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“Die Physis gibt den Ausschlag”

Interview mit Nationalverteidigerin Ariane Hingst


Ariane Hingst, 28, ist eine der wichtigsten Spielerinnen im Kader der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Als Abwehrchefin hat die derzeit als einzige deutsche Nationalspielerin im Ausland für Djurgarden Stockholm spielende 138fache Nationalspielerin großen Anteil an der bislang makellosen Bilanz mit null Gegentoren.

fitness.com: Frau Hingst, war der Sieg gegen Nordkorea die Geburtsstunde eines neuen Weltmeisterteams?

Ariane Hingst: Nein, soweit würde ich nicht gehen. Wir waren schon vorher ein tolles Team und brauchten nicht die Bestätigung dafür. Sicher haben wir uns aber sehr gefreut, dass wir diese harte Prüfung als Mannschaft bestanden haben.

fitness.com: Haben Sie den Sieg mit der Mannschaft gefeiert?

Ariane Hingst: Nein, ich habe ein halbes Bier getrunken, mehr vertrage ich nach so langer Abstinenz nicht. Ich muss ja an das nächste Spiel denken und in so einem Turnier sollte man sich da schon sehr vernünftig verhalten und den Körper schonen. Außerdem haben wir noch nicht so viel Anlass zum Feiern. Wir wollen ja noch zwei Spiele gewinnen.

fitness.com: Im Halbfinale treffen Sie nun auf Norwegen. Das Team hat bei den fünf Weltmeisterschaften bislang jedes Spiel gegen europäische Rivalen gewonnen. Die Bilanz zwischen Deutschland und Norwegen ist ganz ausgeglichen.

Ariane Hingst: Dann müssen die das Verlieren gegen Europäer eben jetzt lernen. Aber im Ernst: Norwegen wird ein richtig enges Spiel. Wir haben oft gegeneinander gespielt und es ging immer ganz knapp zu und das wird auch am Mittwoch nicht anders sein.

fitness.com: Sie spielen bei Durgarden IF in Stockholm mit der norwegischen Torhüterinnenlegende Bente Nordby zusammen, die an allen fünf Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Ist das was Besonderes für Sie?

Ariane Hingst: Sicherlich ist das eine schöne Sache, gegen eine Mannschaftskameradin zu spielen. Am schönsten wäre es aber, wenn ich Bente nach dem Spiel bei den Shakhehands sagen könnte: „Sorry, Bente, es tut mir leid, aber es hat für Euch nicht gereicht. Bald sehen wir uns aber beim Training wieder.“

fitness.com: Im letzten Testspiel vor der WM haben Sie gegen Norwegen nicht so gut ausgesehen. In Mainz hat es nur zu einem sehr schmeichelhaften 2:2 gereicht, an dem Ihr Team noch tagelang geknabbert hat. Sind die Lehren daraus gezogen?

Ariane Hingst: In Mainz hat bei uns nichts geklappt. Wir hatten irgendwie Angst vor der eigenen Courage. Wir kamen in den Zweikämpfen immer zu spät. Das haben wir mittlerweile aber deutlich verbessert. Zudem werden unsere Trainer uns noch mit Videoanalysen eingehend vorbereiten.

fitness.com: Das beweist auch die Torbilanz dieser WM: 16:0 Tore in vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Sie als Abwehrchefin dürften vor allem über die Null sehr erfreut sein. Geht das gegen Norwegen so weiter?

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Ariane Hingst: Ich hatte in der Schule Mathematik im Abi, trotzdem kann ich jetzt keine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen für die Chancen auf ein weiteres “zu Null”. Wenn wir gewinnen, ist mir das auch absolut egal.

fitness.com: Welche Rolle spielt denn zu diesem Zeitpunkt des Turniers die konditionelle Verfassung?

Ariane Hingst: Die Physis gibt den Ausschlag, vor allem bei den ungewohnten klimatischen Bedingungen mit Hitze und der schlechten Luft. Darauf sind wir aber gut vorbereitet.

fitness.com: Wie erholen Sie sich zwischen den Spielen?

Ariane Hingst: Im Frauenfußball sind drei Spiele pro Woche ja nur bei Turnieren üblich. Von daher muss man sich da schon sehr vernünftig verhalten. Wir haben das Glück, dass wir aufgrund der Spielplangestaltung bisher immer einen Tag mehr zur Regeneration hatten als unsere Gegner. Das haben wir gut genutzt mit sehr vielen Behandlungseinheiten bei unseren Physiotherapeuten und viel Schlaf.

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