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Power-Plate : alternatives Fitness Training

Kraft durch Beschleunigung


Power Plate erhöht neben Kraftsteigerung auch die Beweglichkeit und Koordination des Sportlers. Zahlreiche Prominente setzten inzwischen auf das Training mit Power Plate- Geräten. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nutzt das Gerät beispielsweise zur Verbesserung seiner Golf-Performance. Zahlreiche Studien und Praxistests zeigen zudem, dass das Vibrationstraining nicht zur zum Muskelaufbau dienen kann. Auch im Rehabilitationsbereich lassen sich mit der vibrierenden Platte bemerkenswerte Erfolge erzielen, beispielsweise bei Bänderverletzungen oder zur Steigerung der Knochendichte bei älteren Menschen.

Das Funktionsprinzip von Power Plate ist relativ simpel. Werden beim herkömmlichen Training Verbesserungen durch den Einsatz hoher Gewichte erzielt, wirkt beim Training mit Power Plate nur das Eigengewicht des Körpers auf die Muskulatur, dieses allerdings stark beschleunigt. Beim Training mit Power Plate-Geräten befindet man sich auf einer dreidimensional vibrierenden Platte, deren Schwingungen sich als Bewegungsenergie durch den gesamten Körper verbreiten. Diese Beschleunigung sorgt wie bei einer Zentrifuge dafür, dass ein erhöhtes Eigengewicht des Körpers auf die Muskulatur einwirkt. Den Muskeln wird also suggeriert, der Körper sei plötzlich schwerer geworden. Gegen diese Instabilität arbeiten die Muskeln an, indem sie je nach Intensität der Vibrationen 25- bis 50-mal pro Sekunde kontrahieren.

Dies geschieht ganz automatisch, der Fitness-Treibende kann die Muskelaktivität nicht steuern und sich dem Training nicht entziehen, womit eine hohe Effektivität gewährleistet ist. Neben der Kontraktion der Muskulatur kommt es durch die Vibrationen auch zu einer raschen Erweiterung der Blutgefäße, mit der eine verstärkte Durchblutung des gesamten Körpers einhergeht.

Soviel zum theorethischen Hintergrund, doch wie fühlt sich die neue Wunderplatte bei der Anwendung an? Beim Besuch im örtlichen Studio wage ich den Praxistest. Erster Eindruck: Optisch unterscheidet sich das Gerät kaum von bekannten Maschinen und wirkt unauffällig, wie ein Stepper, der anstelle der Pedale über ein breites Podest verfügt. Doch die Optik ist nachrangig, also rauf aufs Gerät. Ich starte im langsamsten Modus bei 30 Hertz (Schwingungen pro Sekunde). Die Platte fängt an zu vibrieren und schüttelt den ganzen Körper durch. Ich werde angewiesen, die Muskulatur anzuspannen und vor allem die Knie gebeugt zu lassen. Als ich sie durchstrecke, weiß ich auch warum. Es brummt gewaltig im Schädel, also schnell wieder in die Skispringerpose. Nach 30 Sekunden ist das erste Set durch und ich wechsle die Position. Diesmal soll die Brustmuskulatur wachsen, ich lege zwei Griffe auf die Platte und positioniere mich im Liegestütz über ihr. Wieder brummt es 30 Sekunden. Ich wiederhole die Prozedur in verschiedenen mehr oder minder ansehnlichen Posen auf dem Gerät, wobei verschiedene Muskelgruppen angesprochen werden.

Insgesamt stehen über 30 verschiedene Positionen für Kräftigung, Dehnung, Massage und Entspannung zur Verfügung, das Training kann statisch oder in Bewegung erfolgen. Am Ende bin ich bestens durchblutet, am ganzen Körper ist die Haut rosig und die Beine kribbeln. Doch verausgabt wie nach einem klassischen Training fühle ich mich absolut nicht. Der Trainer grinst nur, schaltet auf 50 Hertz und lässt mich die erste Übung noch einmal machen. Nach wenigen Sekunden weiß ich, wie sich 50 Muskelkontraktionen in der Sekunde anfühlen, habe keine Zweifel mehr an der Effektivität des Gerätes und rette mich durch die Stopptaste. Nun wird es Zeit für den angenehmen Teil. Im Entspannungsmodus sitze ich nach vorne gebeugt auf der Platte und lasse mir den Rücken durchschütteln. Perfekt. Der Entspannungseffekt ist es auch, der sofort spürbar wird. Den ganzen Tag über fühlt sich mein sonst stets arg verspannter Rücken wunderbar locker an. Statt der postulierten zehn Minuten ist das Training allerdings, wenn man sich aufwärmt und nach dem Training entspannt, eher mindestens doppelt so lang. Bei mir machen sich kurz nach dem Test auch leichte Kopfschmerzen bemerkbar.

Der Trainer erklärt, diese sei durch den veränderten Flüssigkeitshaushalt in Folge der Gefäßerweiterungen bedingt und lasse sich durch ausreichendes Trinken vor dem Training vermeiden. Auch wenn sich nach einmaligem Training die kräftigende Wirkung nicht beurteilen lässt, erscheinen die Versprechungen des Herstellers der vibrierenden Innovation plausibel. Denn das Prinzip von Power Plate heißt, Beschleunigung statt Masse auf den Körper wirken zu lassen. Und das ist bei richtig gewählter Frequenz der Vibrationen ebenso anstrengend wie herkömmliches Training, wirkt aber intensiver auf den gesamten Organismus und bringt die geschilderten Entspannungseffekte mit sich. Zudem erkennen einige Krankenkassen Rückenkurse mit der Power Plate bereits als Präventionsmaßnahme an.




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