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Der Klimmzug

überholtes Relikt oder erneute Herausforderung?


Ob nun der Einzelne einen Klimmzug kann oder nicht, ist natürlich seine Sache! Ob er dafür trainiert oder nicht, ebenso! Wie es auch jedem seine Sache ist, ob er das Abitur macht, Joggen geht, sich die Zähne putzt oder gesunde Nahrung zu sich nimmt. Es kann und darf sich nicht um einen Test handeln, nachdem man Menschen etwa klassifiziert. Hier geht es nicht um den erhobenen Zeigefinger und schon gar nicht um Ausgrenzung. Es geht um Sensibilisierung für eine gesunde körperliche Leistungsfähigkeit und um Motivation diese für sein eigenes Wohlbefinden zu erlangen. Und es geht um Verstehen und autark bewerten zu können.

Und doch! Die in der Fitnessbranche und auch im Therapiebereich Tätigen, die Statements abgeben, anleiten und unterrichten, sollten von ihren Schülern, Absolventen oder auch Patienten durchaus auch mal auf ihre Leistungsfähigkeit hin angesprochen werden. Klimmzug kein Muss! Aber sicherlich ein Authentizitäts-Verstärker!

Nun scheint im Alltag eines Büroarbeiters, der zwischen Bürostuhl, Autositz und Fernsehsessel pendelt, die Fähigkeit sich selbst hochziehen zu können, nicht erforderlich. Auch einige andere körperliche Grundfähigkeiten werden von ihm nicht abgerufen. Hier übersieht man jedoch leicht, dass wir für einen solchen Alltag nicht geschaffen sind. Unser Körper benötigt die Reize eines körperlich fordernden Alltags. So wird uns die Klimmzugfähigkeit erst dankbar bewusst, wenn wir mit Kindern auf Spielplätzen herumtollen, auf einen Baum klettern, einen Klettersteig in den Alpen begehen oder im Katastrophenfall uns am Vorsprung eines brennenden Hauses, bei einem Sturm oder einer Sturzflut erfolgreich festhalten können.

Im Übrigen sei hier auch mal die Frage gestattet: Wovon reden wir überhaupt? Natürlich davon, einen oder einige wenige Klimmzüge zu schaffen! Es darf doch nicht wahr sein, dass diese Grundleistungsfähigkeit so zu Diskussionen führt. Brauchen wir immer neue Bewegungsnamen und Bewegungskonzepte um von der mangelhaften Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft abzulenken und den wenigen Willigen das Gefühl zu geben, dass sie jetzt körperlich etwas Bedeutendes leisten? Jedes Bewegungs- und Betätigungsangebot in allen Ehren. Wenn es Freude macht, Bitte schön! Jede Bewegung ist besser als nichts. Aber reden wir doch bitte Tacheles und sagen dem Teilnehmer, der einen körperlichen Wunsch nach gesundheitlicher Prophylaxe, körperlicher Leistungsfähigkeit, Figurverbesserung oder Problemkorrektur hegt, was Sache ist! Mit Ejapuppaja und Hoppsassa läuft nun mal nichts! Statt zu blenden, zu verdummen oder inkompetent zu umschmeicheln, sollten wir lieber für echte Trainingsmassnahmen mit überschwelligen Reizen werben, motivieren und begeistern. Mit Übungsvorgaben die einen wirklichen Fortschritt bieten. Eine gute Kernkompetenz, wirkliches Können und nicht trendlastiges Pseudowissen, eigene Sportfreude und –überzeugtheit, authentischer Auftritt und verbindlicher Kundenumgang vorausgesetzt.

Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch http://www.fitnesstribune.com

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