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Sauna und ihre Chancen für Gesundheit und Sport - Teil 2

Der Nutzen des regelmässigen Saunierens


Im ersten Teil dieses Artikels ging es um einen vernünftigen und doch eigenverantwortlichen Umgang mit dem Saunieren. Individuelles Wohlbefinden und ein angepasster Übergang von kalten zu warmen, bzw. warmen zu kalten Phasen stellten dabei die Hauptkriterien eines gesundheitsförderlichen Saunierens dar.

An dieser Stelle möchte ich nun einige Vorteile und im Schwerpunkt den sportlichen Nutzen regelmäßiger Saunabesuche darlegen:

1) Sauna bringt Entspannung

Das Wechselspiel aus den durch die Wärme der Sauna geweiteten Blutgefäße und dem anschließenden schockhaften Zusammenziehen derselben verlangt dem Körper viel Anstrengung ab. Je größer die Weitung der Gefäße und je enger das Zusammenziehen, desto mehr Energie muss vom Körper für diesen Vorgang aufgewendet werden. Daraus resultiert auch die sofort spürbare Erschöpfung des Organismus.
In einer von einer langsamen Weitung der Blutgefäße begleiteten Ruhephase dringt der Körper auf Erholung, die sich in Müdigkeit und Erschlaffung der Muskulatur (= Entspannung). Diese beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Regeneration der physischen Belastungen des vorherigen Saunagangs, sondern erstreckt sich ganzheitlich auf alle Bereiche: sowohl der Physis, als auch der Psyche!
 

2) Sauna regt die Durchblutung an

Durch Hitze geweitete Blutgefäße bieten dem durchfließenden Blut kaum Widerstand. Organe werden barrierefrei mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und können Abfallstoffe besser an das Blut abgeben. Wird diese Situation nun durch den plötzlichen Kältereiz beendet, verengen sich die Blutgefäße und das Blut muss mit hohem Druck durch die nun engen Kanäle durchgepumpt werden. Dies ist zwar eine Belastung, hat aber den immensen Vorteil, Blutgerinnseln (und damit Thrombose) entgegenzuwirken!

3) Sauna stärkt das Immunsystems

Wie jedes andere System unseres Körpers (nicht nur Muskulatur und Ausdauer), ist auch das Immunsystem trainierbar! Wieder liegt der Ursprung darin begründet, dass das Wechselspiel zwischen heiß und kalt stattfindet. Der Körper kann sich also besser, schneller und effektiver daraf einstellen, mit Kältereizen umzugehen. Der Schock, den er im Alltag z.B. beim Verlassen des Hauses oder Autos erfährt, verliert an Intensität. Die Abwehrsysteme sind bereit, trainiert und vielseitig.

4) Besserer Abtransport von Schadstoffen durch saunieren

Dieser Vorteil hat seinen Ursprung im starken Schwitzen. Schwitzen hat nämlich nicht allein die Funktion der Körperkühlung, sondern ist auch Teil des Reinigungsystems (ich spreche hier bewusst nicht von "Entschlackung", da für angebliche Schlacken im Körper noch kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht wurde, Stand: Oktober 2013). Schweiß ist in der Regel leicht ph-sauer, trägt also zur Entsäuerung bei. Gerade Sportler profitieren vom beschleunigten Abtransport von Milchsäure (Laktat), die durch vorherige Anspannung der Muskulatur entstanden ist.

Ein wichtiger Hinweis dahingehend: Während aller durchgeführten Saunagänge nicht trinken! Ja, der Körper verliert mitunter bis zu 1 Liter Flüssigkeit, doch unterbricht man den Reinigungsprozess durch frisch zugeführtes (schnell verdautes) Wasser. "Altes" Wasser im Körper hat die vorhandenen Schadstoffe gebunden, also muss der Körper dazu gezwungen sein, genau dieses auch abzuschwitzen! Nach dem Saunieren ist das trinken dann wieder förderlich, sogar notwendig, um die verlorengegangene Flüssigkeit wieder aufzufüllen!
Dafür eignet sich zwar am besten sicherlich Wasser oder Apfelschorle, aber allein aus Gründen des Genusses und der Lebensfreude sollte man sich ein Weizenbier oder Weinschorle nicht verbieten und ruhig gönnen! Sauna ist zur Entspannung da und nicht nur rein von der Effektivität zu betrachten!

5) Verbesserung des Hautbildes durch Sauna

Starkes Schwitzen ist die Reaktion des Körpers auf die vorherige Erhöhung der Körperkerntemperatur. Normalerweise kann der auf der Haut befindliche Schweiß verdunsten, in der Sauna ist dies aufgrund der über Körpertemperatur liegenden Wärme nicht möglich. So erhöht sich die Körperkerntemperatur ziemlich schnell (um ca. 1 - 2 Grad Celsius) - was zur Folge hat, dass die Durchblutung selbst in körperkernfernen Regionen ansteigt. da die Haut unsere äußerste Begrnzung ist, profitiert gerade sie von diesem Mechanismus.
Zudem werden durch Schwitzen und häufiges Abduschen bzw. wegen des allgemeinen Wasserkontaktes während Saunabesuchen alte Hautpartikel entfernt bzw. die Entfernung erleichtert. Der Effekt ist also ähnlich dem des Peelings, nur ohne das Risiko, die Haut durch scharfes Granulat zu verletzen.

6) Saunieren erhält die Elastizität der Gefäße

Einmal mehr bewirkt der kurzzeitig abwechselnde Mechanismus aus Weiten und Zusammenziehen der Blutgefäße ein positives Training der Strukturen. Gerade die beanspruchten Gefäße profitieren von regem Gebrauch. Hierin liegt eine weitere Motivation, nicht auf das unangenehme kalte Abduschen nach dem Saunieren zu verzichten!   

7) Regelmässig saunieren verbessert die Atemwege

Nicht nur Blutgefäße reagieren auf Wärme mit Ausweitung, auch die Bronchien und Schleimhäute tun das. Die Atemluft kann also während des Saunaganges, besonders aber direkt nach Verlassen der Sauna in normaler Umgebung besser in die Bronchien gelangen und ihre Wirkung entfalten. Bildlich ausgedrückt kann man also richtig "durchatmen".

Ich habe nun sehr viele, sehr gewichtige Vorteile des Saunierens vorgestellt. Nun wird sich der ein oder andere fragen: Aber es gibt doch bestimmt auch Nachteile, oder? Die gibt es sicher, entstehen jedoch immer aus einer Fehlanwendung, bzw. persönlichen "Macken" (etwa: "Wer schafft es am längsten, bei 110 Grad neben dem Aufgussofen zu sitzen?").

Ich plädiere immer dafür, auf seinen gesunden Menschenverstand und das Körpergefühl zu hören, bei Beschwerden die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten und Übertreibungen zu vermeiden. Ich möchte jedoch bewusst nicht die Gefahren und Risiken des Saunierens überbetonen. In jedem Fall ist es einen Versuch wert, so wie man immer im Leben möglichst viele neue Dinge ausprobieren und kennenlernen sollte, um seinen persönlichen Weg zu Gesundheit und Wohlgefühl finden zu können.



 

 

 

 

 

 

 

 

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