Nur noch ein Tag dann startet die diesjährige Tour de France. Am Freitag, den 06. Juli werden die Teams mit ihren rund 200 Fahrern auf dem Trafalgar Square in London vorgestellt. Doch anders als in den vorangegangenen Jahren wird die Freude auf das Großereignis in diesen Tagen durch die anhaltenden Doping-Beichten namhafter Sportler wie etwa Erik Zabel, Rolf Aldag oder Udo Bölts sehr gemildert. Medien wie Radsport-fans beschäftigt nur eine Frage: Gibt es noch Fahrer, die nicht dopen?
Günter Krautscheid, zweiter Vorsitzender des RSV Bochum, ist mehr als sauer darüber, dass das Thema in den Medien so breit getreten wird. „Doping“, so der ehemalige Radrennfahrer, „gibt es nicht erst seit gestern!“ In jeder Leistungssportart gebe es immer wieder Doping-Skandale und anstatt jetzt auf den Sport und die Fahrer zu schimpfen, solle man sich lieber Gedanken darüber machen, warum die Sportler überhaupt zu illegalen Mitteln greifen. Für Krautscheid steht fest: Ohne den Druck der Sponsoren würde kein Athlet mit EPO oder vergleichbaren Substanzen dopen. Für die Sportler geht es um ihre Existenz“ sagt der Funktionär, „wenn Du nicht Erster bist, bist Du nächstes Jahr arbeitslos!“
Ein Freibrief für die Athleten, der schwarze Peter bei den mächtigen Firmen und Sponsoren? Diese These klingt zu einfach, doch dafür sprechen die Aussagen des ehemaligen, spanischen Radprofis Jesus Manzano. Manzano selbst fuhr für den Radstall Kelme mehrmals bei der Tour de France mit und dopte, bis er zusammenbrach. Danach packte er aus und führte die Staatsanwaltschaft auf die Spur des Arztes Eufamio Fuentes, zu dessen Kunden vermutlich auch Jan Ulrich gehörte. Manzano sagt gegenüber dem Stern: „Wer nicht dopt, fliegt raus!“
Müssen wir uns als Zuschauer dann damit abfinden, dass Spitzenleistungen nur mit Doping erreichbar sind? Günter Krautscheid fordert als Mann der Basis, man müsse häufiger kontrollieren. Konkret: mindestens fünf Doping-Kontrollen im Monat! „Wenn dann jemand erwischt wird, kriegt er fünf Jahre Sperre. Und nach fünf Jahren fängt man nicht wieder mit dem Fahren an“, fordert der Radsport-Funktionär. Juristisch lässt sich diese Forderung allerdings nur sehr schwer umsetzen, da sich dies für ein Radprofi wie ein lebenslanges Berufsverbot auswirken würde. Und die freie Berufsausübung ist verfassungsrechtlich geschützt.
Es gibt einen sehr grossen Teil an Hobbysportlern die systematisch dopen
Erstes GPS gesteuertes Ergometer der Welt
Der Arbeitsweg als Gesundheitsvorsorge
Auch wenn in den meisten Amateurvereinen, so auch beim RSV Bochum, keinerlei Doping-Kontrollen durchgeführt werden, ist er sicher: „Bei uns wird nicht gedopt!“ Die Gefahr des Doping-Missbrauchs sei erst ab einer gewissen Klasse gegeben. Und wenn man doch mal ein schwarzes Schaf erwischen sollte, wird dieser Fahrer umgehend vom Verein ausgeschlossen, versichert Krautscheid.
Wenn sich jeder der Sponsoren oder Teamleiter so konsequent verhalten hätte gebe es den gesamten Doping-Skandal nicht - und dann könnte endlich wieder das eintreten, was Radprofi Jesus Manzano kategorisch ausschließt: „Die Tour de France ungedopt zu gewinnen". zurück zu den Artikeln











