 15 Schläge pro Minute. Zusätzlich sorgt der Wasserdruck für einen erhöhten Rückfluss des Bluts zum Herzen, wirkt wie eine Art Venenpumpe. Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit des Wassers kommt es außerdem zu einer erhöhten Wärmeabgabe des Körpers. Zur Regulierung der Körpertemperatur ziehen sich die Blutgefäße zusammen und dehnen sich nach Verlassen des Wassers wieder - der so genannte Saunaeffekt. So wird das Immunsystem gestärkt: Britische Wissenschaftler konnten in Untersuchungen nachweisen, dass Aquasportler seltener an Bronchitis leiden als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Vorteile gegenüber klassischem Schwimmen

Schließlich bietet beispielsweise Aquajogging auch für Leute, die Aquafitnessangebote "nur" nutzen wollen, um sich fit zu halten, einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem klassischen Schwimmen. "Beim Schwimmen ist bei Freizeitschwimmern im Allgemeinen der Wirkungsgrad recht schlecht", sagt Hans-Jörg Lang vom Sportwissenschaftlichen Institut an der Universität des Saarlandes. Was er meint: Ottonormalverbraucher beherrscht die Schwimmtechnik meist nicht so gut, setzt deshalb viel zu viel Kraft ein, so dass er kein sinnvolles Ausdauertraining mit dem richtigen Tempo und der richtigen Herzfrequenz problemlos absolvieren kann. Das Aquajogging mit den verschiedenen Laufstilen ist jedoch sehr leicht zu erlernen, die richtige Herzfrequenz lässt sich einfach mit entsprechenden Pulsmessern kontrollieren. In der Rehabilitation, für die verschiedensten Zielgruppen an Freizeitsportlern im Fitnessbereich oder als Ergänzung des regulären Trainingsplans von Spitzensportlern - überall haben sich Aquafitnessangebote bewährt. Die Sportart hat es erfolgreich geschafft, das "Alte-Oma-Image" der klassischen Wassergymnastik abzulegen und sich für neue Zielgruppen zu öffnen.

Das ist aber auch nicht unbedingt notwendig. Viel mehr überwiegen die positiven Effekte des Bewegens im Wasser: Durch den erhöhten Widerstand des Wassers werden das Herz-Kreislaufsystem, Kraft und Ausdauer entscheidend verbessert. Dabei ergibt sich ein weiterer positiver Effekt: Durch einen hohen Energieverbrauch des Organismus lässt sich vor allem das Fettgewebe reduzieren.

Zum Aquafitness-ABC



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Autor: Sebastian Brückner




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