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Kindergesundheit: Haltungsprobleme rechtzeitig vorbeugen mit der richtigen Schultasche


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Leider läuft der Erwerb eines Schulranzens in vielen Familien so ab wie der Einkauf im Supermarkt: Die Kinder quengeln solange, bis sie das bunteste und süßeste Zeug nahe der Kasse von den genervten Eltern bekommen. Den lieben Sprösslingen ist es dabei ziemlich egal, ob das gesund ist. Doch beim richtigen Tornister kommt es beileibe nicht nur auf die Coolness oder das Aussehen an.

Schlechte Büchertaschen, die falsch gepackt sind und keinen Sicherheitsstandards genügen, können lebenslangen Haltungsschäden Vorschub leisten. Was können verantwortungsbewusste Eltern dagegen tun?

Wie verhindere ich Haltungsschäden bei meinen Kindern?

Genauso individuell wie die Persönlichkeiten von Kindern wachsen und sich verändern, so unterschiedlich entwickelt sich auch ihr Körper. Im Vergleich mit Erwachsenen ist generell der Wassergehalt der Bandscheibe bei Kindern höher und die Kreuzbänder wesentlich elastischer. Die Körperproportionen und neuromuskulären Fähigkeiten schwanken hingegen stark.
Deshalb sollten die Eltern darauf achten, dass ein Schulranzen individuell und stufenlos verstellbar ist. So sitzt er passend am Körper.

Bei ABC-Schützen ist es am besten, ihnen die ersten Wochen beim Einstellen der Trageriemen zu helfen. Diese sollten etwa vier Zentimeter breit sein. Sind sie noch breiter, rutscht die Büchertasche ab; sind sie schmaler, können sie einschneiden. Für eine gute Haltbarkeit können sie mit rutschfester Oberfläche versehen sein. Tragekomfort wird allgemein durch eine gute Polsterung erreicht. Neben den Gurten sollte auch der Rückenbereich des Ranzens mit atmungsaktivem Material gepolstert sein. Das verhindert das Schwitzen am Rücken bei heißem Wetter.

Ebenfalls sollten die Eltern auf die Tragegewohnheiten ihres Schulanfängers ein Auge haben. Schulranzen sollten nicht länger als ein paar Minuten am Tragegriff geschleppt werden, bei dem eine Polsterung auch Sinn macht und der mindestens 8 Zentimeter messen sollte. Ältere Schulkinder tragen ihre Büchertaschen aus Coolness-Gründen oft zu tief – auch das ist jedoch auf längere Sicht rückenschädigend. Die erwähnten schlechten Tragegewohnheiten belasten zudem Knochen und Gelenke.

Wie sollte eine Büchertasche gefüllt werden?

Bereits beim Kauf eines Schulranzens sollte man auf die Einteilung im Innern und dessen Eigengewicht achten. Letzteres sollte nie mehr als 1,3 Kilogramm betragen. Gute Vergleichsmöglichkeiten hinsichtlich des Aufbaus der Ranzen bieten die Webshops von TÜV-geprüften Fachhändlern. Dort sind neben den Abteilungen für Schlampermäppchen oder Heften auch kleinere, spezielle Fächer für Schlüssel, Geldbeutel oder Fahrkarten und Angaben zur ergonomischen Gestaltung der angebotenen Büchertaschen erwähnt. Nach der Entscheidung kann das Modell bequem bestellt werden. Ist das Produkt geliefert, sollte man dem Sprössling vermitteln, dass nur wirklich benötigte Dinge mitgenommen werden. Ansonsten stopfen viele Kinder ihren Tornister mit zusätzlichen Büchern, Zeitschriften, Spielkarten, Medien oder sogar (später) Schminkzeug voll und verderben sich den Rücken.

Die schwersten Dinge sollten nah am Rücken getragen werden. Generell muss ein Schulranzen auch vom Gewicht her gleichmäßig gepackt sein. Die meisten Büchertaschen fassen einen Inhalt von 19 bis 22 Litern, aber man kann auch kleinere (zum Beispiel 15 Liter) kaufen, um die Überpackung zu verhindern. Dass der Tornister nicht mehr als 10 Prozent des Körpergewichts seines Trägers wiegen darf, ist wissenschaftlich nicht zu belegen. Vielmehr sollte eine Tragedauer von über 20 Minuten (Schulweg) möglichst vermieden werden.

Abschließender Hinweis zu den Sicherheitsstandards

Schulranzen sollten nach der gängigen DIN 58124 zertifiziert sein. Diese Norm besagt, dass mindestens 20 Prozent der Oberfläche an der Front und den Seiten (nicht am Rücken) mit fluoreszierendem Material überzogen sind. Dieses kann in den Farben Orange und Gelb gestaltet sein. Weiterhin sind bei einem normgerechten Design 10 Prozent der Fläche mit retroflektierendem Material bedeckt. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten, wo es am Morgen dunkel ist, kann dies das Leben eines Kindes auf dem Schulweg retten. Generell sollten Eltern mit dem Kind den Schulweg vor der Einschulung ablaufen und die sicherste Route wählen. Der Ranzen sollte einen festen Boden besitzen und aus wetterfestem Gewebe gefertigt sein. So ist er gegen widrige Einflüsse wie Regen geschützt. Trolleys sind niemals, Rucksäcke erst für ältere Schulkinder zu empfehlen.
 
 

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