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Die richtige Ernährung für Fitness Hobbysportler - Askese verboten!


Zugegeben, die Überschrift beinhaltet einen recht markigen Spruch zu einem der Hauptthemen, das die Fitnesswelt mittlerweile beschäftigt. In jüngster Zeit hat sich vor allem unter jungen Hobbysportlern, aber auch unter der der Athletengeneration 40+ ein Trend breitgemacht, der immer mehr die Leistungsoptimierung statt des Spaßes in den Vordergrund der eigenen sportlichen Ambitionen rückt.

Wirtschaftlichkeit und Effizienz ist nicht alles

Grundlage dieses Trends ist die Ausrichtung auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz, die im normalen Arbeitsleben stets und ständig gefordert werden! Das überträgt sich auch auf die Freizeit, insbesondere auf den Sport: "Für meinen intensiven Einsatz will ich das maximal mögliche Ergebnis und bin bereit, auch auf fast alles zu verzichten bzw. alles zu geben, was zwar Spaß macht, aber meinen Erfolg behindert!" Und das fängt an bei perfekter Ausrüstung á la GPS-unterstützter Pulsuhr über Sportkleidung aus High-End-Material und geht bis hin zu asketischer Ernährungsweise, die obendrein stundenlang vorher penibel geplant wird.

Ausrüstungsgegenstände schaden höchstens dem Geldbeutel, doch mit übertrieben andersartiger Ernährung kann man sich, wenn auch nur auf Dauer, auch selbst ziemlich schaden. Betrachtet man unterschiedliche Gruppen von Hobbysportlern, so erkennt man folgende Spezies (bewusst plakativ überspitzt!):

•   den ehrgeizigen Jung-Bodybuilder, welcher wegen seiner einseitigen Ernährung aus ewigem Reis mit Hähnchen und professionell vorgeplanten Trainingseinheiten bereits mit 19 Jahren eine Muskelmasse erwartet, die der eines Profis ebenbürtig wäre. Aufgrund extremster Ungeduld ist daher der frühe Griff zu Doping nicht mehr weit, bzw. in dieser Gruppe sogar auf breiter Basis anerkannt (und auch nur diese Gruppe ist gemeint - der Großteil der jungen Trainierenden ist nämlich entgegen aller unqualifizierten Annahmen dopingfrei!)

  der ambitionierte Ausdauersportler, der bereits auf einigen lokalen Wettkämpfen gut abgeschnitten hat und nun höhere Ziele anvisiert. Hier findet meist eine enorme Erhöhung des Trainingspensums statt, was zusehends dazu führt, dass für Arbeit und Familie Kraft fehlen. Der Körper dieser Athleten fordert dann sehr stark nach schnellverdaulichen Kohlenhydraten, was rasch zu Nudel-, Kuchen- oder Süßigkeitenorgien führt. Der Nachteil ist hier indirekt, da der Verzehr dieser Lebensmittel auf der einen Seite für die Verdauung sehr viele Vitamine und Mineralstoffe benötigt, andererseits selbst wenige dieser Elemente liefert. Die Gefahr liegt an der Stelle also in der Mangelversorgung!

  MidAger. Hier überschneiden sich einige Punkte - zwar hat diese Gruppe von Menschen in der zweiten Hälfte ihres Lebens meist viel Zeit für das Training, da die Kinder aus dem Haus und die berufliche Karriere größtenteils abgeschlosen ist, doch liegt der Nachteil darin, dass oft jahrzehntelang keine Bewegungserfahrung gesammelt wurde und daraufhin in einem Alter, in dem der Körper naturgemäß leicht abgebaut hat, noch Bäume ausgerissen werden sollen. Die Menschen dieser Gruppe verfügen über eine hohe Lebenserfahrung, was ihnen bei der Ausübung ihrer Sportart zwar zugute kommt, aber dazu verleitet, zu sehr auf sich selbst zu hören und lange einem nicht optimalen Weg zu folgen, der bei Annahme guten Rates vermeidbar gewesen wäre. Beispielhaft dafür sind Anfälligkeiten für extreme Ernährungsformen wie Veganismus oder Makrobiotik, die man verstehen können muss, bevor man sie gefahrenvermindert einsetzen kann.

  Es ist sehr hilfreich, wenn man erkannt hat, zu welcher dieser Gruppen man eventuell zumindest teilweise angehört. Askese und Einseitigkeit führen dazu, dass man immer weniger gesellschaftsfähig wird: Welche Jugendclique geht schon gern mit jemandem feiern, der sich nur von Hühnchen, Reis und Wasser ernährt? Sicher kennt der ein oder andere auch den Bekannten, der "schon" seit 3 Monaten Vegetarier ist, eine "unglaubliche Wandlung" durchgemacht hat und auf dem Grillabend mit Freunden den unaufgeklärten Fleischessern die saftigen Schweinesteaks madig machen will.

Ausnahmen sind immer gut!

Sicher ist nichts gegen eine sportgerechte Ernährung einzuwenden, aber regelmäßige Ausnahmen sind im Sinne des allgemeinen geschmacklichen Genusses (dessen Verzicht Stress bedeutet) und des individuellen Gesellschaftslebens dringenst zu empfehlen. Kein Sportler muss Angst um seine Kondition oder Muskelmase haben, wenn er mal zu fettig gegessen hat. Und "mal" beeutet in dem Zusammenhang: mehrmals die Woche!

So sind auch die Körper der meisten Individuen gar nicht darauf ausgelegt, sich dauerhaft Gaumenfreuden zu erwehren. Wer sich selbst den Genuss versagt, wird auch gegenüber anderen meist bitter, wenn die sich gehenlassen. Auch hier ist wieder die gesunde Mitte gefragt: Wer sich ständig alles gönnt, findet keinerlei Genuss mehr im Besonderen, sondern stumpft sinnlich ab - wer sich aber nie etwas genehmigt, verpasst die Freuden, die die Welt großzügig für uns bereithält!

Kein Risiko eingehen!

In diesem Sinne bleibt zusammengefasst zu sagen: Jede Art übertriebener Erwartung von Erfolg und Leistungsdruck erzeugt eine extreme Anwendung von Mitteln, das Ziel krampfhaft zu erreichen. Im Sport ist das neben ausuferndem Training die Ernährung. Hobbysportler sollten gesundheitsgefährdende Methoden lieber Profis überlassen, die alles geben (und nehmen ...) müssen, um ihr Geld zu verdienen. Ausnahmen, oder eine gemischte Kost aus Gemüse, Fleisch, Wasser, aber auch Kuchen, Bier und Grillwürsten sind absolut erlaubt bis förderlich, denn Spaß im Leben bringt Spaß am Sport - und der führt zum Erfolg!

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