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Core Board


Ganz schön wacklig, der neue Trend, den uns Reebok da beschert hat. Core Board Training befindet sich nach seiner Markteinführung in den USA auf bestem Wege, zum neuen Trendsport zu werden und hält Einzug in die deutschen Clubs. Seit 2001 werden an der Reebok University Übungsleiter in Core Training ausgebildet.
Core Board, ein moderner Begriff für Wackelbrett?

Das englische Wort Core bedeutet Kern. Im Falle des Core Boards ist damit die Konzentration auf die Körpermitte, genauer auf die Rumpfmuskulatur gemeint. Das Training findet auf einer Platte statt, die Ähnlichkeit mit dem bekannten STEP® von Reebok hat, mit dem Unterschied, dass sie etwas eigenwilliger ist. Sie ermöglicht Bewegungen in drei Ebenen, nämlich nach links und rechts, vorne und hinten sowie eine Drehung um die Längsachse.

Wer auf der Platte steht oder sich darauf bewegt, ist aufgrund der Wechselwirkung zwischen Gerät und Körper permanent mit Haltearbeit beschäftigt, schult so die koordinativen Fähigkeiten und beansprucht wirksam die Stützmuskulatur. „Das hatten wir doch alles schon einmal“, könnte man an dieser Stelle kritisch einwenden. In der Tat wird propriozeptives Training auf dem Wackelbrett von den Physiotherapeuten in der Rehabilitation schon lange durchgeführt. Streift man jetzt einer bewährten Therapiemethode den Trainingsanzug über und versucht, in den lukrativeren Fitnessmarkt einzudringen, etwa wie bei der Elektrischen Muskelstimulation (EMS) oder dem Vibrationstraining?

Für den Entwickler Alex McKechnie ist das Core Board eindeutig eine Weiterentwicklung des Wackelbretts. Als Physiotherapeut der kanadischen Fußballnationalmannschaft, Berater der Vancouver Canucks in der N.H.L. und der Los Angeles Lakers in der N.B.A. suchte er nach einem neuen Trainingsgerät, um die Rehabilitation seiner Spieler zu beschleunigen. Das gewöhnliche Wackelbrett war ihm nicht effektiv genug, weshalb er eine dritte Drehachse, nämlich die Rotation sowie den Recoilmechanismus anbrachte. Recoil oder zu deutsch Rückstoß beschreibt das Bestreben des Brettes, immer wieder in die Ausgangsposition zurück zu kehren. Das Board reagiert dynamisch auf die Bewegungen des Nutzers, d.h. wenn man sich auf eine Seite bewegt, bringt der Widerstand des Boards den Benutzer wieder in die Ausgangsposition zurück. Auch bei der Bewegung um die vertikale Achse, bietet das Brett einen Widerstand, so dass der Sportler gleichzeitig seine Muskeln und den Gleichgewichtssinn trainiert. 1999 entwickelten Reebok und McKechnie gemeinsam das Core Trainingsprogramm und nutzten dabei das weiterentwickelte Reebok Core Trainingsboard.

Propriozeptives Training

Das konventionelle Wackelbrett und das Core Board unterscheiden sich aus mechanischer Sicht in zwei Gesichtspunkten. Das Core Board ermöglicht zusätzlich Drehbewegungen und setzt der Bewegung des Sportlers einen Widerstand entgegen, der ihn immer wieder in die Ausgangsposition zurückkehren lässt. Propriozeption bedeutet Eigenempfindung, in diesem Fall die Eigenempfindung des Muskels. Nun darf man nicht glauben, der Muskel sei intelligent genug, um Sinne bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten. Das kann nur unser Gehirn. Dennoch befinden sich in Muskel, Sehnen, Faszien und Kapsel winzige Rezeptoren, die Zustandsänderungen an das Rückenmark zurückmelden und so die Haltung immer wieder korrigieren. Je mehr solcher Zustandsänderungen erforderlich sind, um so höher ist die Anforderung an die Koordination der Stützmuskulatur.

Genau darin besteht die Idee des Core Boards oder auch des Wackelbretts. Ein labile Unterlage stellt permanent eine Anforderung an die sogenannte Sensomotorik des Sportlers. Dadurch verbessert sich einerseits auf neuronaler Ebene die Koordination und andererseits auf muskulärer Ebene die Leistungsfähigkeit der wichtigen Stützmuskulatur, wie beispielsweise der Rumpfmuskulatur.

Trainingsprogramme auf dem Core Board

Das Training von Stützmuskulatur und Koordination ist in der Tat auch präventiv sinnvoll. Sportler können ganz spezielle sportartverwandte Übungen auf dem Brett machen. So kann etwa ein Basketballer bestimmte Angriffssituationen unter erschwerten koordinativen Bedingungen üben oder ein Fußballspieler überträgt Bewegungsabläufe auf die aktive Platte. Eine Verringerung des Verletzungsrisikos in solchen Schlüsselsituationen als Folge der koordinativen Verbesserung erscheint durchaus plausibel, wenn es auch kein leichtes Unterfangen darstellt, solche Effekte lupenrein empirisch zu prüfen.

Weiter findet das Core Board Einsatz im Bereich des Personaltrainings sowie als Gruppenfitnessprogramm für Fitnessstudios. Reebok sieht unterschiedliche Übungsprogramme vor:

Power Zen Training

Beim Power Zen Training werden Übungen zum Kraft- und Beweglichkeitstraining miteinander kombiniert. Die in das Workout eingebundenen Yogaelemente machen die Besonderheit dieses Programms aus. Nach Angaben von Reebok ist das Power Zen Training für alle Leistungsstufen geeignet.

Sports Core

Das mittelschwere Workoutprogramm für Fortgeschrittene kombiniert eine Reihe von Zirkelübungen. Übungselemente, wie man sie z.B. vom Boxen, Fußball, Basketball und Tennis kennt, werden miteinander kombiniert. Das Hauptaugenmerk des Programms Sports Core liegt in der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens, und der Steigerung von Kraft- und Ausdauerleistungen. Durch die Ausführung komplexer Übungselemente auf der dynamischen Unterlage werden bei diesem Programm vermehrt Gleichgewichtsgefühl und Stabilität ausgebildet.

Hard Core

Wie der Name schon verrät, ist das Programm Hard Core das anspruchsvollste der drei. Eine gewisse Belastbarkeit wird vorausgesetzt, wenn die Teilnehmer zwischen drei unterschiedlichen Leistungsstufen hin und her wechseln. Das Hard Core Programm richtet sich deshalb an den fortgeschrittenen bis ambitionierten Fitnesssportler mit Workouterfahrung. Das abwechslungsreiche und herausfordernde Workout zielt ebenso wie Sports Core auf die Verbesserung von Kraft- und Ausdauerleistungen sowie die Steigerung der Stabilität und des Gleichgewichtsgefühls ab.

Workshop für Fitnesstrainer

Die Reebok University hat eigens einen Workshop für das Core Training entwickelt. In Deutschland bietet der DFAV die Ausbildungen an, die von Reebok Master Trainern abgehalten werden. Während des sechsstündigen Trainings werden die folgenden Bereiche abgedeckt:

  • Reebok Core Basics Training
  • Reebok Sports Core Training
  • Reebok Hard Core Training
  • Reebok Power Zen Training

Fitnesstrainer erhalten eine Einführung in vier verschiedene Bereiche, die jeweils auf Anfänger, Fortgeschrittene, Geübte und Profis zugeschnitten sind. Eine Anleitung für das persönliche Training, die wissenschaftlichen Grundlagen des Reebok Core Trainings und praktische Anleitungen sowie Techniken werden den Trainern mit auf den Weg gegeben.

FAZIT:

Abnehmen um jeden Preis und den eigenen Traumbody formen; das sind die Versprechungen, die nur allzu oft an neue Fitnesstrends geknüpft werden. Beim Core Board bleiben wir davon verschont. Die Einbindung propriozeptiver Trainingsformen in das Fitnesstraining erscheint sinnvoll, lässt sich aber möglicherweise nicht so einfach vermarkten wie Fatburner und Bodytoner. Dank der unterschiedlichen Programme kann aber dennoch eine breite Zielgruppe angesprochen werden. Für Studiobesitzer, die das Core Board einführen wollen, bleiben die räumlichen und finanziellen Aufwendungen im Vergleich zu anderen Gruppenfitnessprogrammen im Rahmen.

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