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Philipps erste Tanzstunde

Warum auch "Wilde Kerle" Tanzkurse cool finden



Tanzraum Mainz. Hier machen vier bis sechsjährige Kinder
ihre ersten Tanzschritte.
Tanzraum Mainz. Kurz vor 16 Uhr. 50 Minuten Tanzunterricht liegen vor den Kindern: "Christiane, ich muss noch mal." "Ich auch, ich auch!" Rein in den Tanzsaal, raus aus dem Tanzsaal. Wie kleine Hummeln schwirren zwölf Kinder hin und her. Sie sind zwischen vier und sechs Jahre alt, fast alle Mädchen - bis auf einen: Philipp. Philipp trägt ein "Wilde Kerle" T-Shirt. Es macht ihm nichts aus, der einzige Junge in dem Kurs zu sein. Vor drei Monaten ist er vier geworden. Tanzen findet er einfach "cool". Seine große Schwester, die schon länger in der Tanzschule ist, ist sein Vorbild. Endlich ist auch er alt genug für Tanzunterricht.

Die Stunde beginnt: Begrüßungsrunde. Alle sitzen in einem Kreis mit Lehrerin Christiane Reitz. Jedes Kind stellt sich erst einmal vor. Ein Mädchen mit dem Namen Annabel beginnt: Sie tippt mit den Fußspitzen abwechselnd auf den Boden und sagt dazu: "Ich - heiße", dann klatscht sie dreimal in die Hände: "An-na-bel". Die Begrüßung sei schon Teil des Unterrichts, erklärt Lehrerin Christiane später. Die Kinder sollen ein Gefühl für Rhythmus bekommen und lernen, wie sie Hände und Füße koordinieren können. Die Runde ist schnell gemacht. Der eigentliche Unterricht beginnt mit einer Übung für sicheres "Raumempfinden". Für die Kinder heißt das Ganze: Wir sind "Spaghettis in der Hühnersuppe". Sie rennen zur Musik kreuz und quer durch den Raum. Immer wieder müssen sie Lücken in der Gruppe finden, durch die sie laufen können. Philipp ist in seinem Element: gleich zu Beginn erstmal richtig auspowern. Dann stoppt die Musik: Alle Kinder bleiben stehen - "regungslos wie kleine Eisblöcke" - wenn es nach Tanzlehrerin Christiane geht. "Sie sollen spüren, wie viel Kraft sie haben und die Grenzen ihres Körpers kennen lernen", erklärt sie später.

Sie geht von Kind zu Kind und prüft, ob die Kleinen das auch hinbekommen. "Boah!, steif wie ein Brett," sagt sie zu einem Mädchen. Die anderen kichern. Nach dem "Spaghettiauftritt" wird es ruhiger: Die Kinder stehen im Kreis, die Fersen zusammen und drehen die Fußspitzen nach außen. Dann beugen und strecken sie die Knie. Im klassischen Ballet heißt das Ganze "Plié", Christiane nennt das "Fenster auf und Fenster zu". Bei dieser Übung werden Bänder gedehnt, die Beinmuskulatur gestärkt und die Haltung gefördert. Es folgt eine Dehnungsübung im Schneidersitz: "Und jetzt wippen wir mit den Knien wie ein Schmetterling, der seine Flügel schlägt, ganz sanft", erklärt die Tanzpädagogin den Kindern. Weitere Übungen heißen "Die Katze holt die Maus" oder "Salzstangen essen". Philipp und die andern sind ein bißchen müde.

"Und nun machen wir unseren Regentröpfchentanz", sagt Christiane. Bei dem Stichwort "Regentröpfchen" kommt wieder Schwung in die Bude: Regentröpfchentanz bedeutet, erst leise und vorsichtig "tröpfeln", also auf Zehenspitzen durch den Raum tippeln. Dann - wenn der imaginäre Regen stärker wird- schneller werden und schließlich als "richtiger Regenschauer" wild auf die Erde niederzuprasseln. Sprich: rumzuhopsen, was das Zeug hält. Bei dieser Übung ist Gefühl für Rhythmus und Raum gefragt, aber auch Mut und vor allem Spaß.

Der Unterricht ist aus. Alle sind außer Atem und sehen ziemlich glücklich aus. Draußen warten schon die Eltern. Für Philipp und seine Mitschülerinnen war es wieder eine richtig "coole" Stunde.

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