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Auch das kann Sport sein: Pilze suchen!

Wie man sich körperlich fordern und genießen kann


Ein wunderschöner Sonntag. Eigentlich wollte ich den Tag nutzen, um zu joggen. Glücklicherweise lebe ich dort, wo andere Urlaub machen: am Rande des Schwarzwaldes in Bühl. Mit dem Auto fahre die langgezogenen Serpentinen hinauf in die Höhen des Schwarzwaldes. Oben, auf dem Parkplatz angekommen sehe ich dann jede Menge Menschen, die sich bückend durch das Gebüsch streifen: Pilzsucher.

Mir fiel ein, dass es ja gestern geregnet hat. Diese Wetterlage bedeutet den Pilzsuchern das Gleiche wie den Jägern das „Halali“: „Auf zur Pilzjagd! – warum denn nicht“, denke ich mir. Mein Schweizer Taschenmesser habe ich immer dabei, und ein passendes luftiges Behältnis finde ich auch recht schnell auf dem Parkplatz. Zunächst bin ich noch etwas unentschlossen und wankend, denn ich habe die Fahrt unter dem guten Vorsatz mich sportlich zu betätigen begonnen. Aber der Ruf der heimischen Wildnis lockt.

Wieder einmal bewahrheitet es sich, was Männer allzu oft als Entschuldigung für auch andere Fehltritte vorbringen: Der Urinstinkt des Sammler und Jägers bricht in mir aus. Vier Stunden später, todmüde und abgekämpft aber glücklich wie nach einem Marathonlauf war ich dann wieder auf der Rückfahrt. Was war passiert?

Pilzsuche: ein ständiges Auf und Ab
Mein Weg führte mich ständig bergauf, und da es im Schwarzwald richtige Steilhänge gibt, legte ich auf diese Weise allein während den ersten beiden Stunden einige hundert Höhenmeter zurück. Ein ständiges Bergauf und Bergab, den Blick immer am Boden gehaftet, um ja keinen der nach Regenfällen so schnell aus dem Boden sprießenden Pilzen zu übersehen. Es dauert nur weinige Minuten und ich habe die üblichen Wanderwege verlassen. Die meisten Kilometer legte ich querfeldein zurück - oder eigentlich muss ich es als „querberg-ein“ bezeichnen. Durchschnittlich steigt mein Puls auf Werte zwischen 130 und 145. Selbst beim Joggen strebe ich keine höhere körperliche Belastung an.

Natürlich kann man Pilzsuchen und Joggen nicht auf eine Stufe stellen. Man geht einige Meter, hält inne und wird für seine „Ruhepausen“ auch noch belohnt: zum Teil mit schönsten Steinpilzen. Doch liebe Jogger, bitte jetzt nicht sofort schmunzeln – habt Ihr noch nie etwas von Intervalltraining gehört? Jawohl, Pilzsuchen ist richtig hartes und stundenlanges Intervalltraining.

Mit einem vollen Korb komme ich nach mehreren Stunden zum Parkplatz zurück und treffe dort einen älteren agilen Herrn, der gerade dabei ist, zu seiner Pilzsuche aufzubrechen. Er scheint ein im Gegensatz zu mir sehr versierter Pilzsucher zu sein. Ich war auf den Geschmack gekommen und kurzentschlossen frage ich ihn, ob ich ihn auf seinem Streifzug begleiten dürfe. Ich will gerne mehr über Pilze (insbesondere die essbaren) erfahren. Und wie das so ist, wenn jemand sein Wissen an einen wissbegierigen Schüler weiter geben kann, dann tut er es gerne. Spätestens diese zweite Pilz-Wander-Etappe macht das Suchen zum Sport!

Informationen zum Pilzsuchen
Kürzlich behauptete Tim Mälzer in einer Kochshow ja, dass man doch in den Wald gehen sollte, um Pilze zu sammeln. Es bestünde ja kaum eine Gefahr, sagte der Starkoch, einen ungenießbaren Pilz zu sammeln, da es kaum giftige Pilze gebe. Ganz sicher war Tim Mälzer nicht im Wald meiner Gegend! Ich kann seine Meinung nicht teilen: In diesen zwei Stunden mit meinem neuen „Lehrer“ haben wir nicht nur leckere Rotfuß- oder Maronen-Röhrlinge und einen Perlpilz gefunden, sondern genauso viele Knollenblätterpilze, die dummerweise dem so vorzügliche Perlpilz sehr ähneln.

Doch dies sollte niemand davon abhalten, diese von mir neu entdeckte „Sportart Pilzesuchen“ aufzunehmen. Es ist hilfreich zuvor einen Pilzkurs zu besuchen und anfangs sollten Sie nur die Pilze sammeln, die Sie kennen. Alle anderen sollten Sie lieber stehen oder bei Ihrer örtlichen Pilz-Kontrollstelle bestimmen lassen. Wo diese sich befinden erfahren Sie bei Ihrem Gesundheitsamt. Auch Apotheker können Pilze bestimmen. Doch ein sonntägliches Pilz-Ragout rechtfertigt nicht das Läuten der Notglocke. Eines gilt allerdings für Anfänger wie auch für erfahrene Pilzsammler: Alle Pilze kann man essen - aber manche nur einmal!

Weitere Tipps: Zum Sammeln immer einen luftdurchlässigen Behälter wie einen Korb, niemals eine Plastiktüte nehmen. Die Pilze herausdrehen und darauf achten dass das Myzel (Wurzelgeflecht) nicht verletzt wird, oder den Pilz mit dem Taschenmesser abschneiden (Vorsicht hier, man schneidet ein Erkennungsmerkmal, die Knolle beim hochgiftigen Knollenblätterpilz ab, eine weitere Gefahr der Verwechslung mit dem Champignon).

Besonders Maronen leiden unter Schneckenbiss und Madenbefall. Schadhafte Stellen noch
im Wald entfernen.

Davon abgesehen sind Pilze sehr gesund und kalorienarm. Sie enthalten wertvolles Eiweiß, viele Mineralien und Vitamin D (unter anderem verantwortlich für starke Knochen) . Pilze liegen einerseits schwer im Magen und sind deshalb nicht für jeden als Abendmahlzeit geeignet. Das ist aber auch gleichzeitig ihr Vorteil: Sie sättigen enorm ohne viele Kalorien!


Wollt ihr mehr dazu erfahren, von anderen Lesern unseres Portals, oder selbst ein paar
Erfahrungen mitteilen oder Rezepte weitergeben zum Thema, hier: Pilze und Ernährung/Diät

Web-Tipp: Hier informiere ich mich immer wieder über Pilze: www.Pilzewelt.de

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