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Vier Kreuzbandrisse und trotzdem wieder fit

Fußballerin Nia Künzer im Interview


Nia Künzer hat nach vier Kreuzbadnrissen das Comeback geschafft - doch die Belastung internationaler Spiele vermeidet sie nun und pausiert bei der WM in China.

Nia Künzer hat nach vier Kreuzbadnrissen das Comeback geschafft - doch die Belastung internationaler Spiele vermeidet sie nun und pausiert bei der Wm in China.
Nia Künzer hat Deutschland 2003 zur Weltmeisterin gemacht. Durch ihr “Golden Goal” in der Nachspielzeit der Verlängerung des Endspiels um die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2003 gegen Schweden brachte die Entscheidung. Kurz nach der WM erlitt Künzer aber ihren vierten Kreuzbandriss, der letztlich ihre Nationalmannschaftskarriere jäh beendete. Seither spielt sie nur noch für ihren Club 1 FFC Frankfurt. Im Interview mit Fitness.com spricht Künzer über Verletzungen, Rehas und Comebacks.

fitness.com: Frau Künzer, wieviel Zeit haben Sie in ihrem Leben bei Physiotherapeuten verbracht?

Nia Künzer: Da dürften ein paar Jahre meines Lebens draufgegangen sein. (lacht) Ich kenne vermutlich jeden Handgriff und jede Muskelaufbaumaschine, die es gibt.

fitness.com: Immerhin können Sie darüber lachen …

Nia Künzer: … aber auch nur, weil ich ein recht frohes Gemüt habe. An sich sind das für eine Sportlerin ganz schlimme Zeiten. Man zweifelt an allem.

fitness.com: Auch an der Fortsetzung der Karriere?

Nia Künzer: Beim ersten Kreuzbandriss natürlich nicht, das wird von einer Verletzung zur nächsten natürlich schlimmer. Beim ersten Kreuzbandriss war ich noch jung und unbekümmet, da hat mir das gar nichts ausgemacht. Nach dem dritten oder gar dem vierten Mal war das ganz anders. Da habe ich oft ans Aufhören gedacht.

fitness.com: Wie haben Sie dann wieder die Kurve bekommen?

Nia Künzer: Irgendwann im Verlauf der Reha wird ja alles wieder besser. Dann kommt natürlich auch wieder die Lust aufs Fußballspielen.

fitness.com: Und wie sieht es am Anfang nach der Operation aus?

Nia Künzer: Es fängt ja eigentlich schon mit der Diagnose an. Dann weißt Du, dass Du ein halbes Jahr oder noch länger nicht gegen den Ball treten darfst. Außerdem weißt Du beim zweiten Kreuzbandriss genau, was auf Dich in den nächsten Wochen und Monaten an Aufbauarbeit zukommt. Das ist für den Kopf viel schwerer zu verkraften als beim ersten Mal, wo man noch keine Ahnung hat.

fitness.com: Wie haben Sie es dann beim vierten Kreuzbandriss geschafft? Sie spielen ja wieder in der Frauen-Bundeslliga.

Nia Künzer: Das weiß ich schon fast nicht mehr so richtig. Ich war jedenfalls frustrierter als bei den drei Verletzungen zuvor. Es war ja auch gerade eine Klassezeit. Wir sind gerade Weltmeister geworden, alle haben plötzlich auf den Frauenfußball geachtet und die Nia verletzt sich ein paar Wochen nach dem WM-Endspiel und darf mehr als ein Jahr lang zuschauen. Das war echt super!

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fitness.com: Haben Sie sich eigentlich vier Mal am selben Knie verletzt?

Nia Künzer: Nein. Ich habe das gerecht aufgeteilt. Zwei Mal links, zwei mal rechts.

fitness.com: Spüren Sie denn im Alltag Folgen der Verletzungen?

Nia Künzer: Nicht wirklich. Aber ich sollte sicher nicht mehr in höherem Alter mit voller Intensität Leistungssport betreiben, wenn ich nicht noch mehr Verschleiß verursachen will. Außerdem hilft mir, dass ich mich noch immer regelmäßig physiotherapeutisch behandeln lasse. Ich mache quasi präventiv Stabilitätsübungen fürs Knie.

fitness.com: Haben Sie wegen ihrer Verletzungsgeschichte auch die Nationalmannschaftskarriere aufgegeben und auf die Titelverteidigung in China verzichtet?

Nia Künzer: Die Nationalmannschaft war für mich nach dem vierten Kreuzbandriss eigentlich kein Thema mehr. Ich war ganz weit weg von der Mannschaft und hatte einfach nicht mehr den absoluten Biss, mich noch mal ranzukämpfen. Außerdem kam mein Pädagogik-Studium auch in die Schlussphase. Deshalb habe ich mich irgendwann entschlossen, mich sportlich nur noch auf den 1. FFC Frankfurt zu konzentrieren.

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