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Nordic Walking – ganzheitliche Fitness

Der richtige Schritt?


Nordic Walking wird sogar von Leistungssportlern als optimales Ausgleichstraining betrieben und spätestens damit sind allen Lästereien über den „Oma“ Fitness Sport ihrer Grundlage beraubt. Entscheidend ist jedoch, dass man die Bewegungen sauber ausführt. Wer glaubt, dass es mit dem Kauf von zwei Stöcken getan ist, der irrt – und der wird wirklich nur spazieren gehen.

Die Stöcke und deren Einsatz das ist beim Nordic Walking der entscheidende Punkt. Im Gegensatz zum Gehen folgt beim Nordic Walking der Antrieb und somit die Fortbewegung über die Stöcke und eben nicht ausschließlich über die Beine. Das heißt, dass das Bein dem Stock folgt und nicht umgekehrt. Diese Art der Bewegung oder besser gesagt diese Art des Antriebs ist dafür verantwortlich das Nordic Walking ein perfektes Krafttraining sein kann, dass fast den ganzen Körper trainiert.

Jetzt sagen viele, dass es doch genauso funktioniert wie das Walken oder Gehen. Ja und nein, denn es gibt eine Parallele und diese heißt Kreuzgang oder Diagonalschritt. Ohne es vielleicht gewusst zu haben, dies ist unser ganz natürlicher Gang. Befindet sich der rechte Arm nämlich vorne, dann ist gleichzeitig auch unser linkes Bein vorne und umgekehrt. Dies ist beim Nordic Walking genauso, nur dass wir uns mit dem Stockeinsatz nach vorne schieben.

Wie funktioniert dies nun genau? Führen Sie den rechten Arm, fast durchgestreckt (langer Arm!), mit dem Stock parallel zur Laufrichtung nach vorne bis sich die rechte Hand ungefähr auf Bauchnabelhöhe befindet.

Setzen Sie die Stockspitze hüfthoch an, genauer gesagt unterhalb des Körperschwerpunktes. Dadurch, dass die ideale Stocklänge ca. 0,66 X Körpergröße in Zentimeter beträgt und der Oberkörper stets aufgerichtet sein soll, wird der Stock auch flach und kontrolliert aufgesetzt. Bei Fortgeschrittenen kann durchaus 0,7 als Faktor verwendet werden, da sie in der Lage sind, die Bewegung raumgreifender auszuführen. Fortgeschrittene haben auch aufgrund des höheren Krafteinsatzes und der damit verbundenen höheren Geschwindigkeit eine leichte Oberkörpervorlage. Nun wird in der so genannten Schubphase über Schulter, Arm und Hand Druck nach unten hinten ausgeübt und der Arm so weit nach hinten geführt bis er mit dem Stock ungefähr eine gerade Linie bildet. Durch diesen Vorgang werden die Schritte raumgreifender und die Schulter rotiert leicht gegen die Hüfte. Durch diesen Schub mit dem Stock wird das rechte Bein nach vorne geschoben. Dabei setzt die Ferse kontrolliert auf und rollt über den ganzen Fuß bis zum Großzehengrundgelenk ab. Stellen Sie sich dies so vor, als ob sie eine Zitrone, die sich unter Ihrem Fuß befindet, ausquetschen wollen.

Während der rechte Arm in unserem Beispiel für den Schub verantwortlich ist, führt der linke Arm den Stock in der so genannten Schwungphase nach vorne. Deswegen sprechen wir auch vom Kreuz- oder Diagonalgang, da stets das linke Bein vorne ist wenn der rechte Arm vorne ist und umgekehrt.

Ein sehr wichtiger Punkt ist beim Nordic Walking das „Greifen und Loslassen“. Was bedeutet dies, sollen Sie den Stock fallenlassen? Natürlich nicht! Damit dies nicht passiert, befinden sich unsere Hände in den Schlaufen am Stockgriff. Sobald der Stock kontrolliert aufsetzt wird, öffnet sich die Hand. Dabei werden die Finger weit nach außen gespreizt und der Arm leicht nach innen rotiert bei gleichzeitigem Strecken der Hand. Durch dieses Öffnen ist es uns möglich die Bewegung raumgreifender und schonender für unsere Schulter- Nackenmuskulatur auszuführen. Die Hand bleibt solange geöffnet, bis sie sich wieder während der Schwungphase auf dem Weg nach vorne auf Höhe der Hüfte befindet. Ab hier greift die komplette Hand den Griff. Somit bleibt der Stock während des ganzen Vorgangs flach und man kann dann wieder kontrolliert die Spitze auf dem Boden aufsetzen und alles beginnt von vorne.

Je fortgeschrittener man ist desto raumgreifender geht man und umso mehr Druck auf den Stock kann man ausüben. Durch die raumgreifendere Bewegung ist es den Fortgeschritten möglich, die Schulter stärker gegen die Hüfte zu rotieren, wobei dies nicht über den funktionalen Umfang hinausgehen soll.

Das ist Nordic Walking. Und es hat ja doch etwas mit Technik zu tun. Somit wird deutlich, dass es sich um eine technisch anspruchsvolle Sportart handelt. Richtig ausgeführt kann es sowohl als perfekter Präventivsport als auch als intensives Fitness Training angewendet werden.

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