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Fußball goes Pilates

Ein ausgiebiges Core-Training im Fußball ist mittlerweile Standard


Jürgen Igelspacher für Interviews immer bereit...

Der Artikel wurde uns freundlicher Weise zur Verfügung gestellt von: "PILATES- Das Magazin"

Wie Jürgen Igelspacher geht es vielen, für die Sport zunächst Leidenschaft und dann Beruf ist. Damit sind hier aber nicht Profifußballer, Profitennisspieler oder Profigolfer gemeint, sondern diejenigen, die hinter den Kulissen arbeiten: den ganzen Tag mit Sport zu tun, aber selbst kaum Zeit, ihn auszuüben.

Als Geschäftsführer des Bayerischen Fußball-Verbands e. V. (www.bfv.de) sprintet Jürgen Igelspacher nicht etwa vom Fußballplatz in die Umkleide und vom Lauftraining ins Fitness-Studio. Er bringt den Hauptteil seiner Zeit im Büro zu, vor dem Computer, in Meetings und Sitzungen. Oder er ist im Namen des Fußballs unterwegs, im Auto, im Flugzeug, auf Tagungen und Empfängen.

Lauter sitzende und stehende Tätigkeiten, die er vor einiger Zeit eben nicht mehr im Kreuz hatte. Da wehrten sich Körper und Geist gegen die einseitige und übermäßige Belastung: Bandscheibenvorfall. Ein Schock und ein Wegweiser. Als geneigter Sportler suchte Jürgen Igelspacher sein Heil nach den ersten Notfallmaßnahmen in der Bewegung. Und fand es im Pilates. Sein Job ist heute zwar nicht minder stressig, aber dank Pilates kann er ihn heute sehr viel besser stemmen – und hat mit jeder Pilates-Stunde „einen Termin mit sich selbst“.
Pilatesmagazin: Herr Igelspacher, wie sind Sie überhaupt zu Pilates gekommen?
Jürgen Igelspacher: Mein Rücken hat sozusagen danach verlangt. Im Frühjahr 2006 stand ich im Vorfeld zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland unter enormem Stress. Extrem lange Arbeitstage und großer Druck, viel Sitzen, Stehen, Reisen und Repräsentieren ohne große Pausen oder Sport- oder Bewegungsmöglichkeit führten schließlich zu einem leichten Bandscheibenvorfall. Mir blieb zunächst einige Wochen lang nichts anderes übrig, als den Schmerz wegspritzen zu lassen; aber so konnte es natürlich nicht weitergehen. Nach den ersten Monaten mit regelmäßiger Krankengymnastik wurde es besser.

Mir war aber klar, dass ich auf Dauer regelmäßig aktiv an und mit meinem Rücken arbeiten musste, um gesund zu bleiben. Ich wusste: Nur mit regelmäßiger Bewegung bekomme ich die Schmerzen in den Griff. Klassisches Rückentraining an den üblichen Geräten oder allein machte mir wenig Spaß. Ich musste also einen Sport finden, der meiner Rücken- und Bauchmuskulatur zugute kam und mir Freude brachte. In dem Fitness-Studio, das ich mir für mein Rückentraining und die Gymnastik ausgesucht hatte, wurde auch Pilates angeboten. Ich probierte es aus. Nunmehr gehe ich seit zwei Jahren regelmäßig in die Pilates-Stunden und kann so auf Einzelkrankengymnastik oder gar Spritzen verzichten.

Pilatesmagazin:Wie oft trainieren Sie heute Pilates?
Jürgen Igelspacher: Meistens trainiere ich einmal die Woche Pilates – das ist dann mein „Termin mit mir selbst“, auf den ich nur verzichte, wenn es absolut nicht anders geht. Aber auch bei anderen Trainingseinheiten und Sportarten nutze ich einige aus dem Pilates bekannte Übungen, zum Beispiel auch zum Aufwärmen.

Pilatesmagazin: Haben Sie aus Ihrer Sicht in Ihrer Position im Sportgeschäft denn eine Art Verpflichtung zur Fitness?
Jürgen Igelspacher: Ich repräsentiere einen großen Sportverband und muss deshalb selbst darauf achten, zumindest vital und altersgerecht fit rüberzukommen. Ich mache ja nicht nur Pilates, sondern spiele auch noch Fußball im Verein. Beides ergänzt sich. Wir postulieren ja auch den Spaß an der Bewegung. Das möchte ich auch vorleben.

Pilatesmagazin: Apropos, was bringt Ihnen das Pilates-Training generell und im Vergleich mit anderen Sportarten, die Sie ausüben, zum Beispiel eben Fußball?
Jürgen Igelspacher: Erstmal macht es mir Spaß – aber das macht Sport und Bewegung mir sowieso fast immer. Und ich bekomme einen freien Kopf. Außerdem trainieren viele Übungen im Pilates speziell die Muskulatur, die meinen Rücken stark macht und Rückenschmerzen verhindert – für mich als Bandscheibenpatient enorm wichtig. Und da ich die Belastung und Reize ausschließlich selbst kontrolliere, gibt es de facto kein Verletzungsrisiko. Zudem kann ich die Übungen eigentlich überall machen. Ich bin viel unterwegs und lag auch schon öfter auf dem Boden im Hotelzimmer, um ein paar Übungen zu machen.

Pilatesmagazin:Wie trainieren Sie hauptsächlich? Allein oder in der Gruppe, auf der Matte oder an Geräten?
Jürgen Igelspacher: Ich muss und möchte zum Pilates-Training ins Studio gehen. In der Gruppe macht es einfach immer noch am meisten Spaß. Ich muss nicht allein an irgendwelchen Geräten arbeiten, sondern kann mich in den Flow und die Dynamik dort eingliedern. In der Regel trainieren wir auf der Matte und nehmen ergänzend Kleingeräte.



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