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Der US-Sport investiert einfach mehr in Fitness!

Interview mit dem Konditionstrainer von Mainz 05





Konditionstrainer Axel Busenkell setzt auf individuelles Training



Konditionstrainer Axel Busenkell setzt auf individuelles Training


fitness.com-Reporter Daniel Meuren hat genauer hingeschaut und bei Konditionstrainer Axel Busenkell vom Ambulanten Rehazentrum Mainz-Mombach hinterfragt, was der Breitensportler von den Profis lernen kann. Heute spricht Busenkell im Interview über seinen Aufenthalt bei Mike Verstegen, dem von Jürgen Klinsmann für die Nationalmannschaft angeheurten Fitness-Coach aus den USA.



fitness.com: Herr Busenkell, Sie haben vor Weihnachten Mike Verstegens Trainingszentrum in Arizona besucht. Was für eine Welt hat Verstegen da aufgebaut?



Busenkell: Das ist ein unglaublich professionell aufgebautes Trainingszentrum für Spitzen-Athleten. Das ist nicht wie bei uns ein Rehazentrum, das sich mit verletzten Sportlern beschäftigt. Das ist ein permanentes Trainingslager, in dem sich Profi-Sportler in den Saisonpausen aufhalten, um ihren Körper auf die anstehende Saison vorzubereiten.



fitness.com: Warum machen die Sportler das nicht in ihren Clubs?


Busenkell: In den Staaten haben die Profis in den großen Sportarten mehr als drei Monate Pause. Diese Zeit nutzen sie, um sich vier oder mehr Wochen in Zentren wie dem von Verstegen individuell gezielt vorbereiten. Dort stehen ganz viele Spezialtrainer zur Verfügung.



fitness.com: Was machen diese Spezialtrainer?


Busenkell: Die verbessern grundlegende körperliche Fertigkeiten der Sportler. Sie arbeiten im koordinativen Bereich oder verbessern die Stabilität im Körper des Athleten. Das sind alles Dinge, die während der Saison aufgrund der vielen Spiele in den Staaten gar nicht abgearbeitet werden können. Die Clubs erwarten vielmehr, dass der Sportler in körperlichem Top-Zustand zur Saisonvorbereitung kommt, damit dann die spielerische und taktische Vorbereitung durchgeführt werden kann.



fitness.com: Schickt der Club die Spieler zu Verstegen und anderen Fitnesscoaches?

Busenkell: Das ist unterschiedlich. Sportler von Colleges bekommen das oft finanziert über ihr Stipendium. Aber das Gros der US-Profis investiert individuell in die Verbesserung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Das sind für die Investitionen in ihre Karriere. Da ist die Denke noch etwas anders als bei uns.



fitness.com: Ist es denkbar, dass auch deutsche Profis selbst für ihre Fitness zahlen?

Busenkell: Ja. Bei uns bei Mainz 05 ist es so, dass die Spieler nach anfänglicher Skepsis auch mal nachfragen, was sie selbst noch für ihre Fitness tun können. Sie merken ja, dass es was bringt beispielsweise in Bezug auf geringere Verletzungsanfälligkeit. Zwei oder drei Spieler sind sehr interessiert, im Sommer mal für 2 Wochen in die USA zu fliegen.



fitness.com: Gibt es in Deutschland Vergleichbares?


Busenkell: Nein, so was gibt es bei uns nicht. Wir kennen nur reine Reha-Zentren, die überhaupt nicht ansatzweise die Räumlichkeiten hätten, um so zu arbeiten wie beispielsweise bei Verstegen. Dort gibt es ein Fußballfelld, ein Footballfeld, ein Schwimmbad, eine Laufbahn, Trainingsräume, alles was das Sportlerherz begehrt. Das Zentrum Mitten im Campus der Arizona State University. Ein Paradies, in dem Geld keine Rolle spielt.



fitness.com: Wieso durften Sie Verstegen eigentlich in die Karten schauen?


Busenkell: In USA herrscht eine ganz andere Offenheit. Bei uns ist es schwierig, schon mit Kollegen anderer Bundesligaclubs zu kooperieren, weil man glaubt, Geheimnisse zu verraten. In USA zeigt man gerne, was man weiß, teilt das Wissen und alle profitieren davon. Die sind stolz auf das, was sie können und sie zeigen das gerne.





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