Die Essenz der Arbeit eines Personal Trainers
Die Arbeit eines Personal Trainers ist sehr vielschichtig. Werbung, Betreuung, Buchhaltung, Organisation, Animation, Motivation, Psychologie sind zentrale Felder und sie sind ineinander verwoben und komplex. Personal Training muss man sich selbstständig erarbeiten. Kein Lehrmeister ist da, der Ihnen sagt, was zu tun ist. Sie kennen als persönlicher Trainer kein Handbuch à la DIN-ISO-Norm. Sie verrichten Dschungel, statt Beamtenarbeit (siehe FT 101). Sie brauchen eine spezifische Mischung von Qualifikationen und Erfahrungen (Ausbildung und Bildung).
Sie dienen jeweils gleichzeitig mehreren Arbeitgebern. Sie müssen in der Lage sein, Wechsel zu verkraften. Lebensabschnitte mit viel Arbeit und Verdienst wechseln mit Phasen der Muse ab. Ihre Arbeit ist interdisziplinär. Sie binden Ihr Wissen von Trainingslehre, Anatomie, Ernährung, Entspannung, Psychologie, Tagesthema, Boulevard-News, Revolverblatt-Geschichten und vielem mehr in Ihren Dienst und in Ihre Leistung ein.
Sie arbeiten in wechselnden Netzwerken. Sie brauchen das Jungle-Denken. Sie arbeiten als High-Skill-Worker. Sie machen mit Ihrer Arbeit und mit Ihrer Person einen Unterschied. Sie wissen, wenn Sie nicht unterschiedlich sind, werden Sie keinen Unterschied machen! Sie leisten einen Beitrag, welcher nicht ohne weiteres von andern so zu leisten ist.
Diese Arbeit hört sich spannend an, und sie ist es auch. Sie verlangt jedoch eine gewisse innere Einstellung. Wenn Sorgfalt, Standhaftigkeit und Disziplin fehlen, sind Stärken und Wissen kaum was Wert. Wollen Sie andere Schlagworte? Bitte sehr: Sie brauchen Mut, Entschlossenheit, Klugheit, Tun.
Nochmals andere Vokabeln? Bitte schön: Sie brauchen Bewusstsein, Einstellung, Organisation. Es liegt nun an Ihnen, diese Schlagwörter mit Inhalten zu füllen, die Sie persönlich weiterbringen.
Wie auch immer. Es ist wichtig, dass Ihre Buchhaltung nicht Ihre einzige Haltung ist.
Die Arbeit eines Personal Trainers erfordert eine höhere Komplexität der Selbstvermarktung. Persönlichkeit und Cleverness gehören zum Kernbereich der Qualifikation. Die Fähigkeit sich flexibel den Topographien der Märkte anzupassen ist laut Trendforscher Matthias Horx für einen Wissensarbeiter wesentlich. Es geht letztlich darum sich selbst zu organisieren und zu steuern. Die Idee als Geheimtipp zu gelten, kostet viel Geld und kann letztendlich bedeuten, dass Sie Ende Jahr vor einer Suppe bei der Heilsarmee landen, anstatt beim Fünf-Gang Menu im Nobel-Hotel Vier Jahreszeiten. Wenn Sie etwas wollen, dann müssen Sie dafür die notwendigen Schritte einleiten. Dienen kommt vor dem Verdienen.
Die Aspekte der Arbeit wie Fleiss, Erfindungsgeist, systematisches und methodisches Innovieren sind gefragt. Es braucht den kreativen, nicht den funktionalen Menschen. Sie erstarren in keinem Traditionsgefängnis, noch leiden Sie an einer mentalen Zentralverriegelung. (Das haben wir immer so gemacht, alle machen das.) Sie wissen, dass Ihnen solche fossilen Ansichten die Zukunft verbauen. Die Macht der Gewohnheit ist wohl der härteste Klebstoff der Welt. Wer erfolgreich sein will, muss geistige Leistungen wie Kombinieren, Assoziieren, Einordnen, Strukturieren, Vernetzen zu einer Gesamtsicht integrieren können. Das ist übrigens alles, was ein Computer eben nicht kann, und das ist Bildung (siehe letzte Fitness Tribune).
Ein Unternehmen ohne Risiken gibt es nicht. Erfolg ist ohne Scheitern nicht möglich. Zur Emanzipation gehört auch das Recht zur eigenen Katastrophe. Das ist Teil des (Lebens-)Spiels. Doch, stolpern fördert, meinte Goethe. Niederlagen können uns weiterbringen. (Es dürfen einfach nicht zu viele werden.)
Personal Training ist alles andere als ein Land in dem Honig und Milch ergiebig fliessen. Es geht auch darum, im Wechselbad von eigenen Ressourcen und Bedürfnissen der Kunden immer wieder stimmige Lösungen zu erarbeiten. Sie müssen die Grösse haben Dinge nicht gleich zu beklagen, sondern müssen Optionen vergleichen, austarieren, abschätzen und dann Ihren Weg beschreiten. Sie werden Ihren Blick auf die Möglichkeiten lenken, die jede Situation, so verworren sie auch sein mag, immer anbietet. Dabei werden Sie andauernd Kompromisse eingehen. Und es gibt gute und schlechte Kompromisse. Als guter Kompromiss kann z.B. gelten: Ein halbes Brot ist besser als gar keines. Bsp. schlechter Kompromiss: Ein halbes Baby ist schlimmer als gar keines. Die Rezeptur was denn nun ein guter oder schlechter Kompromiss ist, müssen Sie – einmal mehr – selber für sich erarbeiten. Diesen persönlichen Kompass gilt es selbst zu justieren. Es gibt keine goldene Regel – und wenn es sie gäbe – ich würde sie nicht erzählen.
Träumen Sie also nicht vom risikolosen Unternehmen. So was gibt es nicht. Es gibt keinen eternellen Schutzbrief, welcher Ihnen jede Gefahr abnimmt. Leben ist lebensgefährlich und das Risiko ist überall. (Die Chancen übrigens auch.) Unsere Sehnsucht nach Sicherheit hat viel Selbstzerstörerisches. Es gibt im Leben aber nur eine Sicherheit, und die ist ca. 2 m lang, aus Holz und unter der Erde. Once again: Erfolg ist ohne Scheitern nicht möglich (sonst wäre es kein Erfolg).
Nichts was lange währt, kommt schnell. Ob Sie sich wirklich für die Arbeit als Personal Trainer eignen, wird der Markt entscheiden. Nur der garantiert Arbeit. Was immer Sie auch in Zukunft tun werden. Entscheidend wird immer auch sein, dass Sie den Mut haben, an sich selbst zu glauben. Wenn Sie nicht an sich glauben, wird es der Markt sowieso nicht tun. Sie müssen Ihre Idee und Ihre Absichten für wertvoll halten. Probieren Sie Neues aus, denn dort wo alle sind, ist wenig zu holen. Vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten und auf Ihre Selbstwirksamkeit. Sehen Sie sich als integre Person in einem positiven Licht. Geben Sie Ihr Bestes und Sie sind selbst der Beschenkte. Ihr eigenes Selbstvertrauen lässt sich nicht herbeireden, denn Ihr Selbstvertrauen ist eine Folge, eine Konsequenz. Neben Ihrer Bildung und Ausbildung wächst Ihr Unternehmen v. a. dank dreier Kriterien: Beharrlichkeit, Beharrlichkeit, Beharrlichkeit. Wenn Sie selbstständig arbeiten, werden Sie selbst und ständig arbeiten. Nicht weil Sie müssen, sondern weil Sie wollen und…weil Sie nützen. Viel arbeiten macht allein noch keinen Stress. Den Überblick verlieren, wirkungslos sein, immer an der gleichen Stelle treten, der falsche Job, Team-Intrigen, zu wenig oder gar keine Arbeit haben – das alles macht mächtig Stress. Viel arbeiten und dabei wirkungsvoll zu sein macht höchstens müde, und dieser Zustand ist reversibel.
Oscar Wilde bemerkte: "Leben ist etwas Seltenes unter Menschen. Viele existieren nur.” Sie müssen also nicht nur Überzeugungen haben, Sie müssen für diese auch einstehen, für sie kämpfen. Und man kann nicht gewinnend für seine Überzeugungen kämpfen, wenn die Hose voller ist als das eigene Herz.
Nutzen Sie Ihr Leben. Nutzen Sie Ihre Zeit. Es geht um Ihre Lebenszeit. Jeder Tag zählt. Am Ende unseres Lebens wird nur das zählen, was wir gemacht haben, und nicht das, was wir uns gewünscht haben.
Mit freundlicher Genehmigung der http://www.fitnesstribune.com










