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Auf den Spuren von Weltmeister Helmut Rahn

Bundesliga Fußball in Essen - den Damen sei Dank!



Und trotzdem führt der Frauenfußball auch in Essen noch ein Schattendasein. Der Erfolg des Vereins begann vor vier Jahren. Die Fußballerinnen der SG Essen-Schönebeck eroberten am letzten Spieltag der Regionalliga-Saison 2003/2004 den ersten Tabellenplatz und qualifizierten sich somit für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Bereits nach zwei der drei Relegationsspiele stand die SGS als erster Aufsteiger ins Fußballoberhaus fest. Die Freude war riesengroß bei den Fans, Verantwortlichen und nicht zuletzt bei den Spielerinnen. Was nun? Mit dem Aufstieg schaffte die Mannschaft den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte und man stand trotzdem vor dem „Nichts“. Die Infrastruktur konnte nicht in der gleichen Geschwindigkeit wachsen wie der sportliche Erfolg.

Geplant war nur für die zweite Bundesliga. Innerhalb kürzester Zeit musste eine schlagfertige Mannschaft auf die Beine gestellt werden und die Vereinsstruktur dem Reglement des DFBs angepasst werden. Das zentrale Problem: Ein Rasenplatz musste her, den die sportliche Heimat „Ardelhütte“ nicht hergab.

In akribischer Feinarbeit gelang es jedoch dem Manager des Vereins Willi Wißing den Kickerinnen eine zweite Heimat für den Trainings- und Spielbetrieb zu besorgen und etliche andere Voraussetzungen zu schaffen. Das Trainerteam um Ralf Agolli

hatte dafür zu sorgen, den Regionalliga-Kader auf ein zwei Klassen höheres Niveau zu bringen. Und so konnte das Abenteuer „Bundesliga“ beginnen, das nach der Sicherung des Klassenerhalts weiter gehen sollte. Garant für diesen Erfolg war einmal mehr der Teamgeist, wie bei so vielen kleinen Vereinen. Schließlich ist die SG Essen-Schönebeck nicht das Bayern München des Frauenfußball und kann eben nicht Stars wie Nia Künzer oder Birgit PRinz verpflichten.

Das Abenteuer ging in die zweite Runde, die Planungen für die Saison 2005/2006 liefen jetzt aber unter ganz anderen Voraussetzungen. Man war vorbereitet und hatte erste Erfahrungen gesammelt. Dennoch konnten keine großartigen Verpflichtungen unternommen werden, schließlich war man ein kleiner Verein, der finanziell noch lange nicht mit den Großen aufgeschlossen hatte. Somit war auch der abschließende Tabellenplatz sechs als großer Erfolg zu verbuchen.

Nun schreibt man hier an der Ardelhütte das dritte Bundesligajahr, aus dem Abenteuer ist längst Routine geworden. Man hat sich neue, hohe Ziele gesetzt.Und daran arbeitet die Mannschaft tagtäglich nach Feierabend beim Training. Denn wirklich leben können nur sehr wenige Profi-Fußballerinnen von ihrem Sport. Dass sich das Gesicht der Mannschaft, meist aus beruflichen Gründen, verändert hat, ist nur Teil der immensen Entwicklung, den der Verein durchmacht. So sind von dem ehemaligen Aufstiegskader nur noch neun Spielerinnen im jetzigen Kader geblieben. Dafür konnten allerdings einige etablierte Bundesligaspielerinnen wie die aktuelle Nationalspielerin Linda Bresonik verpflichtet werden.


Auch das Team um das Team ist um einiges gewachsen. Inzwischen zählen 100 freiwillige Helfer dazu, die den reibungslosen Ablauf eines Heimspieles gewährleisten. Der vom DFB finanzierte Marketingleiter Andreas Kuhn unterstützt den Geschäftsführer Willi Wißing bei der Etablierung professionellerer Strukturen und als Sportlicher Leiter für den gesamten Mädchen- und Frauenbereich. Die Suche nach Sponsoren gestaltet sich trotz des gestiegenen Stellenwertes des Frauenfußballs immer noch sehr schwierig. Dennoch lassen sich erste Erfolge bereits verzeichnen: Die neue Homepage der SGS (www.sg-schoenebeck.de) geht am 03.06.2007 online, erstmals wurde ein DFB-Pokal-Halbfinale der Frauen live im Fernsehen übertragen, mitten drin die Essener Bundesligamannschaft beim Spiel gegen den Revier-Rivalinnen aus Duisburg. Aber auch wenn der ganz große Coup mit dem Einzug ins Finale noch nicht gelungen ist, so soll dieser in der folgenden Saison mit neuen Verstärkungen nachgeholt werden.

Gefallen am Erfolg - den hat man in Essen schon vor langer Zeit gefunden. Und doch gibt es bei den Enkelinnen von Helmut Rahn einen, vielleicht entscheidenden Unterschied: Der Star ist nicht der "Boss", sondern das Team!

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