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Marketing ist Chefsache

Werbemaßnahmen für den Fitnessclub - Quo Vadis?

veröffentlicht: 31.01.08 - Daniel Louis Meili
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Wie zu sehen ist, hat Marketing vor allem mit gesundem Menschenverstand zu tun, mit Plausibilität, mit Nachfragen, auch mit Ausprobieren. Marketing ist für alle, die sich durch den Markt nicht einschüchtern lassen, die den Markt anzunehmen bereit sind. Und die wach genug, mit offenen Augen und Ohren und weiteren Sinnen, die Teil-Märkte erkunden. Strategisches Marketing ist also kein Hokuspokus, keine Schlacht mit Fremdwörtern, sondern ein diszipliniertes Zusammenfügen einzelner Puzzelteile bis zu einem schönen, stimmigen, marktrelevanten Bild.

Zwei ganz konkrete Anregungen aus Marketing-Sicht zum Abschluss dieser Serie zu Gunsten der Fitness-Branche:

A. Es fällt auf, dass – durch die Brille der obigen Check-Liste betrachtet – die Frage der Absatzmittler (Distribution) in der Fitnessbranche überhaupt nicht gelöst ist. Wahrscheinlich ist sie nicht einmal richtig erkannt! Frage: Wie werden Pommes-Chips erfolgreich in den Markt getragen (wie wird damit Gewinn erwirtschaftet)? Richtig: Kundennähe ist entscheidend. Hin zum Kunden/Konsumenten. Was macht die Fitnessbranche? Jeder Studiobetreiber verharrt in seiner Anlage – gibt aber massenhaft Mittel frei zwecks Kommunikation/Werbung (die ganz offensichtlich ihre Adressaten nicht findet, so sie überhaupt vorhanden sind…). Anstatt zum Kunden/Konsumenten zu gehen, will er sie mit allen Mittel in seine Anlage locken... – Nachdenken bitte! Was könnte getan werden, um den Konsumenten, die ja bereit sind, Geld auszugeben für Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, erfolgreich entgegen zu laufen?!

B. Wiederum durch die Brille des Marketing-Strategen gesehen: Wie ist der "Fitness"-Markt segmentiert? Nach Grösse der Anlagen, nach Opulenz der angebotenen Möglichkeiten, nach Kaufkraft oder nach Alter? Das ist schwierig wahrzunehmen. Wie soll sich denn ein ganz normaler Mensch bei all diesen "sowohl-als-auch"-Fitness-Produkten orientieren können? Klar ist: weder mit dem Fitness-Gedanken alleine noch mit der Idee der Prävention ist Mehrwert zu schaffen. Das geht so einfach nicht. Kein Mensch liebt Anstrengung. Also muss der Fitness-Unternehmer entweder einen klaren Fokus auf eine einzige Zielgruppe richten (Kieser > Problemlösung Kraft; Viva etc. > Problemlösung weibliches Körpergefühl), oder er muss ein neues Marktsegment eröffnen und umgehend besetzen. Wenn sich also unsereins (die 30- bis 55-Jährigen) weder anstrengen noch präventionsmässig betätigen mag, weicht der Fitness-Unternehmer auf andere Altersgruppen aus, auf jüngere oder ältere. Worum geht es bei den Jüngeren? Richtig, es geht um die Angst der Eltern, dass ihre Sprösslinge zu reinen Couch-Potatoes verkommen. Und worum geht es bei den Älteren? Richtig, um’s noch älter werden und um die Angst, das nicht mehr alleine bewältigen zu können.

Kehren wir also zurück zur Frage aller Fragen: Verkaufen Sie noch oder bieten Sie Lösungen an? – Lassen Sie sich beraten, aber vergessen Sie nie: Marketing ist Chefsache. Sie sind das Business! Lassen Sie sich nicht treiben von Träumen, sondern beeinflussen Sie den Markt oder zumindest einzelne seiner wunderbaren Facetten. Viel Erfolg!

Mit freundlicher Genehmigung der Fitnesstribune



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